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Mehr Anglizismen gewünscht?

Umfrage der Woche

Region. „Blitz für Kids“, „Bouncen in Bautzen“, „Shit- und Candy-Storm“ und das klassische „Handy“ – in Deutschland treibt der Anglizismus immer verrücktere Blüten. Vor allem das Wort „Kids“ ist so manchem Sprachretter ein Dorn im Auge. Um die Verwahrlosung der Muttersprache zu untermauern, setzt der eine oder andere von ihnen gern scherzhaft den aus dem Englischen übernommenen Begriff einem Zicklein oder Rehkitz gleich – und das, obwohl es doch im deutschen Sprachgebrauch so viele Synonyme allein für „Kinder“ gibt.

„Kleine“ und „Knirpse“ oder „Mädchen und Jungen“ lassen sich anstelle von „Kids“ genauso gut verwenden. „Kids“ oder gar „Kiddies“ sei „lupenreines Dummdeutsch“, wie Sprachretter betonen. Denn ein Kind wird eigentlich, wenn man sich schon einer anderen Sprachregion bedient, „Child“ genannt. Ähnlich verhält es sich mit dem „Handy“. Wer annimmt, dies sei auf der Insel eine gängige Bezeichnung für ein tragbares Telefon, der irrt gewaltig.

International wird in dem Fall vom „Mobile Phone“ gesprochen.

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Ergebnisse der Umfrage

  • Mehr Anglizismen gewünscht?

    1. Ja, diese sind aus unserem Sprachgebrauch gar nicht mehr wegzudenken. 11,3% (17 Stimmen)
    2. Nein, darauf möchte ich künftig gern verzichten. 88,7% (134 Stimmen)
    3. Bei dieser Frage bin ich unentschlossen. 0,0% (0 Stimmen)

Insgesamt wurden 151 Stimmen abgegeben.

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Kommentare zum Artikel "Mehr Anglizismen gewünscht?"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Erhard Jakob schrieb am

    Lieber Diethold,

    die öffentliche Aufbahrung eines berühmten Menschen ist also *Publik viewing*!?! Aha!!! Das ist natürlich eine sehr >clevere< Antwort.

  2. Diethold Tietz schrieb am

    Lieber Herr Jakob,
    mit "Public viewing" ist fälschlicherweise eine öffentliche Großbildübertragung gemeint (z. B. Fußball). Eine hübsche deutsche Benennung ist "Rudelgucken". Warum also "Öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen" (amerik.) Das träfe für Lenin auf dem Roten Platz in Moskau zu.

  3. Erhard Jakob schrieb am

    Guten Tag Marion Marion, keinen >Nicknamen< verwenden, hat aus meiner Sicht etwas mit Mut zu tun. Ja, es gibt Menschen, denen ist *Guten Tag* zu lang und sagen einfach *Hallo*. Im Norden sagen sie einfach kurz und knapp *Moin*. Hierzu möchte ich keine Kritik üben. Das hat meiner Sicht nichts mit *Anglizismen* zu tun. Zu: "public viewing". Ich weiß nicht einmal, was hier gemeint ist?

  4. Marion van der Wall (habe keinen "nickname") schrieb am

    Ich kann mich der Meinung von Diethold Dietz nur anschließen. Es soll Leute geben, die sich besonders "clever" wähnen, aber gar nicht wissen, was sie da reden. Dem public viewing könnte ich noch einiges hinzufügen, was falsch verwendet wird...

    Übrigens, mich regt diese unsägliche "Hallo" als Begrüßung auf. Kann keiner mehr seinem Gegenüber einen "Guten Tag" wünschen?

  5. Sprachrettungsklub Bautzen schrieb am

    Alle Sprachen dieser Welt sind kostbare Edelsteine, aber die Muttersprache ist ein Diamant.

  6. Erhard Jakob schrieb am

    Bernd, ich würde gern wissen, wo im täglichen Umgang mit der Muttersprache das *Denglisch* unterlassen wird? Mir ist diesbezüglich noch kein Ort aufgefallen!

  7. Rudolf Erler schrieb am

    Geht ein englischer Tourist durch eine Einkaufsstraße in Bautzen und liest SALE, SALE, SALE, ... Er hat sich gut vorbereitet und wundert sich über die mangelhafte Rechtschreibung. In Verkaufsstellen geht es eigentlich doch um ZAHLE, ZAHLE, ZAHLE!? Warum aber fordert man dazu im Schaufenster extra auf?

  8. Bernd Heinze schrieb am

    bei dem täglichen Umgang mit der Muttersprache wird dieses "Denglish" unterlassen

  9. Erhard Jakob schrieb am

    Die Amis haben die Wirtschaft "gewonnen" und das schlägt sich auch in der *Welt-Sprache* nieder. "Doch alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei". Schwierig wird es allerdings, wenn die Wirtschaft von China gewonnen wird. Chinesisch als *Welt-Sprache* > oh je!

  10. Reingard Böhmer schrieb am

    Unsere deutsche Sprache ist ein wichtiges Kulturgut, das Generationen vor uns bewahrt und gepflegt haben. Viele Fachbegriffe lassen sich stichhaltiger beschreiben. Wollen wir wirklich um der Wirtschaft willen unsere Identität verlieren?

  11. Erhard Jakob schrieb am

    Die Sorge von Uwe ist aus meiner Sicht sehr begründet. Klar, wurde vor 30 Jahren schon >Denglisch< gesprochen. Aber nach der Wende hat diese "Sprache" einen enormen Aufschwung genommen.

  12. Uwe schrieb am

    Schon in einer uralten Eulenspiegel-Ausgabe aus der ehemaligen DDR gab es einen Spruch: "Auch ein Juice-Shop ist nur ein Saftladen." Deswegen befürchte ich, das Anglizismen in der heutigen Gesellschft nicht verschwinden werden, sondern das wir irgendwann nicht mehr deutsch, sondern nur noch denglish reden werden!

  13. frank schrieb am

    Die englische Sprache wird weltweit gebraucht für internationale Verständigung. Englisch in Deutschland als Fremdsprache für Wissenschaft, Technik, Kultur usw. ist in Ordnung. Anglizismen in der deutschen Sprache sind eine Verunglimpfung der deutschen Muttersprache und entbehren jeder sprachlichen Grundlage !

  14. Diethold Tietz schrieb am

    Die Sprache ist das wichtigste Kulturgut eines jeden Volkes. Natürlich entwickeln sich Sprachen und nehmen auch Fremdes auf, das sagte bereits Goethe. Aber es ist töricht, Eigenes, Bewährtes zu verdrängen. Wer das tut, ist nicht "in", sondern macht sich bisweilen lächerlich. Oft haben diese Menschen gar keine Ahnung, was sie plappern. Beispiel: "Public Viewing" (im Amerikanischen: öffentliche Aufbahrung). Natürlich ist es wichtig, eine Fremdsprache als internationales Verständigungsmittel zu beherrschen. Aber "Denglisch" ist nicht Englisch, sondern billiges, lächerliches Angeberdeutsch.

  15. Erhard Jakob schrieb am

    Hallo Ben!

    Das ist aus meiner Sicht ein Zeichen, dass die deutsche Sprache über kurz oder lang aussterben wird. Genauso, wie viele Sprachen bereits ausgestorben bzw. am Aussterben sind. Das ist nun mal der *Main-Stream* bzw. Zeitgeist.

  16. Kristina Beyer schrieb am

    Wir haben so eine schöne Sprache! Leider gehen viele Wörter verloren. Es macht mich traurig und wütend. Als alter Mensch versteht man vieles schon gar nicht mehr. Wo bleibt die Vaterlandsliebe? Kristina Beyer

  17. Ben Waldmann schrieb am

    Unsere so schöne Muttersprache wird mittlerweile auf viele Weise gedemütigt. Es geht hier leider schon im Radio los, und das bei Leuten, die etwas von deutscher Sprache verstehen müssten. Früh auf dem Weg zur Arbeit höre ich Radio Lausitz, denn ich bin ein Fan von Moderator Andre Hardt. Bei Moderatorin Kristin Hardt, gern auch "Lehrerkind Kristin" genannt, kommt das tolle Wort "Kiddies" sehr oft vor. Auch ist bei ihr die Rede von" Groovy Movie Testern", also von Leuten, die sich im Kino neue Filme anschauen. Die gegen natürlich in die "Preview" und nicht in die Voraufführung. Gern wird auch über irgend etwas abgestimmt, die Hörer können dann "voten". Das alles ist einfach nur gruselig!

  18. Lothar schrieb am

    Erhard, ich habe das etwas anders gemeint. Im ehemaligen Deutschland wird dann fast nur englisch und arabisch gesprochen; deutsch nur noch wenige (das meinte ich mit Elite) analog dem sorbischen.

  19. Erhard Jakob schrieb am

    Lothar, das glaube ich eher nicht!

    *Deutsch* wird wohl dann eher von der *Unterschicht, dem Proletariat, dem Fußvolk* gesprochen werden. Von der *Bourgeoisie, der Oberschicht, den Geld- und somit Machthabenden* wird wohl dann eher englisch gesprochen werden. Dann wird es der deutschen Sprache so ergehen, wie es heute der sorbischen Sprache ergeht.

  20. Lothar schrieb am

    "Deutschland schafft sich ab" - auch auf dem Gebiet der deutschen Sprache - leider. Vielleicht wird Deutsch in 50 Jahren nur noch von einer Elite gesprochen wie Latein?

  21. Erhard Jakob schrieb am

    Ja, leider sind diese Anglizismen aus unserem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. Und das wird Tag für Tag immer schlimmer. Auf diese Entwicklung kann ich gut und gerne verzichten.

    Das hängt natürlich mit meinem Alter zusammen. Die jungen Leute kennen immer weniger ihre Muttersprache und immer mehr englisch. Das ist nun mal der Zeitgeist. Allerdings lebe ich mit diesem etwas auf *Kriegsfuß*.