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Jan Kubasch will etwas bewegen

Jan Kubasch will etwas bewegen

Jan Kubasch wurde vom Innenstadtverein für drei Jahre als neuer Vorsitzender gewählt. In seinem neuen Amt möchte er den Handel ankurbeln. | Foto: Innenstadtverein

Bautzen. Bautzen hat einen neuen Vorsitzenden des Innenstadtvereins. Jan Kubasch übernimmt nun das Amt für drei Jahre. Der Geschäftsführer zweier Schuhgeschäfte möchte mit viel Elan und in enger Zusammenarbeit mit der Citymanagerin Gunhild Mimus Bautzen voranbringen.

"Unsere Stadt hat so viel Potenzial, aber wir müssen aus dem Dornröschenschlaf aufwachen und selber aktiv werden. Nur so können wir auch profitieren", berichtet Jan Kubasch. "Bautzen sollte immer ein schönes Ausflugsziel sein und nicht nur, wie jetzt, zu Ostern." Der neue Vorsitzende sieht es an der Zeit, gemeinsam mit den Händlern eine Einheit zu bilden. "Wir müssen nun zusammen Flagge zeigen und die Wirtschaft stärken."
 
An den Osterfeiertagen hat Bautzen viele tausende Besucher angelockt, die die schön geschmückte Stadt, die sorbischen Bräuche und das Frühlingswetter genossen haben. Bereits im Vorfeld hatte sich die Citymanagerin einiges einfallen lassen, um die Händler zu mobilisieren, die Stadt zu Ostern besonders aufwendig zu dekorieren. So standen bis Ende März 25 lebensgroße Puppen in den Schaufenstern in der Innenstadt.

Bekleidet waren sie mit typisch sorbischen Trachten, die vom Sorbischen Nationalensemble geliehen waren. Durch exakte Beschriftungen konnten die Besucher genau erfahren, aus welcher Region die Tracht stammt. Auch die circa 500 Blumentöpfe, die die Straßen säumten, kamen bei den Bautzenern gut an.

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"Da gibt es schon so viele Ideen, was wir nächstes Jahr zu Ostern machen wollen. Ich persönlich würde gern aus Bautzen die Osterhauptstadt machen und in der ganzen Stadt verschiedene Veranstaltungen stattfinden lassen. Nicht nur auf dem Protschenberg, da war dieses Jahr besonders viel los, auch in der Innenstadt, auf dem Hauptmarkt oder der Platte könnte man verschiedene Bühnen aufbauen und den Besuchern Kultur bieten," berichtet Jan Kubasch. Aber nicht nur Bautzen als Ausflugsziel ist Kubasch wichtig, auch der Handel muss gestärkt werden.

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Daumen hoch für Bautzen. Alexander Scharfenberg (v. li.), Henrik Truhel, Jan Kubasch, Gunhild Mimuß, Jerzy Timm und Jens Pietsch vom Innenstadtverein Bautzen wollen gemeinsam die Stadt voranbringen. | Foto: Innenstadtverein

Daher plant er als neuer Vorstandvorsitzender eine viel engere Zusammenarbeit des Handels, der Gastronomie und der Hotelerie. Gemeinsam mit der IGIS – der Interessengemeinschaft Innenstadt – werden in der nächsten Zeit Strategien entwickelt, um Bautzen zu beleben. "Gerade in der Zeit, wo Internetshopping immer bedeutender wird, müssen wir etwas tun. Auch den Leerstand in Bautzen wollen wir mindern, aber dazu müssen wir eine Einheit bilden."

Wichtige Ansatzpunkte sind zum Beispiel einheitliche Öffnungszeiten. "Gerade auf der Reichenstraße, die die Flaniermeile Bautzens ist, sollten auch am Samstag die Geschäfte einheitlich geöffnet sein." Dass in Bautzen Potenzial steckt, weiß Jan Kubasch genau: "Unser Standort liegt so günstig. In drei Stunden ist man beispielsweise in Berlin, ebenso schnell in Prag oder im schönen Spreewald. Aber Bautzen muss seine Einzigartigkeit zeigen, nur so locken wir Touristen an, die den Handel und die Wirtschaft ankurbeln." Viele Menschen in der Region überlegen sich gerade am Samstag zum Shoppen nach Dresden zu fahren, da will Jan Kubasch ansetzen. "Wenn unsere Händler aktiver werden und alle an einem Strang ziehen, dann können wir durchaus ein Magnet werden", meint er.

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Gemeinsam mit der Citymanagerin hat er einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag für den 2. Oktober geplant. Außerdem soll es jährlich ein bis zwei Highlights in der Stadt geben. Konkrete Pläne für 2016 gibt es auch schon. So wird es zum Beispiel zur Fußball-EM ein Public Viewing in der Innenstadt geben und auch rund um die Romantica im Herbst wird ein buntes Programm vorbereitet.

Jan Kubasch ist es aber vor allem auch wichtig, dass Bautzen den schlechten Ruf der vergangenen Zeit ablegen kann. "Ich habe in den vergangenen Wochen sogar Anrufe aus Amerika bekommen, wo negativ über meine Stadt berichtet wurde. Die meisten Bautzener lieben ihre Stadt und sind anständige Menschen. Das haben wir auch am Samstag vor Ostern bewiesen. Mit unserem Osterspaziergang durch die Innenstadt haben die circa 200 Teilnehmer ein Zeichen gesetzt, für ein friedlichen Miteinander. Ich bin der Meinung diesen Osterspaziergang sollten wir auch im nächsten Jahr, als Tradition fortsetzen."

Jan Kubasch möchte in seiner neuen Aufgabe nun etwas bewegen. "Ich habe den Posten gerne übernommen, möchte aber jetzt schon an alle Händler appellieren, nach vorne zusehen. Der Innenstadtverein hat so viele gut Ideen und Pläne, aber auch die müssen finanziert werden, zum Beispiel über Mitgliedschaften." Dass die Arbeit sicher nicht einfach wird und er einiges an Überzeugungskraft mitbringen muss, ist sich Jan Kubasch bewusst. "Natürlich wird es Rückschläge geben, aber ich bin bereit und möchte mein Bautzen stärken."

Cornelia Fulk / 04.04.2016

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