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Aufbruchstimmung in der Sternwarte Bautzen

Aufbruchstimmung in der Sternwarte Bautzen

Andreas Thronicker bereitet die fertig ausgestattete MINT-Werkstatt, die am 8. August eingeweiht werden soll, auf den großen Tag vor.

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Zu den Projekten, die Andreas Thronicker als Sternwarten-Verantwortlicher des Vereins Ad Astra begleitet, gehört die Modernisierung des Hörsaals.

Andreas Thronicker kümmert sich nun im Auftrag des Vereins Ad Astra kontinuierlich um die Einrichtung. Neben der Verwirklichung von vielen Ideen hat er dabei auch eine ganz profane Aufgabe. 

Bautzen. In der Bautzener Sternwarte ist wieder beständiges Leben eingezogen. Andreas Thronicker, der sich schon seit vielen Jahren für die Einrichtung engagiert – zunächst im Förderverein, jetzt bei Ad Astra – ist seit dem 1. Juni befristet bis zum Jahresende bei dem letztgenannten Verein angestellt. Seine Aufgabe besteht darin, „die Sternwarte wieder sehenswert zu machen, in die Öffentlichkeit zu bringen, Fördergelder zu akquirieren und damit Projekte anzuschieben“, wie er es selbst formuliert. Möglich wurde dies durch eine Initiative der Stadtratsfraktion Bürger Bündnis Bautzen, die – von Abgeordneten anderer Fraktionen unterstützt – in der Oktobersitzung 2025 zu einem Beschluss unter der Bezeichnung „Erhöhung Ausgleichsleistung Schulsternwarte“ führte. Dieser besagt, dass die Zahlung der Stadt Bautzen an die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB) für die Betreibung der Sternwarte von 20.000 auf 60.000 Euro pro Jahr erhöht wird. Dies ermöglicht es nun, eine feste Stelle für die Weiterentwicklung der Sternwarte zu besetzen.

Doch was bedeutet dies konkret? Eines der wichtigsten Vorhaben, die Andreas Thronicker derzeit vorantreibt, stellt die Umgestaltung des früheren Unterrichtsraumes zu einem zeitgemäßen Hörsaal dar. „Anstelle der bisherigen interaktiven Tafel wird ein Laserbeamer installiert, der die gesamte Wand ausfüllen kann“, erklärt Andreas Thronicker. Dafür hat sich die Bautzener Malerfirma Dreßler & Mehlhose bereiterklärt, die vorhandene Tapete abzureißen, eine neue Tapete anzubringen und diese mit einer speziellen Projektionsfarbe zu beschichten. „Dies ergibt zusammen mit dem Beamer ein gestochen scharfes Bild, sodass der Vortrag auch dem Referenten Spaß macht“, so der „Sternwarten-Verantwortliche.“ 

Ergänzt wird die technische Erneuerung durch eine Surround-Akustikanlage und eine entsprechende Schalldämmung, sodass ab Ende Dezember nicht nur Sehen, sondern auch Hören auf höchstem Niveau möglich wird. „Wir haben für dieses Projekt mehr als 10.000 Euro akquiriert, zu den Unterstützern gehören unter anderem die Leader-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und die Drogeriekette DM“, berichtet Andreas Thronicker. Auch Kinovorführungen werden im „neuen“ Hörsaal möglich sein, „wobei wir natürlich andere Filme zeigen als das Bautzener Kino und diesem keine Konkurrenz machen wollen.“ Zu dem Gesamtprojekt gehören auch barrierefreie Zugänge über das gesamte Gelände und eine ebensolche Toilette.

Große Pläne hat der Verein Ad Astra auch für das Außengelände, das bereits mit neuen Sitzgruppen ausgestattet wurde: „Hier kann man als Gruppe, Schulklasse, Verein oder auch als Familie individuell Termine vereinbaren, bei selbst mitgebrachtem Essen und Trinken eine schöne Zeit verbringen und im Anschluss die Sternwarte besichtigen“, erklärt Andreas Thronicker. Genutzt haben diese Möglichkeit bereits mehrere Schulen und Kitas sowie eine Frauensportgruppe – für den Sternwarten-Verantwortlichen auch Ergebnis einer konsequenten Zielgruppenwerbung, mit der er bereits als Stadtführer gute Erfahrungen gemacht hat. Eine weitere wichtige Aufgabe, die sich aus dem Ziel „sehenswert machen“ ergibt, besteht auch darin, in der Sternwarte „aufzuräumen“: „Ich habe schon viele Stunden geputzt, Spinnweben entfernt und dergleichen. Diesbezüglich besteht großer Bedarf.“ Wertvolle Ausstellungsstücke, wie das Modell von Sputnik 1 – dem ersten von Menschen geschaffenen Himmelskörper – und das Fernrohr von 1872, das den Beginn der astronomischen Schulbildung in Bautzen markiert – will Andreas Thronicker in einem kleinen Museumsraum zusammenfassen. Dafür sucht er zwei Schaufensterpuppen, die einen Sputnik-Beobachter (Bautzen war eine von nur vier Sternwarten, die diese offizielle Aufgabe hatten!) und den Namensgeber der Sternwarte, Johannes Franz, darstellen sollen.

Die Sternwarte beteiligt sich auch aktiv an den Minos-Erlebnistagen, die vom 4. bis 8. August in der DenkBar, im Kornmarkt-Center und eben hier stattfinden. In diesem Rahmen verwandelt sie sich am Samstag, 8. August, mit Unterstützung der Malwerkstatt Roscher in die Mitmachwelt „SpaceLab“ zum Experimentieren, Bauen, Tüfteln und Entdecken. „An diesem Tag wird auch unsere MINT-Werkstatt offiziell eingeweiht, die wir bereits zum Tag der Astronomie im März vorgestellt hatten“, so Andreas Thronicker. Diese Werkstatt – ausgestattet mit Unterstützung von Hentschke Bau – verfolgt das Ziel, „eine Gruppe von jungen Leuten aufzubauen, die sich hier, an einem außerschulischen Lernort, durch den Bau von astronomischen Geräten mit den Naturwissenschaften vertraut machen und handwerkliche Fähigkeiten erlangen“, wie Ad Astra-Vorstand Volker Bartko damals im Vorfeld sagte. Auch darüber hinaus bietet Ad Astra in den kommenden Monaten einen prall gefüllten Veranstaltungskalender (zu finden unter https://adastra-bautzen.de /veranstaltungen). 

Uwe Menschner / 18.07.2026

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