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Vergessener Schatz wartet auf eine zweite Chance

Vergessener Schatz wartet auf eine zweite Chance

Wartet auf seine Sanierung: das Herrenhaus in Zschillichau. Die Dorfbewohner nennen es auch liebevoll ihr Schloss. Foto: RK

Großdubrau. Bürgermeister Lutz Mörbe kann bei diesem Anblick nur mit dem Kopf schütteln. Gemeinsam mit Anwohnern stellt er sich seit Längerem immer wieder die gleiche Frage: Wann nur wird dem Herrenhaus auf dem Gelände eines ehemaligen Rittergutes im Ortsteil Zschillichau wieder neues Leben eingehaucht? Der in Berlin lebende Eigentümer und Sohn eines Unternehmerehepaares ist zwar den Angaben zufolge im stetigen Kontakt mit der Gemeinde und hat auch mehrmals Sanierungsarbeiten an dem aus dem 19. Jahrhundert errichteten Gebäude in Aussicht gestellt. Allerdings passierte bis dato nichts. „Vor Ort ließe sich ohne Weiteres betreutes Wohnen etablieren“, meint das Gemeindeoberhaupt. Lutz Mörbe lässt seinen Blick durch den verwilderten Park auf der Rückseite des Herrenhauses schweifen. „Wenn hier mal richtig aufgeräumt würde, ließe sich auf der rund anderthalb Hektar großen Fläche eine wundervolle Anlage schaffen – mit Wegen, so wie es ursprünglich der Fall war.“ Doch ob dieser Traum einmal für die Zschillichauer in Erfüllung geht, ist mehr als fraglich. Derzeit sieht nichts danach aus. Auch weil der Eigentümer bislang für sich einen Weiterverkauf ausschloss. „Es ist sehr ärgerlich. Uns sind, was diese Immobilie anbelangt, die Hände gebunden“, betonte der Bürgermeister in Hinblick darauf, dass es durchaus Interessenten mit einem entsprechenden Nutzungskonzept gäbe, die das Anwesen gern erwerben würden. Im Fall einer Sanierung, überschlug der Bürgermeister in seinem Kopf, wären mindestens eine halbe bis eine Million Euro notwendig, um aus Zschillichaus Ursprung wieder ein Schmuckstück zu machen.

Rückblick: Bis 1998 hielt die Kommune ihre Hände über das Areal. Dann wanderte es von einem Privateigentümer zum nächsten. Außer einer Dachsanierung ist seitdem nichts passiert. Ein Nachbar berichtet davon, dass bis zum ersten Verkauf noch eine ältere Dame in dem Gebäude gewohnt habe. Die anderen Mieter seien bereits vorher ausgezogen. Geprägt wurde das Gelände in früheren Jahren von einem größeren Agrarbetrieb. Noch heute sind Spuren dieser Zeit zu finden. Vor Ort befand sich unter anderem ein Kälberstall.

Roland Kaiser / 21.12.2017

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