12.04.2012
GÖRLITZ
Sparkasse stellt den Aufschwung fest
UWE MENSCHNER

Michael Bräuer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, kann eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2011 ziehen. | Uwe Menschner

Eine positive Bilanz für das zurückliegende Geschäftsjahr 2011 kann die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien ziehen. Die Bilanzsumme stieg um 500 Millionen Euro und liegt jetzt bei fast 2,6 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss ist von 4,1 auf 4,5 Millionen Euro angewachsen.

"Nachdem das Jahr mit einigen schweren Verwerfungen startete, entwickelte sich die Wirtschaft in Deutschland sehr positiv. Davon konnten auch wir profitieren", erklärt der Vorstandsvorsitzende Michael Bräuer. Die Unternehmen im Landkreis Görlitz investierten wieder mehr – dies spiegelte sich bei der Kreditvergabe an Firmen und Selbstständige wider, die von 65 auf 76 Millionen Euro anwuchs. Insgesamt liegt der Kreditbestand jetzt bei 714 Millionen Euro (im Vorjahr: 690 Millionen Euro.)
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Konsumfreude nimmt zu

Der Anstieg der Bilanzsumme um 500 Millionen Euro macht sich beim Gesamtbestand erst in der vierten Nachkommastelle bemerkbar. "Der Konsum spielt im Vergleich zum Sparen wieder eine größere Rolle, sonst wäre der Anstieg sicher stärker ausgefallen", meint hierzu Michael Bräuer. Daneben stellt er noch weitere Trends fest, die auf eine optimistischere Erwartungshaltung hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung hindeuten: Bei Geldanlagen werde die Rendite wieder zunehmend höher gewichtet als die Sicherheit, und kurzfristigere Anlagen sind stärker gefragt als langfristige.

Filialen schließen

Allerdings herrscht beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 nicht eitel Sonnenschein: "Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung kommen wir nicht umhin, mehrere Filialen zu schließen", so Michael Bräuer. Dazu zählen die Standorte Weißwasser-Wasserturm, Klitten, Görlitz-Landeskronstraße und Löbau-Süd. "Wir sind bestrebt, ortsnahe Alternativen anzubieten, beispielsweise Bargeldagenturen oder unsere rollende Filiale", versichert der Vorstandschef. Die Mitarbeiter würden in nahe gelegenen Filialen eingesetzt, betriebsbedingte Kündigungen schließt Bräuer aus. Insgesamt verringerte sich die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zu 2010 von 685 auf 649.

Engagement in der Region

Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien engagiert sich nach wie vor als Sponsor und Spender für regionale Projekte und Initiativen. Dafür stellte sie 2011 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem erhöhte sie das Kapital ihrer Stiftung um eine auf 7,5 Millionen Euro. Die Zinsen kommen ebenfalls regionalen Projekten zugute. Vom Engagement der Sparkasse profitierten unter anderem das DRK Weißwasser, die Freie Mittelschule Boxberg und der Eissport in Weißwasser. Hinzu kommt ein Gewerbesteuervolumen von insgesamt 6,5 Millionen Euro, das an die Kommunen im Geschäftsgebiet fließt (Vorjahr: 3 Millionen Euro.) Eine Ausschüttung an die Gesellschafter (Landkreis und Stadt Görlitz) ist geplant, die Höhe steht aber noch nicht fest.

Wettbewerbsverzerrung

Sorge bereitet Michael Bräuer, dass "mit Staatsgeld aufgepäppelte Großbänken sehr aggressiv am Markt agieren", und benennt auf Nachfrage konkret die Commerzbank. "Es stellt aus unserer Sicht eine Wettbewerbsverzerrung dar, dass die eingesetzten Steuergelder für die Durchsetzung unrealistischer Konditionen am Markt genutzt werden", betont der Vorstandschef. "Hier ist die Politik gefragt." 


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