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Theatergenuss, auch wenn man nichts hört

Theatergenuss, auch wenn man nichts hört

In der Neugersdorfer Theaterscheune konnten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte Niesky im vergangenen Jahr einen wunderbaren Kulturgenuss erleben. Den wünschen sie sich natürlich auch bei der Veranstaltung am 11. Juni. | Foto: Archiv/p

Niesky. Was tun Sie, wenn Sie im Theater gar nichts verstehen? Können Sie sich erlauben, die Vorstellung zu unterbrechen? Hörgeschädigte haben oft das Problem, außen vor zu sein bei dem, was sich auf der Bühne abspielt. Ein ganz besonderer Theaterbesuch soll jedoch Abhilfe schaffen und bald wieder zum Kunstgenuss werden.

Immerhin veranstaltet die Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte Niesky am Samstag, 11. Juni, zum zweiten Mal einen Theaternachmittag für diese Personengruppe in Neugersdorf. Dort gibt es die TheaterScheune, die sich auf dieses spezielle Publikum gut eingestellt hat. Zuvor ist ab 10.30 Uhr – ganz nach Wunsch – eine Besichtigung der „Alten Mangel“ in der Georgswalder Straße 1 in Ebersbach möglich. Der Einlass in die TheaterScheune beginnt dann um 14.45 Uhr, die Vorstellung mit dem Titel „Ich bin so wild auf diesen Augenblick“ startet 15.30 Uhr.

In der Neugersdorfer Kultureinrichtung können auch Hörgeschädigte Kunst richtig entspannt genießen. Das stellten die Nieskyer schon bei ihrem ersten Besuch fest. In der TheaterScheune bieten Dietmar Blume und sein Team in einem ausgebauten und rekonstruierten, ursprünglich als Probebühne vorgesehenen, unscheinbaren Nebengebäude Kultur auf dem Lande an.

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Der Besuch der „Schlappohren“ – also Schwerhörige, Ertaubte und Gehörlose – stellte im vergangenen Jahr eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Zwei Gebärdendolmetscher und eine FM-Anlage mit drahtloser Hörtechnik standen zur Verfügung. Die Resonanz auf die Vorstellung war trotz einer kleinen technischen Panne so gut, dass sich alle Beteiligten sofort einig waren: Eine solche Theater-, Kino- oder andere kulturelle Veranstaltung, in der auf die Bedürfnisse dieser speziellen Personengruppe eingegangen wird, wäre öfter wünschenswert.
Nun also folgt Besuch Nummer zwei in der Neugersdorfer TheaterScheune. Und die Vorfreude bei den Hörgeschädigten ist verständlicherweise groß. Wer sich der Selbsthilfegruppe bei ihrem Ausflug nach Neugersdorf anschließen möchte, sollte schnellstmöglich mit Ines Reimann (SMS: 0173/5 87 62 46; Fax: 03588/20 59 12; E-Mail: reimann.ny@gmx.de) oder Regina Böhm (E-Mail: boehm-regina@web.de) Kontakt aufnehmen.

Bei dem Stück „Ich bin so wild auf diesen Augenblick“ mit Texten von Francois Villon ist Dietmar Blume wieder „solo“ unterwegs. Mit Sopran-Saxophon sowie außergewöhnlichen Spiel- und Animationsideen. Das Leben – ein Strohfeuer? Leben und Liebe? Kurze Augenblicke voller Intensionen? Villons spätmittelalterliche Texte: verstaubt und überlebt? Nicht bei Blume.

Hoffnungen, Erotik, Ängste kommen so klar, so modern, dass eine Frage im Raum schwebt: Wenn Villons Texte heute wie im Mittelalter so intensiv unsere Seele berühren können, was haben wir in den letzten Jahrhunderten gelebt, worin unterscheiden wir uns heute?

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Redaktion / 09.06.2016

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