12.02.2012
EBERSBACH/ZITTAU
Als Gästeführer in zwölf Städten!
STEFFEN LINKE

Jochen Kaminsky aus Ebersbach-Neugersdorf schlüpft als Gästeführer auch in historische Gewänder wie hier in das des Salzkrämers. | Steffen Linke

Dieser Mann leistet ein enormes Pensum.  Jochen Kaminsky aus Ebersbach-Neugersdorf führt als Gästeführer Touristen aus nah und fern über das Jahr hinweg durch zwölf Städte in Größenordnungen von etwa 8.000 bis 800.000 Einwohnern.

"Seine "Karriere" begann 2004 in Zittau, als sich der heutige Mittfünfziger als Reiseleiter selbstständig machte. Im Laufe der Zeit  kamen Löbau, Görlitz, Bautzen, Kamenz, Dresden, Meißen, Pulsnitz, Jelenia Gora (Hirschberg), Breslau, Liegnitz und Krakau dazu. All diese Städte  haben eins gemeinsam – einen historischen Stadtkern.
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Sein Einzugsgebiet beträgt circa 500 Kilometer. "Ich bin vielleicht ein bisschen extrem, so einen großen Bereich abzudecken", sagt er. Viele andere in diesem Metier hätten sich auf einzelne Städte spezialisiert. Zum größten Teil besorgte sich Jochen Kaminsky Reisematerial und -literatur vor Ort: "Ich musste mich damit beschäftigen. Dann habe ich mir direkt die Städte angesehen. Nach ein  bis zwei Besuchen stand ich eigentlich schon in der Materie drin." Eine Stadtführung durch Pulsnitz dauert nur ein bis zwei Stunden, in Krakau dagegen mehr als einen halben Tag. 

Zu wie viel Sehenswürdigkeiten insgesamt kann  der Gästeführer seinen Touristen etwas erzählen? "Das ist fast unüberschaubar. Allein in Bautzen gibt es 30 bis 40 davon wie zum Beispiel den Dom und die Ortenburg." Generell ist Jochen Kaminsky sehr gern in der Bautzener Altstadt, "weil es  die Hauptstadt der Oberlausitz ist. Der Dom ist die Kirche, wo beide Konfessionen seit der Reformation 1517 unter einem Dach sind."

Jochen Kaminsky ist im Jahr bei 180 ganztägigen Ausflügen mit Bussen sowie 170 Mal pro Jahr als Nachtwächter oder Hauptmann der Zittauer Stadtwache unterwegs. "Manchmal bin ich bei Reisen wie nach Krakau gleich mehrere Tage am Stück auf Achse. Ich bin auch schon früh 7.30 Uhr zu Hause gestartet und erst nach Mitternacht zurückgekommen. 

Nicht selten reihen sich pro Tag vier bis fünf  Einsätze aneinander. Ich kann mich dann manchmal selbst nicht mehr hören, wenn es sich zu sehr hintereinander häuft", sagt er schmunzelnd. Kinder fragen zum Beispiel öfter, ob sein Schwert und seine Hellebarde als Hauptmann, der Zittauer Stadtwache echt sind? "Natürlich sind die echt", antwortet er, ohne weiter darauf eingehen zu müssen.

Künftig könnte Jochen Kaminsky sogar Touristen in noch mehr Städte führen, wie zum Beispiel Litomerice (Leitmeritz), ein tschechischer Ort am Rande der Elbe. "Es kommt immer auf die Anfragen der Busunternehmen an. Ich muss da sein, wenn die Gäste kommen und nicht, wenn ich darauf Lust habe. Nur so kann ich davon leben", sagt er.

Allein durch seine Heimatstadt Ebersbach-Neugersdorf hat Jochen Kaminsky bisher noch keine Touristen geführt, "weil ich in genügend anderen Städten unterwegs bin." Und wo macht der Gästeführer selbst gern Urlaub? "Ich war eine Zeitlang in England und pendele gern zwischen den bayerischen Alpen und der See", antwortet er.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Ich hatte mehrfach Gelegnheit Herrn Kaminsky als Gästführer zu erleben.
Es hat mir immer gefallen und die nette Art von Herrn Kaminsky trägt dazu bei,daß die Zeit mit vielen Informationen und Geschichten wie im Flug vergeht.
Zu schnell war die Zeit immer vorbei und man freut sich schon auf die nächste Tour mit Herrn Kaminsky.Dabei ist immer wieder sein regionales Wissen und die vielen kleinen Geschichten aus der jüngeren und älteren Hystorie angenehm anzuhören.
Weiterhin viel Spaß an der Arbeit,Herr Kaminsky.

Ihr Christof Falk


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