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Heißer Start für den Breitbandausbau im Kreis

Heißer Start für den Breitbandausbau im Kreis

Viele Unterschriften waren nötig, bis alle 23 Lose in den neun Ausbauclustern unter Dach und Fach waren: v.r. Steffen Heine, Ursula Gefrerer (beide Enso), Landrat Michael Harig und Vesta von Bossel (Deutsche Telekom).

Vertreter des Landkreises Bautzen, der Deutschen Telekom und der Enso haben die Verträge unterschrieben. Ab September schwärmen die Bautrupps aus, Ende 2020 soll alles fertig sein.

Bautzen. Der Worte sind genug gewechselt, jetzt folgen Taten: Im September rollen an mehreren Orten im Landkreis Bautzen parallel Bautrupps an, um Straßen aufzureißen und Leitungen zu verlegen. Es handelt sich um den schon seit langem herbeigesehnten praktischen Beginn der Breitbandoffensive im Kreis Bautzen. In ihrem Zuge soll eine flächendeckende zukunftsfähige Kommunikations-Infrastruktur für den gesamten Landkreis entstehen.

Wo allerdings genau sich der Bagger zum ersten Mal durch das Erdreich gräbt, kann die für Kreisentwicklung zuständige Beigeordnete des Landrates, Birgit Weber, noch nicht sagen: „Das hängt vom Abschluss der derzeit noch laufenden Genehmigungsverfahren ab.“ Klar ist hingegen, bis wann laut Förderbedingungen der Ausbau abgeschlossen sein muss: Bis Ende des Jahres 2020. Bis dann liegen 5000 Kilometer neues Glasfaserkabel in der Erde, für die eine Tiefbaustrecke von circa 1600 Kilometern zu bewältigen ist. Circa 60 000 Haushalte, die derzeit noch als unterversorgt (weniger als 30 Mbit/Sekunde) gelten, können dann mit mindestens 100 Mbit/Sekunde im Download und 20 Mbit/Sekunde im Upload im Internet surfen. Unternehmen und „institutionellen Einrichtungen“ stehen gar 1000 Mbit/Sekunde zur Verfügung – beim Hoch- ebenso wie beim Herunterladen.
„Der Breitbandausbau ist mit der Eisenbahnerschließung im 18. Jahrhundert vergleichbar. Das Vorhandensein zukunftsfähiger Technologien ist der Schlüssel für Lebensqualität und gleichzeitig wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im ländlichen Raum“, erklärt Landrat Michael Harig. Und Digital-Staatssekretär Stefan Brangs vom sächsischen Wirtschaftsministerium ergänzt: „Der Landkreis Bautzen kann für andere Landkreise in Sachsen als gutes Beispiel dafür dienen, wie die erfolgreiche Planung und Koordinierung von solch großen Projekten funktioniert.“ Und auch darüber hinaus: „Das Projekt Bautzen ist für uns deutschlandweit das Größte innerhalb der derzeitigen Ausbauoffensive“, erklärt auch Vesta von Bossel, Breitbandbeauftragte der Deutschen Telekom. Ihr Unternehmen hat 22 der 23 vom Landkreis Bautzen ausgeschriebenen Lose gewonnen; das hiesige Breitband wird also größtenteils – zumindest symbolisch – die Farbe Magenta tragen. 4000 von insgesamt 60 000 Kilometern Glasfaserkabel, welche die Telekom in den kommenden Jahren in Deutschland verlegen will, kommen im Landkreis Bautzen unter die Erde. Das entspricht 1/15, während der Flächenanteil bei lediglich 0,7 Prozent, also um den Faktor Zehn niedriger, liegt.

Das 23. Los geht an die Energie Sachsen Ost (Enso). Es umfasst die Stadt Bischofswerda, was kein Zufall ist: „Wir sind in Bischofswerda am städtischen Unternehmen Infokabel beteiligt und können dessen vorhandene Infrastruktur nutzen. Das hat uns ein besonders kostengünstiges Angebot in diesem Gebiet ermöglicht“, erklärt Geschäftsführer Steffen Heine. Dass die Ausschreibung generell von Wettbewerb gekennzeichnet war, lasse sich daran erkennen, dass die Gesamtsumme des Breitbandausbaus in ihrer Folge von mehr als 200 auf circa 104 Millionen Euro gesunken ist.

Doch keine Suppe ohne Haar: Gebiete, die bereits jetzt auf Geschwindigkeiten von 30 Mbit/Sekunde und mehr kommen, sind vom Ausbau im Rahmen des derzeitigen Förderprogramms ausgeschlossen. Davon betroffen sind unter anderem Teile des Schwepnitzer Ortsteils Bulleritz, dessen Ortsvorsteher Torsten Krause in einem offenen Brief an den Landkreis Bautzen gefordert hatte, „wirklich alle Haushalte und Gewerbetreibende an das moderne Glasfasernetz anzuschließen.“

Redaktion / 31.07.2018

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