28.07.2012
GROSSHARTHAU
Mehr Sicherheit durch gedimmte Laternen
KATRIN KUNIPATZ

Großharthau investiert in die Straßenbeleuchtung, sorgt so für mehr Sicherheit, spart dabei Strom und entlastet den Gemeindehaushalt.   

Erst vor wenigen Tagen entschied der Großharthauer Gemeinderat, die stolze Summer von 60.000 Euro in die Hand zunehmen. Soviel kostet die Umrüstung der insgesamt 300 Straßenlaternen in der Gemeinde und den Ortsteilen. Insgesamt 70 Prozent – 42.000 Euro – werden gefördert. Damit entfallen noch 18.000 Euro, die aus dem Gemeindehaushalt bezahlt werden müssen. Eine Summe, die Bürgermeister Jens Krauße in den kommenden drei Jahren durch eingesparte Energiekosten ausgleichen will.
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Bisher versucht die Gemeinde Großharthau, durch das Ausschalten einzelner und zum Teil auch aller Straßenlaternen in den Abend- und Nachtstunden steigenden Kosten für die Beleuchtung in den Griff zu bekommen. Doch dies stehe dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger entgegen, weiß Jens Krauße.

Schon zum Jahresende sollen die Straßenlaternen in Großharthau gedimmt die Wege beleuchten. Das bedeutet mehr Sicherheit für die Bürger, weil alle Lampen die ganze Nacht an bleiben können. | Katrin Kunipatz

Anfang des Jahres kam die Idee auf, dass jeder per Handy die Straßenlaternen auf seinem Heimweg einschalten könne. "Dies ist einerseits zu kompliziert und nicht jeder hat immer ein Handy dabei", erklärt der Bürgermeister. Neben der Gefahr des Missbrauchs würde das An- und Abschalten den Natriumdampflampen auf Dauer nicht gut bekommen. Auch andere technische Aspekte sprechen gegen diese Variante. Die Idee LEDs als Leuchtmittel einzusetzen, die sehr wenig Strom brauchen, um sehr helles Licht zu erzeugen, scheitert an den hohen Kosten.

Doch wie wäre es, wenn zwar alle Straßenlaternen leuchten, aber eben nicht mit voller Leistung. Vielleicht kann man dann im Schein der Laterne kein Buch mehr lesen, den Heimweg findet man trotzdem. Die Firma DimmLigth aus Zerbst hat eine Technik entwickelt, um übliche Straßenlaternen zu dimmen, also in der Helligkeit zu regeln. Dazu müssen an den Laternen und der Stromversorgung einige Änderungen vorgenommen werden, damit die Lampen bei weniger Strom nicht ausgehen.

Rund 30 Arbeitstage veranschlagt DimmLight für den Umbau. Danach kann sofort mit dem Energiesparen begonnen werden. Bürgermeister Krauße erklärt, dass die Straßenlaternen dann nicht mehr mit voller Leistung, sondern um 30 Prozent gedimmt leuchten werden.


"Ein Unterschied, den das menschliche Auge nicht bemerkt", berichtet er. "In der Nacht sind alle Lampen an – wenn auch gedimmt um 67 Prozent – die nächtliche Dunkelphase gibt es nicht mehr."

Insgesamt rechnet der Bürgermeister mit einer jährlichen Einsparung von rund 5.700 Euro gegenüber der aktuellen zeitgesteuerten Aus- und Einschaltung der Straßenlaternen. Ein Vorhaben, das der Gemeinderat einstimmig unterstützt. Die Ausschreibung hat jetzt begonnen. Noch bis Jahresende könnte die Umrüstung erfolgt sein, schätzt Krauße. In Lohsa, Görlitz und Zittau sind ähnliche Anlagen bereits im Einsatz.

Der Lohsaer Bauamtsleiter Wolfgang Tietze ist sicher, dass die Gemeinde vor einem Jahr die richtige Entscheidung getroffen hat. Nach einer Probephase werden in fünf der 15 Lohsaer Ortsteile seit Anfang Dezember 2011 die Straßenlaternen gedimmt. "Beschwerden von Bürgern gab es bisher keine", so Tietze. Er bestätigt auch, dass Helligkeitsunterschiede bei 20 Prozent Dimmung nicht zu spüren sind. Zufrieden seien die Bürger, weil jetzt auch nachts immer eine kleine Funzel brennt, statt der bisher nötigen Teilabschaltung.


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