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Moderne Blitzer für Görlitzer Kreuzungen

Moderne Blitzer für Görlitzer Kreuzungen

So wie hier auf einem Beispielbild des Herstellers werden die vier neuen Blitzer in Görlitz aussehen, die kombinierte Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte sind. ⋌Foto: Gatso Deutschland GmbH

Wer sich schon freute, nicht mehr geblitzt zu werden, wenn er bei Rot über manche Straßenkreuzung in Görlitz fuhr, muss sich nun eines Besseren belehren lassen. Die in die Jahre gekommenen Starenkästen werden lediglich gegen moderne Geräte ausgetauscht. Die wiederum können noch ein bisschen mehr!

Görlitz. Eigentlich gehörten sie zum vertrauten Bild, fuhr man zum Beispiel – aus Richtung Zittau kommend – ins Görlitzer Zentrum. Und auch in die entgegengesetzte Richtung fielen sie dem aufmerksamen Autofahrer durch ihre klobige Form und den braun-grauen Tarnanstrich sofort ins Auge: Blitzer – korrekt ausgedrückt „Rotlichtüberwachungsanlagen“. Sowohl an der Kreuzung Zittauer Straße/Friedrich-Engels-Straße, als auch ein paar hundert Meter weiter an der Kreuzung Zittauer Straße/Jeschkenstraße wurden sie immer dann aktiv, wenn jemand in der Rotphase die Ampel und damit die Kreuzung passierte.
Hinter vorgehaltener Hand wurde jedoch schon seit Längerem gemunkelt, dass man im „Ernstfall“ nichts zu befürchten habe, weil die Messungen im Laufe der Jahre viel zu ungenau geworden seien, um gerichtsfest Verwendung zu finden. Die Stadtverwaltung wollte dies auf Anfrage allerdings nicht bestätigen. Im Gegenteil. Stadtsprecher Wulf Stibenz bekräftigt: „Die hier bisher verwendete Nassfilmtechnik ist durch Wartung und Eichung durchaus gerichtsfest.“ Allerdings mache sich aufgrund des Alters der 1994 installierten Geräte nun ein Austausch notwendig. „Schrittweise“, wie er betont. In den vergangenen Tagen sei mit der Erneuerung der Anlagen bereits begonnen worden.
Noch in diesem Jahr will die Stadt vier moderne Blitzer installieren lassen und damit Ersatz für die ausgedienten Anlagen schaffen. Im Einzelnen betrifft dies die Kreuzungen bzw. Einmündungen Christoph-Lüders-Straße/Zeppelinstraße, Zittauer Straße/Friedrich-Engels-Straße, Scultetusstraße/Nieskyer Straße sowie Zittauer Straße/Jeschkenstraße.
In den neuen Anlagen hat die Nassfilmtechnik ausgedient. Der Umstieg auf Digitalfotografie sei effektiver, effizienter und besser in der Weiterverarbeitung der Daten, erklärt Stibenz.

Den Zuschlag für die modernen Digitalblitzer hat eine Spezialfirma aus dem nordrhein-westfälischen Hilden bekommen, die ihren Ursprung in den Niederlanden, den Stammsitz seit geraumer Zeit aber in Jönköping (Schweden) hat und nach eigenen Angaben Weltmarktführer bezüglich der installierten Anlagen ist. Das Unternehmen bietet mobile Geschwindigkeitsmessgeräte in verschiedenen Ausführungen an, aber auch die von der Stadt Görlitz gewünschten Rotlichtüberwachungsanlagen. Die im Digitalzeitalter allerdings noch ein bisschen mehr können, als lediglich Fahrsünder beim Ignorieren der Rotphase festzustellen. „Die neue Technik basiert auf dem Prinzip der Weg-Zeit-Berechnung“, erklärt Stadtsprecher Stibenz. Dabei werde es möglich, neben Rotlichtverstößen auch Geschwindigkeitsübertretungen zu erfassen.
Sogar in den Nachtstunden gibt es für geschwindigkeitssüchtige Bleifußpiloten keine Entwarnung: Ist die Ampel an der betreffenden Kreuzung wegen des in dieser Zeit zu geringen Verkehrsaufkommens abgeschaltet, werden durch die moderne Technik trotzdem Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Den Fall vor Justitia anzufechten, ist praktisch aussichtslos. Denn: Jeder Verstoß wird mit zwei Fotos gerichtsfest dokumentiert.
Was die Umrüstung auf moderne Blitztechnik kostet, will die Stadt jedoch nicht preisgeben. Wulf Stibenz: „Aus vergaberechtlichen Gründen können wir zu den Kosten der Geräte keine Angaben machen.“
Nach Informationen des „Niederschlesischer Kurier“ sollen die Anlagen an den vier genannten Kreuzungen bis Ende März umgerüstet sein. Sie werden allerdings erst „scharf“ gestellt, wenn die sächsische Eichbehörde ihr Okay gegeben hat.
Die Datengewinnung erfolgt über eine in die Fahrbahn verlegte Induktionsschleife, in der sich ein magnetisches Feld bildet, über das gemessen wird. Die so erzielten Werte werden in regelmäßigen Abständen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung ausgelesen, könnten jedoch auch direkt in die Stadtverwaltung gesendet werden – was aber nicht Bestandteil der Ausschreibung war.
Offenbar aus Kostengründen werden jedoch nicht alle vier modernen Blitzer mit einer Messeinheit ausgerüstet. Die Stadt hat bei der Hildener Firma nur eine geordert, die im Wechsel bei allen Anlagen zum Einsatz kommt.

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Frank-Uwe Michel / 20.03.2017

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