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Görlitzer Tierpark: „Zootier des Jahres“

Görlitzer Tierpark: „Zootier des Jahres“

Dr. Sven Hammer, Direktor des Görlitzer Naturschutz-Tierparkes, hat die Aktion „Zootier des Jahres“ mit ins Leben gerufen und engagiert sich für die Erhaltung bedrohter Tierarten in ihrer natürlichen Umwelt. | Foto: www.zoo-goerlitz.de

Görlitz. Zusammen mit den Kollegen aus Nordhorn hat der Görlitzer Naturschutz-Tierpark die Aktion „Zootier des Jahres“ ins Leben gerufen. Damit soll das Augenmerk auf eine Art gelegt werden, die in Menschenobhut gepflegt, in ihrer natürlichen Verbreitung aber gefährdet ist. Wie zwei Unterarten des Leoparden, der 2016 den Auftakt macht.

Neben seinem Job als Direktor des Görlitzer Tierparks ist Dr. Sven Hammer auch 1. stellvertretender Vorsitzender der deutschlandweit wirkenden Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). In diesen beiden Funktionen hat sich der international anerkannte Wildtierarzt ein Ziel ganz besonders auf die Fahnen geschrieben: den Erhalt bedrohter Tierarten in ihrem natürlichen Verbreitungsraum. Um sich mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion dafür einzusetzen, kamen die Görlitzer Tiergärtner zusammen mit ihren Kollegen aus dem Tierpark Nordhorn in der Nähe von Münster, kurz vor der Grenze zu den Niederlanden, auf die Idee, das „Zootier des Jahres“ zu küren und sich im Rahmen dieser Aktion ganz speziell für Maßnahmen zum Schutz der Art in ihrer Heimat einzusetzen. Zum Auftakt entschied man sich für zwei Unterarten des Leoparden – den Sri-Lanka- und den Iran-Leoparden. In den Folgejahren sollen vor allem Spezies zum Zuge kommen, die weniger plakativ, stattdessen in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind und über keine Lobby verfügen.

Seit Jahresbeginn wird auch in Görlitz kräftig die Werbetrommel gerührt, sich für den Erhalt des Leoparden einzusetzen. „Wir machen das, obwohl wir diese Raubkatze gar nicht in unserem Bestand haben. Aber wir sind ein Naturschutz-Tierpark und meinen es ernst mit dieser Bezeichnung“, erläutert Kuratorin Catrin Hammer den Grund für das Engagement. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 100 zoologische Einrichtungen an dem Projekt, sind rund 60.000 Euro Spendengelder zusammengekommen. Der Tierpark aus der Neißestadt ist so genannter Platinförderer und hat 5.000 Euro für den Schutz der beiden Leoparden-Unterarten zur Verfügung gestellt.

In beiden Verbreitungsgebieten existieren jeweils nur noch knapp 1.000 Exemplare. In Sri Lanka will man mit Hilfe des deutschen Zootier-Projektes durch Kamerafallen und DNA-Untersuchungen die Zählung der vorhandenen Tiere exakter gestalten. Außerdem sollen die Konfliktfelder Leopard – Mensch näher beleuchtet und nach Möglichkeit minimiert werden. Ein hierfür entworfenes, für die Bevölkerung konzipiertes Faltblatt steht bereits zur Verfügung. Im Iran möchte man die Bewegungsmuster und Laufstrecken der einzelnen Individuen besser erforschen, auch wie es um die mögliche Krankheitsübertragung von Haustieren auf Leoparden bestellt ist. Zugleich sollen Ranger ausgebildet werden, die sich um den Schutz der freilebenden Leoparden kümmern.

Der Samstag, 15. Oktober, wird im Tierpark Görlitz zum lokalen Tag für das „Zootier des Jahres“ erklärt. An diesem Tag gibt es in der Einrichtung an der Zittauer Straße jede Menge Informationen über Leoparden. „Wir wollen aufklären, aber auch über die einzelnen Projekte informieren. Und natürlich sind wir über jede Spende dankbar“, sagt Catrin Hammer. Auf die jüngeren Besucher warten eine Leoparden-Rallye, Puzzles zum Thema „Zootier des Jahres“, ein Quiz und verschiedene Malaktionen.

Frank-Uwe Michel / 10.10.2016

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