19.02.2012
LANDKREIS BAUTZEN
Funkmasten teilweise heftig umstritten
REDAKTION

Stoßen nicht immer auf Wohlgefallen: Masten, an denen Antennen angebracht sind. | Archiv

Der Zeitplan ist eng gestrickt: Im dritten Quartal 2013, so erklärte es der Bautzener Kreisbrandmeister Manfred Pethran unlängst, soll der Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS-Funk) im Landkreis Bautzen in Betrieb gehen.

Für Andreas Nickl ist noch ein weiterer Termin bedeutsam: Für Dezember ist die Integration des Netzabschnittes "Ostsachsen", der die Kreise Bautzen und Görlitz umfasst, in das Gesamtnetz geplant. "Bis dahin müssen die Sendeanlagen stehen", erklärt der Projektleiter für den Netzaufbau im Freistaat Sachsen.
ANZEIGE



Mit der Einführung des BOS-Funk wird erstmals ein bundesweit einheitliches digitales Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte geschaffen, das die bisherigen voneinander unabhängigen Analognetze ablöst.

Als Vorteile gelten die ständige Netzverfügbarkeit sowie Abhörsicherheit. Im Freistaat Sachsen muss der Staatsbetrieb Immobilien- und Bauaufgaben (SIB) insgesamt 250 Sendestandorte finden, davon stehen bislang 170 fest. Immerhin 45 Standorte für Sendemasten sind für den ostsächsischen Raum vorgesehen, von denen fünf noch als umstritten gelten.

Die Gründe dafür ähneln sich: Bürger und Gemeinden fürchten eine Verschandelung ihrer Ortsbilder durch die etwa 50 Meter hohen Stahlgittermasten, oder sie sehen sich durch die Abstrahlungen zu Sorgen um ihre Gesundheit veranlasst. Exemplarisch dafür steht der Ort Commerau (Gemeinde Großdubrau) am Rande des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Er liegt inmitten eines der Suchkreise, die für die Standortauswahl Ausschlag gebend sind. "Um eine vollständige Netzabdeckung zu erreichen, müssen die Sendeanlagen jeweils in einem Radius von etwa einem Kilometer um den Mittelpunkt des Suchkreises liegen", erklärt Andreas Nickl. Könne man dies nicht gewährleisten, müsse ein zusätzlicher Standort festgelegt werden.

Nun erscheint gerade Commerau prädestiniert, "ziert" doch schon seit Jahren ein weithin sichtbarer Sendeturm des  Mobilfunkanbieters Vodafone das Ortsbild. Was also läge näher, als diese Anlage für die Installation der BOS-Richtfunkantennen zu nutzen? "Wir haben das geprüft und mussten feststellen, dass der Turm statisch nicht in der Lage ist, unsere fünf zusätzlichen Antennen zu tragen", so Nickl. Also favorisierte man zunächst die Variante, unmittelbar neben dem vorhandenen einen zweiten Sendemast zu errichten.

Dies jedoch lehnt die Gemeinde Großdubrau – in Übereinstimmung mit den Commerauer Bürgern – ab. "Wir hatten schon genug Stress mit dem ersten Mast und wollen nicht noch einen zweiten daneben haben", erklärt Bürgermeister Siegmar Schuster (parteilos). Unterdessen untersuchte der Staatsbetrieb Immobilien- und Bauaufgaben (SIB) weitere Standorte und favorisiert nunmehr eine Stelle unmittelbar an der Bundesstraße 156, etwa 200 Meter nördlich des Dorfes.

Doch auch diese stößt auf Ablehnung – zu nah am Ort, zu wenig Sichtschutz. Eine Verlegung nach Norden kommt nicht infrage, da dafür eine neue Erschließungsstraße von der B 156 aus gebaut werden müsste, was das Straßenbauamt ablehnt – schließlich wurde die Bundesstraße erst unlängst saniert.

Immerhin könnte sich für die Commerauer nun doch eine Lösung abzeichnen: Revierförster Holm Berger bringt eine Alternativfläche westlich der Straße ins Spiel, die aus seiner Sicht geeignet erscheint: "Sie ist durch eine befahrbare Schneise erschlossen und bietet ausreichend Sichtschutz." Andreas Nickl sagt zu, diese neue Variante prüfen zu wollen: "Für einen passenden Standort sind viele Faktoren ausschlaggebend."

Bürgermeister Siegmar Schuster freut sich über die neue Alternative: "Wir werden im Gemeinderat keine Stellungnahme abgeben, bevor dieser neue Standort geprüft ist."

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Für viele wird es aber auch darum gehen, ihr Heimat
nicht noch mehr zu verschandeln. Wenn der
Vodafone-Sendeturm nun mal schon steht.
Warum nimmt man nicht das Geld für
einen Neubau und macht diesen
so Tragfähig, dass man ihn
nutzen kann.

Un wenn das nicht geht, dann könnte man doch
eine Einigung mit Vodafone finden. Und den
jetzigen wegreißen und an Ort und Stelle
einen stabileren hinstellen.

Obacht!

In diesen Tagen macht die Szene der Mobilfunkgegner gegen den neuen Behördenfunk mobil.

Es wird versucht, Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungen gegen den Modernisierungsbedarf ihrer Rettungskräfte, Polizeien und Feuerwehren aufzubringen.

Nach der Pleite beim Widerstand gegen den Mobilfunk vor ein paar Jahren sieht man jetzt mit dem neuen BOS Funk einen neuen Anlass für Panikmache am Horizont auftauchen.

Daran sollte man denken, wenn sich "Protestler" melden. Die informieren sich absolut einseitig auf den Homepages von Organisationen, die in Verschwörungstheorie machen (behaupten dort, der Staat verstrahlt angeblich alle, macht Gedankenkontrolle bei seinen Bürgern, usw.), und die an der Angst der Leute verdienen wollen, indem sie ihnen 30.000 Euro teure Abschirmungen für ihre Häuser aufschwatzen.


Wetter

Für die Wettervorschau benötigen Sie den freien Adoble Flash Player, den Sie hier laden können.

Meistgeklickt


Bis 2018/19 Bau an Hochwasserprojekten
So schmerzhaft die von den Hochwassern 2010, 2012 und 2013 verursachten Schäden für die Betroffenen auch waren... mehr

Regiobus übernimmt KVG
Die Regionalbus Oberlausitz GmbH (RBO), eine gemeinsame Gesellschaft der Rhenus Veniro GmbH & Co. KG (74 Prozent) und des Landkreises Bautzen (26... mehr

Bikertreffen auf der Village Ranch
Am 31. Oktober öffnet der Ausschank der Forest Village Ranch in diesem Jahr zum letzten Mal. Von 11.00 bis 17.00 Uhr sind alle Gäste in die... mehr

Tarifeinheit per Gesetz verordnen?
In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

MiG 15 auf ihrem letzten "Flug"
An diesem Wochenende (1. und 2. November) hält das Luftfahrttechnische Museum Rothenburg jeweils in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr nochmal die Türen... mehr

Linker bald Regierungschef?
mit 24 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Tarifeinheit per Gesetz verordnen?
mit 7 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Unterschriften pro Bestattungswald
mit 3 Kommentaren

In Kamenz hat eine Unterschriftensammlung "Für einen Bestattungswald im Stadtwald Kamenz" begonnen. Ziel ist es laut Mitinitiatorin Marion Junge... mehr

Regiobus übernimmt KVG
mit 2 Kommentaren

Die Regionalbus Oberlausitz GmbH (RBO), eine gemeinsame Gesellschaft der Rhenus Veniro GmbH & Co. KG (74 Prozent) und des Landkreises Bautzen (26... mehr

Mit "Wiederda" neue Fachkräfte gewinnen
mit 2 Kommentaren

"Wiederda" heißt die neue Initiative, mit der Landkreis Bautzen und IHK (Industrie- und Handelskammer) Fachkräfte in die Region holen wollen.... mehr


Anzeige
Neue Kommentare
um 13:12 von Herbert in
Regiobus übernimmt KVG

um 06:27 von Erhard in
Regiobus übernimmt KVG

um 23:28 von Herbert in
Tarifeinheit per Gesetz verordnen?

um 18:12 von Herbert in
Tarifeinheit per Gesetz verordnen?

um 14:10 von Herbert in
Tarifeinheit per Gesetz verordnen?
Webcam Bautzen
Bautzen - Kornmarkt

Vor dem Jahr 1999 stand an dieser Stelle ein Hochhaus mit 13 Etagen. Nach dessen Rückbau wurde die Fläche mehrere Jahre als Parkplatz genutzt. Seit wenigen Wochen nun befindet sich hier ein imposanter Gebäudekomplex mit rund 5.500 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Geschäfte und Wohnungen.


Polizeimeldungen

Bernstadt a. d. Eigen, zwischen den Ortsteilen Kemnitz und Lehdehäuser:
Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang
Ein tragischer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntag in den frühen Abendstunden gegen 18:20 Uhr zwischen den Bernstädter Ortsteilen Kemnitz und

Bundesautobahn 4, Fahrtrichtung Dresden - Görlitz, zwischen den Anschlussstellen Bautzen Ost und Salzenforst:
Geisterfahrer auf der Autobahn
Der Alptraum eines jeden Kraftfahrers auf der Autobahn wurde am frühen Sonntagabend gegen 17:35 Uhr auf der Bundesautobahn 4 Realität. Ein

Neusalza-Spremberg, Bautzener Straße / Schulstraße Bundesstraße 96:
Drei Personen nach Verkehrsunfall schwer verletzt
Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Sonntagnachmittag gegen 15:35 Uhr in Neusalza-Spremberg. Eine 80-jährige Fahrerin eines Opel Astra befuhr

Zittau, Chopinstraße:
Wer kennt diese Schmuckstücke? Polizei sucht Eigentümer und Zeugen!
Bereits im Frühjahr hatten Polizeibeamte auf der Zittauer Chopinstraße einen polnischen Staatsangehörigen kontrolliert. Der Mann hatte verschiedene

Görlitz, B 6, Höhe Wiesbadener Straße:
Cowboys mit Blaulicht
Am Mittwochmittag erreichte die Polizei in Görlitz ein Notruf mit der Meldung, dass mitten am Tag auf der Bundesstraße 6 eine Kuh umherläuft. Ein


Digitale Ausgabe 01. November 2014

Web 2.0
Folge uns bei