Gräfsche Fabrik wird abgerissen

Die Fabrik war von dem Kaufmann Heinrich Gräfe in einem Hinterhaus an der damaligen Carolastraße errichtet worden.
Bischofswerda. Die so genannte Gräfsche Blumenfabrik an der Hellmuth-Muntschick-Straße in Bischofswerda wird derzeit abgerissen. Sie war von dem Kaufmann Heinrich Gräfe (1857 bis 1917) in einem Hinterhaus an der damaligen Carolastraße errichtet worden. Bei der Gräfschen Fabrik handelt es sich um ein Zeugnis eines wichtigen Kapitels in der Bischofswerdaer Wirtschaftsgeschichte, war doch der Industriezweig der Kunstblumenherstellung in der Umgebung bis dahin weitgehend unbekannt. Die Arbeit für die Fabrik wurde für viele Familien zu einer „segensreichen Erwerbsquelle“, wie der damals in Bischofswerda erscheinende „Sächsische Erzähler“ berichtete. Die Näherinnen der Blumen waren laut Wikipedia-Eintrag Hausfrauen aus der Gegend, die die Stoffe, größtenteils Seide, mit nach Hause nehmen konnten und die Blumen dort in Heimarbeit produzierten. 1896 gründete Heinrich Gräfe demnach im selben Haus eine Weinhandlung und verkaufte die Blumenfabrikation an Richard Hermann Kreisig. Später diente das Fabrikgebäude als Wohnhaus und stand zuletzt leer.