Görlitz wird noch musikalischer. Zumindest ein Teil davon. Der Grund: Neue Lausitzer Philharmonie und das deutsch-polnische Jugendsinfonieorchester der Musikschule Johann Adam Hiller gehen eine Partnerschaft ein.
Görlitz. Solo-Trompeter Octavian Ursu engagiert sich schon seit einigen Jahren für die nachrückende Görlitzer Musiker-Generation. Auch viele seiner Kollegen von der Neuen Lausitzer Philharmonie haben ihr Herz längst für den Nachwuchs entdeckt. Das Lausitzer Blechbläser Ensemble spielte zum Beispiel eine CD mit Weihnachtsliedern ein, deren Erlös dem deutsch-polnischen Kindergarten in Zgorzelec, dem Kinderkultur-Café Camaleón Görlitz und der Evangelischen Grundschule der Neißestadt zu Gute kam.
Etwa 20 Philharmoniker geben aber auch ihr Wissen weiter – so wie Octavian Ursu, der als Vorsitzender des Musikschulvereins diese Kooperation außerordentlich begrüßt. "Das ist ein Geben und Nehmen. Die Kinder werden von Profis unterrichtet, die in der Praxis stecken. Da bekommt man schon den einen oder anderen Kniff mit." Für die Musiker sei es hingegen "einfach schön, die Entwicklung der jungen Talente voranzutreiben und zu fördern". Denn: "Da sind immer wieder wirklich Gute dabei, die es vielleicht noch weiter schaffen können."
Auf Initiative des Solo-Trompeters hat die Zusammenarbeit jetzt eine neue Stufe erreicht: Eine so genannte "tutti pro"-Orchesterpatenschaft zwischen der Neuen Lausitzer Philharmonie und dem Jugendsinfonieorchester Görlitz/Zgorzelec, anerkannt durch die Deutsche Orchestervereinigung und den Verband Jeunesses Musicales Deutschland, soll das Miteinander noch intensivieren. Ziel sind gemeinsame Konzerte.
Bis es soweit kommen kann, ist noch einiges an Vorarbeit nötig. Die Schüler sollen zu Proben der Philharmonie eingeladen werden, die Besten will man sogar aktiv an den Proben beteiligen. Um schließlich irgendwann zusammen aufzutreten. "Damit erreichen wir eine völlig neue Qualität", freut sich Octavian Ursu, der die Görlitzer Talente insgesamt auf einem guten Weg sieht.





