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Güterbahnhof wird zur Waldorfschule

Güterbahnhof wird zur Waldorfschule

Zum Tag der offenen Sanierungstür erfuhr der ehemalige Güterbahnhof mit seiner imposanten Innenarchitektur schon eine temporäre Belebung. Künftig soll er zum Domizil der Waldorfschule werden.

Görlitz. Altstadt tipptopp, Gründerzeitviertel ganz okay – so könnte man in wenigen Worten den Stand der Stadtsanierung in Görlitz umschreiben. Doch es gibt auch noch ein großes Sorgenkind: Die westliche Innenstadt zwischen Bahnhof, Kreisverkehr Brautwiesenplatz und dem früheren Waggonbauwerk. Auf dieses Gebiet sollen sich in den nächsten Jahren die Bemühungen in Sachen Stadtentwicklung konzentrieren.

„Wohnungen ohne Mieter, verwaiste Bauten ohne Aussicht auf Sanierung, brach liegende Gewerbe- und Verkehrsflächen – das ist der Westen von Görlitz rund um den Brautwiesenplatz.“ So charakterisiert das Amt für Stadtentwicklung selbst das Gebiet, das sich westlich an die relativ florierende Innenstadt anschließt. Und weiter: „Fern sind Schulen, Kitas und Parkanlagen. Der Autoverkehr lärmt vor den Fenstern. Der Niedergang dieses Stadtteils vollzog sich schleichend.“  

Doch damit soll jetzt Schluss sein. „Brautwiesenbogen“ - so heißt das Zauberwort, mit dem die Görlitzer Stadtplaner dem lange Zeit vernachlässigten Stadtquartier neues Leben einhauchen wollen. „Mit dem Brautwiesenbogen wollen wir die erfolgreiche Entwicklung und Belebung der gesamten Innenstadt von Görlitz auf die nächst höhere Stufe heben“, formuliert Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) das anspruchsvolle Ziel. Acht Millionen Euro stehen dafür aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

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Das Herzstück der Planungen bildet der „Brautwiesengarten“, der sich vom alten Güterbahnhof aus bis hin zum Helenenbad erstrecken soll. „Trockenheit liebende Gehölze, Stauden und Gräser“ werden sein Bild prägen. Doch dieser Garten kann noch mehr: Er soll es den Görlitzern ermöglichen, vor der eigenen Haustür Sport zu treiben, zu Skaten, zu Rollern und zu Radeln. Ein weiteres Schlüsselprojekt bildet die „Sonnenschiene“: Das Dach des Lagerhauses auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs bietet Platz für 4000 Quadratmeter Solarthermie-Elemente, die Wärme in ein dezentrales Netz einspeisen sollen. Überhaupt stellt der alte Güterbahnhof den Dreh- und Angelpunkt des gesamten Projektes dar.

„Bis 1993 blieb die um 1911 entstandene Anlage geöffnet“, so Daniel Breutmann vom Netzwerk Industriekultur Görlitz. 2003 zogen die letzten Mieter aus, seitdem steht die Denkmal geschützte Anlage leer.
Die derzeitigen Planungen setzen durchaus ein Ausrufezeichen: Demnach soll im ehemaligen Güterbahnhof die Freie Waldorfschule Görlitz ihr „dauerhaftes und zukunftssicheres“ Domizil erhalten. Neben dem Schulverein haben auch schon zahlreiche weitere Akteure ihr Interesse angemeldet, sich an der Belebung des Brautwiesenbogens und der „Innenstadt West“ zu beteiligen.

Dazu zählen unter anderem der Second Attempt e.V. mit seinem Konzept eines „interkulturellen Stadtteilgartens“ auf dem Gelände der Alten Hefefabrik an der Bautzener Straße sowie die Freie Evangelische Gemeinde, die ein „Mobiles Bus-Café“ zu verschiedenen Straßen und Plätzen schicken will, um dort kulturelle Angebote zu unterbreiten. Bis 2022 läuft die aktuelle EFRE-Förderperiode, dann sollten laut Stadtplanungsamt, „ähnlich wie in der zentralen und der östlichen Innenstadt“, ein spürbarer Aufwärtstrend und tragfähige Strukturen entstanden sein.

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Uwe Menschner / 26.07.2016

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