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Erfolgreich bei der Weltmeisterschaft

Erfolgreich bei der Weltmeisterschaft

Der Spielmannszug Oberlichtenau machte auch beim Einmarsch zur Siegerehrung der WM in Kerkrade eine gute Figur. Foto: Verein

Der Spielmannszug Oberlichtenau hat beim World Music Contest (WMC) im niederländischen Kerkrade im Marschwettbewerb eine Goldmedaille mit Auszeichnung bekommen. Damit ist er bester internationaler Starter und Nummer acht der Weltrangliste.

Oberlichtenau/Kerkrade.
Als um 11.15 Uhr der letzte Ton verklungen und der letzte Schritt gesetzt war, hatten die Musiker des Marsch- & Drillkontingentes des SZO es bereits selbst im Gefühl. Das war ein ganz großer Wurf. Wie groß er wirklich war, darauf mussten die 75 Spieler, gut 20 Helfer und die etwa 150 mitgereisten Fans noch bis zur Siegerehrung um 18.15 Uhr warten.

Zeitgleich zur Ansage erschien das Ergebnis auf der großen Anzeigetafel. Die Worte des Stadionsprechers gingen im Jubel unter. 90,65 Punkte – das ist eine Goldmedaille mit Auszeichnung; so etwas wie Eins mit Sternchen und Zusatzpunkt in der Schule. Das war schon deutlich mehr als im Vorfeld erhofft und erwartet.

Die eigentliche Sensation bahnte sich nur langsam den Weg in die Köpfe. Oberlichtenau bekommt den Sonderpreis als Bester internationaler Starter. Aufgrund der starken Dominanz und des ausgeprägten Heimvorteils der holländischen Orchester vergibt die Jury diesen Preis. Die Amateure aus dem kleinen Dorf am Keulenberg haben damit einen Großteil der niederländischen Formationen und alle Orchester der restlichen Welt auf die Plätze verwiesen und sind nun auf Rang acht der Weltrangliste vorgerückt.

Von selbst kommt so ein Erfolg natürlich nicht. Ein unglaublicher Trainingsmarathon liegt hinter den Oberlichtenauern. Vier Jahre Planung und Grundlagenausbildung, ein Jahr Vorbereitungstraining und drei Monate Verzicht auf viele Annehmlichkeiten und entspannte Freizeitaktivitäten liegen hinter den Musikern, Ausbildern und Verantwortlichen des Marsch- & Drillkontingentes. Gut eine Stunde höchst anspruchsvolle Orchester- und Marschmusik musste zum Auswendigspielen einstudiert werden.

Seit dem gemeinsamen Trainingswochenende mit der Norwegischen Königsgarde im November 2016 wurde jedes Marschelement und jede Fingerbewegung systematisch angepasst und perfektioniert. Das Marschieren musste fast komplett neu erlernt werden. Seitdem ist beim Marschieren jede Faser des Körpers in Aktion. Diese neue Art der Bewegung auf dem Platz fordert natürlich ihr Tribut an die körperliche Kondition. Also wurde zusätzlich zur Musik und den Marschelementen eine weitere Baustelle aufgemacht. Fitness und Ausdauer mussten verbessert werden.

Auch hier fand die musikalische Leitung um Thomas Anders eine Lösung. Ein professioneller Trainer und Physiotherapeut hilft den Musikern seitdem beim gezielten Muskelaufbau.

Doch nicht nur die große Muskulatur musste trainiert werden. Die Mitglieder des Marsch- & Drillkontingentes haben ein Faible für Rockmusik und das führte letztendlich dazu, nach der überaus erfolgreichen Bon-Jovi-Show nun ein Queen-Medley auf die Beine zu stellen. Rockmusik ist vor allem eins: meistens laut und druckvoll. Wenn man dann noch ein ganzes Stadion ohne Elektronik beschallen will, erfordert das schon einige besondere Fähigkeiten bei der Instrumentenbeherrschung. Die Musikanten wurden langfristig von professionellen Instrumentallehrern auch daraufhin ausgebildet.

Seit April lief die direkte Vorbereitung mit dem Erlernen und Perfektionieren der Choreographien und Abläufe. Die Trainingsintensität steigerte sich zum Schluss auf vier Trainingstage pro Woche mit einem Pensum von circa 16 Wochenstunden.

Zusätzlich war natürlich individueller Hausfleiß nötig, um die Musik auswendig spielen zu können. Den letzten Schliff gab es im WM-Vorbereitungslager in Gangelt (NRW). Abgeschirmt von alltäglichen Problemen und Aufgaben konnten sich alle auf ihre Aufgabe konzentrieren undgleichzeitig die notwendige Ruhe finden. „Wir waren noch nie so gut auf die WM vorbereitet wie dieses Mal!“ konstatiert der Musikalische Leiter Thomas Anders vor der Abfahrt zu WM-Stadion.

Er sollte Recht behalten! Eine unglaubliche Unterstützung erhielten die Spielleute aus der Heimat. Ob per Brief, Telefonat, persönlich oder über Facebook, eine nicht enden wollende Welle der guten Wünsche und Zusprüche begleitete sie in diesen Tagen. Ein starker Fanblock peitschte die Musiker im Stadion an. Zweimalfegte an diesem Tag ein Schlussapplaus in Form eines Orkans durch das Limburg Parkstadion, der auch gestandenen Männern die Freudentränen in die Augen trieb. Nach der wohlverdienten Sommerpause ist der SZO zum Kamenzer Forstfest mit beiden Formationen wieder präsent.

Sandro Kaiser / 09.08.2017

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