18.02.2012
BISCHOFSWERDA
Neue Trainerin rettet VfB-Handballfrauen
HANS-GEORG BURKHARDT

Angela Wohlrab ist seit Herbst die neue Trainerin beim VfB 1999 Bischofswerda | Burkhardt

Seit einem halben Jahr steht Angela Wohlrab beim VfB an der Seitenlinie. Als Trainierin übernahm sie kurzfristig und im Rückblick auch erfolgreich die Leitung der ersten Handball-Frauenmannschaft. Bis zum Sommer 2011 lief beim Verein für Ballsportarten (VfB) 1999 Bischofswerda alles nach Plan. Die Kinder-, Jugend- und Nachwuchsarbeit wurde unter Leitung von Lutz Sahre vorbildlich organisiert und durchgeführt.

Der Trainings- und Wettkampfbetrieb der zweiten Mannschaften im Erwachsenenbereich lief reibungslos ab. Und das Flaggschiff, die 1. Frauenmannschaft, erkämpfte sich unter Leitung von Trainer Stefan Herzog den fünften Rang in der höchsten Spielklasse Sachsens, der Sachenliga. Diese heile Welt geriet plötzlich ins Wanken. Unerwartet legte der Trainer der 1. Frauenmannschaft zum Ende der Saison 2010/11 sein Amt nieder und wechselte zum HC Rödertal. Die Sachsenliga-Mannschaft stand fast über Nacht ohne Trainer da und dies gerade in der wichtigen Vorbereitungsphase für die neue Spielsaison.
ANZEIGE



Zu diesem Zeitpunkt einen neuen Trainer zu finden, war ein schwieriges Unterfangen. Groß waren die Anstrengungen, die die Vereinsführung unter Leitung von Henry Reißig unternahm. Den Bischofswerdaern kam ein für den sächsichen Sport eher unglücklicher Umstand gut zu pass: Riesa reduzierte die Sportförderung für Clubs und Vereine der Stadt. Mit der Folge, dass viele Leistungsbereiche des Handballs in Riesa wegrationalisiert wurden. Hoch qualifizierte Trainer und Übungsleiter standen potenziell für andere Vereine zur Verfügung.

Der Schiebocker Verein nutzte seine Chance. Gespräche mit Angela Wohlrab, der Frauen-Trainerin der Riesaer Sachsenligamannschaft, wurden geführt. Sie sagte zu, in der Saison 2011/12 die Frauen-Sachenligamannschaft des VfB 1999 zu trainieren. Und so wechselte Angela Wohlrab im Herbst vom SC Riesa zum VfB 1999 Bischofswerda. Sie hat als Diplomsportlehrerin bei der DHFK Leipzig abgeschlossen. Zusätzlich hat sie durch Weiterbildungsmaßnahmen Qualifikationen im sporttherapeutischen Bereich sowie im Marketing- und Managementsegment erworben.

Sie ist im Besitz der Trainer-B-Lizenz und seit 1996 Übungsleiterin im Bereich Frauen-Handball. In der Zeit von 2000 bis 2009 war sie tätig als Co-Trainerin/ Teammanagerin der "Elbehexen Riesa", welche damals in der Regional bzw. 2. Bundesliga spielten. Als Mitglied der Abteilungsleitung Handball des SC Riesa war sie für den weiblichen Nachwuchsbereich verantwortlich. Von 2008 bis 2011 trainierte sie die Frauenmannschaft SC Riesa 2, in der Verbands- und Sachsenliga. Sie ist Mitglied des Lehrstabes des Handball-Verbandes-Sachsen und verantwortlich für die Ausbildung von Handball-Trainern.

Die Startbedingungen beim VfB 1999 Bischofswerda waren für Trainerin Angela Wohlrab nicht optimal. Die für die Spielsaison extrem wichtige Vorbereitungsphase war aus zeitlichen Gründen nicht mehr realisierbar. Und trotzdem musste es gelingen die Mannschaft taktisch und konditionell auf die neue Saison vorzubereiten. Weiterhin galt es Unruhe und Unsicherheit abzubauen, die durch das abrupte und für viele auch recht überraschende Weggehen von Trainer Herzog entstanden war.

Es galt die Frauen wieder zu einem Team zu formen, um als Mannschaft die Herausforderungen der bevorstehenden Saison meistern zu können. Eine Schonfrist oder gar eine Einarbeitungszeit gab es für Wohlrab nicht. Die ersten Punktspiele standen unmittelbar bevor, Entscheidungen mussten getroffen werden.
Mit ihrer ganzen Erfahrung und vollem Engagement, viel Fingerspitzengefühl und Konsequenz gelange es der neuen Trainerin in den zurückliegenden Monaten, die Mannschaft wieder zusammenzufügen. Spieldurchführung aber auch Spielfreude haben sich stark verbessert und ein positiver Ausgang dieser Sachsenliga-Saison ist absehbar.

Es gibt noch einen Punkt, der das VfB-Sachsenliga-Team stark beeindruckt: Angela Wohlrab weiß nur zu gut, dass die Frauen der Mannschaft in Beruf und Familie eingebunden sind. Sie weiß um die enorme Doppelbelastung und berücksichtigt dies auch im Trainings- und Wettkampfbetrieb. Dieses Verständnis hat sicherlich auch wesentlich zur Steigerung der Spielfreude, der Leistungsbereitschaft und zum sehr guten Klima zwischen Trainerin und Mannschaft beigetragen.


Meistgeklickt


Großinvestor kommt nach Kodersdorf
Mit dem Leichtmetallfelgenhersteller Borbet hat die Gemeinde Kodersdorf einen weiteren Großinvestor "an Land" gezogen. Auf einer Fläche von 12... mehr

Auf 400 Kilometern gegen das Vergessen
Mit dem Rad von Bautzen nach Auschwitz. Der Süßwarenfacharbeiter Mario Dittebrand plant und trainiert für die über 400 Kilometer lange Tour. Er will... mehr

2. Platz für den Verein "Augen auf"
Der Verein "Augen auf e.V."  ist in Frankfurt mit dem 2. Platz des Integrationspreises des Weltmeisterverbandes DFB geehrt worden. Der Preis ist mit... mehr

Westufer: Bürger vermissen Debatte
Bei der nächsten Sitzung des Planungsverbandes Berzdorfer See am 30. März gibt es mehrere interessante Punkte – unter anderem auch einen... mehr

Pneumant-Reifen sind zurück in den Regalen
Der ehemalige Ost-Reifen Pneumant rollt wieder. Seit 1995 gehört die Marke zum Goodyear-Dunlop Konzern... mehr

Öfter einkaufen auch Sonntags?
mit 10 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In unserer zurückliegenden Umfrage wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Buchholz stellt sich erneut der OB-Wahl
mit 1 Kommentar

Die Politik in der Stadt am Berge kann möglicherweise kontinuierlich fortgeführt werden – wenn es denn die Wähler am 7. Juni so wollen. Löbaus... mehr

Auf 400 Kilometern gegen das Vergessen
mit 1 Kommentar

Mit dem Rad von Bautzen nach Auschwitz. Der Süßwarenfacharbeiter Mario Dittebrand plant und trainiert für die über 400 Kilometer lange Tour. Er will... mehr

Größter Wunsch: Fahrzeug für Ausflüge mit Marie
mit 65 Kommentaren

Die Familie möchte mit der schwerstkranken Marie mehr Ausflüge machen und braucht dafür Hilfe. Ideal wäre ein Fahrzeug... mehr

Waldmensch Öff! Öff! zu Gast in der Olaf Schubert-Show
mit 56 Kommentaren

Der Smalltalk zwischen diesen beiden Typen kann ja heiter werden. Jürgen Wagner,  alias Waldmensch Öff! Öff!... mehr


Anzeige
Frage der Woche
In der neuen Umfrage geht es um den verkaufsoffenen Sonntag. In einigen Städten wird derzeit heftig diskutiert, ob es mehr verkaufsoffene Sonntage im Jahr geben sollte. In Görlitz hat der Stadtrat drei Daten festgelegt, an denen die Bürger auch sonntags einkaufen können. In Bautzen werden in diesem Jahr lediglich am 20. Dezember auch sonntags die Geschäfte offen sein. Nun wollen wir wissen, wie Sie zu dem Thema stehen. Brauchen wir mehr verkaufsoffene Sonntage in der Oberlausitz?





Webcam Bautzen
Bautzen - Kornmarkt

Vor dem Jahr 1999 stand an dieser Stelle ein Hochhaus mit 13 Etagen. Nach dessen Rückbau wurde die Fläche mehrere Jahre als Parkplatz genutzt. Seit wenigen Wochen nun befindet sich hier ein imposanter Gebäudekomplex mit rund 5.500 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Geschäfte und Wohnungen.