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Weitere Millionen 
für die Synagoge

Weitere Millionen 
für die Synagoge

Ein Bild von der Weihe der Görlitzer Synagoge im Jahr 1911. Bis 2019 soll das einstige Gotteshaus fertig saniert sein. Foto: Ratsarchiv Görlitz

Die Sanierungsarbeiten in der ehemaligen Görlitzer Synagoge werden auch künftig finanziell unterstützt. Jetzt gab es eine Förderung von 1,5 Millionen Euro aus dem sächsischen Kunstministerium.

Görlitz.
Sachsens Kunstministerium fördert die Sanierung der ehemaligen Synagoge in Görlitz mit 1,5 Millionen Euro aus Mitteln der allgemeinen Kulturpflege. Die Landesgelder sind Voraussetzung für eine Bundesförderung von ebenfalls 1,5 Millionen Euro. Land und Bund beteiligen sich zu gleichen Teilen an den Gesamtkosten von über 3,7 Millionen Euro. Die Stadt Görlitz steuert mehr als 300.000 Euro bei. Daneben sind Mittel der Altstadtstiftung Görlitz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung Bestandteil der Finanzierung. Die Mittel dienen der denkmalgerechten Sanierung des Gebäudes und der technischen Vorbereitung für eine künftige Nutzung als kulturelle Einrichtung.

Durch die Landes- und Bundesförderungen in den zurückliegenden Jahren sowie die nunmehr bewilligten Fördermittel besteht nach rund 80 Jahren ungeklärten Umgangs mit der ehemaligen Synagoge die Möglichkeit, die Gesamtsanierung des Gebäudes nach aktuellen restauratorischen und technischen Standards abzuschließen und das Gebäude mit zeitgemäßer Ausstattung als Veranstaltungsort in Betrieb zu nehmen. Kunstministerin Eva-Maria Stange: „Die neue Nutzung wird in einer dem einstigen Zweck des Gebäudes angemessenen Weise erfolgen. Das Spektrum kann von Schülertheatervorstellungen über Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Lesungen, Workshops, Tagungen, Konzerte bis zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt reichen.“

Die Synagoge in Görlitz wurde 1909 bis 1911 erbaut und im März 1911 eingeweiht. Sie stellt mit ihrer kubischen und geschlossenen Form, ihren monumentalen Proportionen, der klaren Gliederung in Funktion und Architektur eine der bedeutendsten Synagogenbauten in Deutschland dar. Das Gebäude überstand als einziges auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen die Pogromnacht 1938. Seitdem geriet die Synagoge jedoch mehr und mehr in Vergessenheit und verfiel zusehends.

Nach der deutschen Wiedervereinigung rückte die Synagoge ins Bewusstsein der Öffentlichkeit von Stadt und Land. Das Engagement von Görlitzer Bürgern führte zum Erhalt dieses bedeutenden Bauwerkes. Im Jahr 2012 wurde es als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Ab dem Jahr 1991 erfolgten in einer Vielzahl von Bauabschnitten elementare Sicherungsarbeiten zum Erhalt der Bausubstanz sowie Restaurierungsarbeiten in den hochwertigsten Räumen des Gebäudes.

Die Stadt Görlitz beabsichtigt, das ehemalige jüdische Gotteshaus ab 2019 als Veranstaltungs- und Begegnungszentrum „Kulturforum Görlitzer Synagoge“ zu nutzen und das Gebäude damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese ist zwischen der Stadtverwaltung und der Jüdischen Gemeinde Dresden abgestimmt. Die Bildung einer jüdischen Gemeinde in Görlitz ist nach derzeitigem Stand in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Redaktion / 05.09.2017

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