12.02.2012
GÖRLITZ
Füchse nur noch knapp über'm Strich
CARSTEN MAHLMANN

Der Vorsprung vor der unteren Tabellenregion ist geringer geworden. Doch mit Kampfgeist und Glück, aber auch viel Können halten sich die Eishockey-Füchse aus Weißwasser derzeit im Mittelfeld der Zweiten Bundesliga.

Mit einem Gag leitete Weißwassers Stadionsprecher Branko Frischke die Pressekonferenz nach dem 5:4-Sieg nach Verlängerung der Gastgeber gegen Spitzenreiter Landshut Cannibals ein: "Die Lausitzer Füchse haben mit dem Herzzentrum in Cottbus einen Sponsorenvertrag abgeschlossen. Für jeden Herzpatienten, den Weißwasser bringt, gibt es 200 Euro. Damit kann sich der EHC in einem Jahr vielleicht Sidney Crosby leisten." Sehr viele Lacher produzierte der Spaß nicht. Noch zu sehr waren die Zuhörer mit sich selbst und damit beschäftigt, den Puls wieder herunterzufahren.
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Eine Woche nach dem erst vier Sekunden vor der Schlusssirene sichergestellten 6:5-Erfolg über Kaufbeuren strapazierten die Blau-Gelben die "psychische Belastbarkeit" ihrer Anhänger erneut bis auf das Äußerste. Denn gegen die Niederbayern egalisierte der EHC erst ein 0:3, steckte dann das 4:3 des Tabellenführers drei Minuten vor Schluss weg und kam bei herausgenommenem Torwart in der 59. Minute noch zum Remis, um in der Verlängerung dann sogar den Zusatzpunkt zu sichern. Allerdings ist zu befürchten, dass die Schlussphase der Zweitliga-Hauptrunde für die Füchse-Fans kaum herzschonender werden wird.

Denn – gleichfalls wie vor Wochenfrist – konnten die Cracks von Dirk Rohrbach die daheim gewonnen Zähler nicht veredeln. Setzte es da auswärts ein 2:5 beim SC Riessersee, ließen die Ostsachsen diesmal die Punkte beim 1:4 bei den Hannover Indians liegen. So schrumpfte der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrundenplatz (Rang 9) wieder auf nur noch sechs Zähler. Es scheint so, als sollten "Krimiliebhaber" im Fuchsbau ganz sicher auf ihre Kosten kommen. "Im Defensivverhalten haben wir zurzeit das eine oder andere Problem", hat Trainer Dirk Rohrbach ausgemacht.

Immerhin 18 Gegentreffer kassierten die Weißwasseraner in den letzten vier Spielen. Und da trotz der Erfolge gegen Kaufbeuren oder Landshut immer offenkundig ist, wie schwer sich der EHC beim Toreschießen tut, ist der Aufwand, um die Treffer der Kontrahenten zu egalisieren, sehr hoch und kräftezehrend. So wird angesichts des kleinen Kaders die Play-off-Qualifikation auch zu einer Kraftfrage. "Aber wir wissen ja, dass wir zurückkommen können. Die Mannschaft gibt nie auf und erarbeitet sich das Glück. Das macht mich stolz", beschreibt der Oberfuchs das "Innenleben" von sich und seinen Jungs.

Die waren in Hannover lange Zeit die bessere Mannschaft, scheiterten aber einmal mehr an der schlechten Chancenverwertung. Weil der Vorjahresmeister EV Ravensburg mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen mit Vehemenz aus den Rängen, die die Teilnahme an der Abstiegsrunde bedeuten, nach oben strebt, ist anzunehmen, dass dafür eine Mannschaft, die aktuell auf den Tabellenplätzen zwischen drei und acht rangiert, noch nach unten abrutschen müsste. Mittendrin: Weißwasser als Sechster!

Für Spannung im Fuchsbau ist also definitiv gesorgt, wenn am Freitag ab 19.30 Uhr der Sportbund Rosenheim in der Lausitz gastiert und die Füchse am Sonntag, 12. Februar, nach Heilbronn reisen müssen. Übrigens: Gegen die Falken hieß es zuletzt in Weißwasser 2:6. Davor bei den Schwaben ging der EHC gar 0:10 unter!


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