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Aktuelle Situation 
in den Schulen

Aktuelle Situation 
in den Schulen

Da immer mehr Lehrer an den hiesigen Schulen fehlen, sind sogar die Schüler auf die Straßen gegangen und haben ihre Meinung kundgetan. Foto: SL

Das laufende Schuljahr hat wieder mit einigen Problemen begonnen. Es fehlt weiterhin an Lehrern und viele Fehlstunden sind zu beklagen. Auch die Schulbehörde ist zeitweise rat- und machtlos.

Bautzen. „Wir haben für den Schuljahresbeginn unser Bestes gegeben, um die Zahl an fehlenden Lehrern so gut es geht zu minimieren, haben 135 neue Lehrer einstellen können“, erklärt Angela Ruscher von der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Bautzen. Insgesamt 163 Stellen kann die Agentur besetzen, aber es fehlt nach wie vor an Bewerbungen. Aus diesem Grund wurde entschieden, dass sich auch Quereinsteiger um die Stelle als Lehrer bewerben können. „Natürlich müssen sie einen Uni- oder Fachhochschulabschluss haben, nur dann sind sie zum Lehrer qualifizierbar. Sie müssen auch bereit sein, sich pädagogisch zu qualifizieren. Außerdem wurde ein spezielles Fortbildungsprogramm für die Seiteneinsteiger aufgelegt, das diese parallel zu ihrer Arbeit an den Schulen absolvieren können. In den Kollegien werden den Seiteneinsteigern außerdem erfahrene Lehrer als Mentoren zur Seite gestellt,“ erklärt Angela Ruscher. Insgesamt 89 Prozent der Neuanstellungen im Oberschulbereich sind Quereinsteiger, wie Angela Ruscher berichtet, so die aktuellen Zahlen.

Das größte Problem, mit dem die Schulbehörde und auch die Bildungsagentur bereits seit einigen Jahren zu kämpfen hat, ist, dass es massiv an Lehrernachwuchs mangelt. „Es kommen einfach nicht genügend Lehrer nach und wenn, dann wollen sie oft nicht hier in der Oberlausitz bleiben, sondern gehen in die Großstädte wie Dresden oder Leipzig, oder ganz in die alten Bundesländer, wo die Verdienstmöglichkeiten natürlich auch besser sind“, erklärt die Pressereferentin. „Wir sind, was Lehrer angeht an der Grenze und haben kaum noch einen Puffer. Gerade jetzt, wenn die Zeit der Ausfälle durch Erkältungen ansteht, wird es wirklich eng. Aber für kurzfristige Ausfälle können wir natürlich keine neuen Lehrer einstellen und keine Honorarverträge abschließen.“

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Am Mittwoch versammelten sich die sächsischen Lehrer vor dem Landtag, um gegen die Moßstände an ihren Schulen zu protestieren. Foto: Archiv

Auch die gestiegene Schülerzahl von 46.400 (2015) zu 48.200 (2016) trägt dazu bei, dass es an Lehrern mangelt. Aber auch hier verweist Angela Ruscher auf die mangelnde Bewerberzahl.

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„Der Lehrermarkt ist in Sachsen nahezu leergefegt. Wir würden gerne mehr Fachkräfte einstellen. Aber wir geben weiterhin unser Bestes und sind trotz einer äußerst prekären Bewerberlage auf diesem Niveau der Unterrichtsversorgung angekommen.“

Für viele Eltern sind die Quereinsteiger noch ein großes Fragezeichen. Können sie das geforderte Pensum stemmen und vor allem das nötige pädagogische Fingerspitzengefühl entwickeln?

Das Fachwissen ist doch bei Lehrern nur die eine Seite, aber der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen die wichtige andere. „Leider gibt es schon, aus welchen Gründen auch immer, in den ersten Monaten des neuen Schuljahres einige Kündigungen der Quereinsteiger, die nun zu kompensieren sind.“

Hoffnung für die Zukunft gibt es allerdings. Die Sächsische Staatsregierung hat kürzlich ein Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung verabschiedet. Ziel ist es, den Lehrerbedarf an Sachsens Schulen besser abzusichern und die Attraktivität des Lehrerberufs zu erhöhen. Dabei werden unter anderem höhere Einstiegsgehälter an den Oberschulen und finanzielle Anreize für Lehrer in Mangelregionen und Mangelfächern eingeführt. Um ältere Lehrer länger im Schuldienst zu halten, gibt es zudem die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen und weniger Stunden zu unterrichten. Das Maßnahmenpaket sieht auch die Qualifizierung von Quereinsteigern und deren bessere Bezahlung vor. Die beschlossenen Änderungen treten ab 1. Januar 2017 in Kraft. Die Kosten für das Maßnahmenpaket belaufen sich für die nächsten beiden Jahre auf rund 213 Millionen Euro.

Cornelia Fulk / 15.11.2016

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