19.02.2012
BAUTZEN
Sonne, Safari und ein neues Berufsschulzentrum
UWE MENSCHNER

Zurzeit noch mit dem Finger auf der Landkarte: Im April fliegt Oliver Pischke selbst nach Tansania, um zu sehen, was mit den bei GenialSozial erarbeiteten Geldern geschehen ist. | Uwe Menschner

Tansania – für die meisten klingt das nach Sonne, Strand, wilden Bergen, Safari und Exotik. Für Oliver Pischke klingt es in erster Linie nach sozialem Engagement.

Der Bautzener Schüler wird am 6. April ein Flugzeug besteigen, das ihn in das Land an der ostafrikanischen Küste bringt. Gemeinsam mit ihm reisen noch zwei weitere Schüler aus dem Freistaat Sachsen. Alle drei haben etwas gemeinsam: Sie engagieren sich bereits seit Jahren und besonders aktiv für die Aktion "GenialSozial."
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"Bei GenialSozial arbeitet man einen Tag lang in einem Betrieb und spendet das erarbeitete Geld für ein soziales Projekt" erklärt Oliver, der das  Philipp-Melanchthon-Gymnasium besucht. "Dies kann gleich 'um die Ecke', aber auch in einem anderen Land oder gar auf einem anderen Kontinent beheimatet sein."

Beispielsweise in Tansania – wo GenialSozial-Mittel in den Aufbau eines Berufsschulzentrums mit angeschlossenem Internat flossen. Und da die Jugendlichen sehen sollen, dass das von ihnen erarbeitete Geld tatsächlich nützlichen Projekten zugute kommt, erhalten einige von ihnen die Gelegenheit, das Entstandene mit eigenen Augen zu betrachten.

Für Oliver Pischke ist es nicht das erste Mal, dass er ohne seine Eltern verreist - bislang beschränkte sich dies jedoch auf Deutschland oder (mit der Klasse) Europa. "Vor so einer großen Reise - zumal sie auch noch auf einen anderen Kontinent führt - ist man schon ziemlich aufgeregt", bekennt er.

Mit Tansania verbindet der junge Bautzener in erster Linie die Vorstellung von "wunderschönen Safari-Parks", von denen er zumindest einen mit eigenen Augen sehen und erleben will. Auch ein Ausflug in den Meru-Nationalpark am Fuße des Kilimandscharo steht auf dem Programm. Den Indischen Ozean hingegen wird er wohl nicht sehen – "unser Aufenthaltsort befindet sich weit im Landesinneren."

Hauptziel der Reise ist ja auch, dass die Jugendlichen sehen, welche Früchte ihr Engagement getragen hat. Daraus sollen sie neue Motivation schöpfen und diese auf ihre daheim gebliebenen Altersgenossen übertragen. "Andere dafür zu motivieren, ist recht schwierig", räumt Oliver ein, der selbst seit der 8. Klasse für Genialsozial "jobbt." Seinen eigenen Antrieb findet er darin, "dass meine Arbeit anderen hilft und dass man dabei auch noch in verschiedene Berufsfelder hineinschnuppert." Der oftmals angegebene Grund, "dass man an diesem Tag schulfrei hat", spielt für Oliver hingegen nach eigenem Bekunden keine entscheidende Rolle.

Doch auch andersherum ist es gar nicht so einfach, Firmenchefs zu finden, die sich von der "GenialSozial"-Idee begeistern lassen. Oliver erinnert sich noch gut an die "Ochsentour", als er gemeinsam mit Klassenkameraden von Firma zu Firma eilte, um einen Arbeitsplatz zu bekommen. "Mittlerweile ist das jedoch Routine geworden", lächelt er. Dies gelte im Übrigen auch für die Lohnverhandlungen. Immerhin gibt es jetzt mit "Jobprofile" eine Internetplattform, auf der Firmen ihre Angebote einstellen können.

 "Hingehen und sich vorstellen muss aber natürlich immer noch jeder selbst", betont Oliver Pischke. Aufgeregt ist übrigens nicht nur er selbst, sondern auch seine Mutti Sabine Pischke: "Ich freue mich natürlich mit Oliver, werde aber auch froh sein, wenn er wieder da ist." Vor allem jedoch sei sie stolz auf ihren Sohn und sein soziales Engagement.


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