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Auswanderer erobert die Waldbühne

Auswanderer erobert die Waldbühne

David Thomas Pawlak (vorn) spielte im vergangenen Jahr auf der Waldbühne Jonsdorf im Stück „Der Fluch von Oybin“ den „Bösewicht“ Ferdinand von Leipa. Dieses Mal schlüpft der Schauspieler in die Rolle von Christian Gottlob Priber. | Foto: Theater

Der Schauspieler David Thomas Pawlak schlüpft beim Theater-Sommerspektakel „Die Legende des Priber“ in die Rolle des  Christian Gottlob Priber. Der Zittauer Oberamtsadvokat wanderte einst aus, um seine Ideen von einer besseren Welt zu verwirklichen. Die Premiere des Stücks steigt am Samstag, 18. Juni, um 17.00 Uhr, auf der Waldbühne Jonsdorf. Steffen Linke, Redakteur des „Oberlausitzer Kurier“, befragte dazu  den 35-jährigen Schauspieler.   

Herr Pawlak, inwieweit macht Sie diese Hauptrolle stolz?

David Thomas Pawlak: Es macht mich stolz, die Geschichte dieser wichtigen Figur der Zittauer Historie gemeinsam mit den Kollegen wieder mit viel Abenteuer und Spannung auf die Bühne zu bringen.

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Was haben Sie denn im Vorfeld von Christian Gottlob Priber  überhaupt gewusst?

David Thomas Pawlak:  Ehrlich gesagt: Mir war Priber, bevor ich das Textbuch in den Händen hielt, kein Begriff. Ich wusste nicht einmal, dass er aus Zittau stammte. Umso erstaunlicher ist seine Geschichte für mich, wie es ihn in die weite Welt zog und er sich aufmachte, mit Indianern, Seeleuten und in einer Kolonie seine Ideen für das Zusammenleben der Menschen umzusetzen.

Inwieweit haben Sie sich, als die Rolle für Sie feststand, mit der Person Johann Gottlob Priber beschäftigt?

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David Thomas Pawlak: Zuerst habe ich mich intensiv mit der Textfassung des Stücks beschäftigt. Außerdem stellen die Dramaturgen für jede Inszenierung Literatur zusammen, mit der wir Darsteller uns vorbereiten können. Wichtig ist aber auch, einen eigenen Zugang zur Figur zu bekommen, die historische Figur für die Bühne neu zu erfinden.
Christian Gottlob Priber (geboren 1692, gestorben 1744) dachte als ungewöhnlich radikaler Aufklärer über eine besser Welt nach: Alles Eigentum für die Gemeinschaft. Wie denken Sie über so eine Anschauung?
David Thomas Pawlak: Pribers Ideen waren in seiner Zeit radikal. In unserer heutigen Gesellschaft sind viele davon bereits umgesetzt. Wir nähern uns einer Welt an, in der Pribers Ideen Wirklichkeit werden. Ich glaube, damit sind wir auf einem guten Weg.

1735 verschwand Priber aus Zittau. Doch Priber siedelte sich nicht wie geplant in Savannah in Georgia an, sondern tauchte im Dezember 1735 in Charleston in South Carolina wieder auf. Auch dort hielt es ihn nur kurze Zeit. 1736 zog er in die nordamerikanische Wildnis. Inwieweit passt sich das Bühnenbild auf der Waldbühne Jonsdorf diesen Teilen seines Lebenslaufs an?

David Thomas Pawlak: Die Waldbühne Jonsdorf wird sich unter anderem in das historische Zittau, das Schiff von Pribers Überfahrt nach Amerika und das Dorf der Cherokee-Indiander verwandeln.

Wird es wie in der Vergangenheit wieder Action pur auf der Waldbühne Jonsdorf geben?

David Thomas Pawlak: Wie bereits im vergangenen Jahr  haben wir den Kampf-Choreografen Axel Hambach an unserer Seite, der die zahlreichen Action-Szenen mit uns Darstellern und den Statisten einstudiert. Die Besucher der Waldbühne dürfen sich wieder auf ein Abenteuerspektakel für die ganze Familie freuen – mit einigem Witz, Action und auch Tieren, die auf der Waldbühne Jonsdorf familienfreundlich zu sehen sein werden.

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David Thomas Pawlak (rechts) war im Stück „Der Fluch von Oybin“ in mehreren Actionszenen – wie hier beim Schwertkampf – zu erleben. | Foto: Theater

Wie lange braucht die Maskenbildnerin, um Sie in Priber zu verwandeln?

David Thomas Pawlak: Circa eine halbe Stunde. Ich bekomme unter anderem eine  Perücke, die natürlich die vielen energiegeladenen Szenen bei Wind und Wetter sicher überstehen muss.

Sie haben unter anderem  in „Nathan der Weise“, „Maria Stuart“,  der Uraufführung „Der obdachlose Mond“, „Dancer in the dark –  Tänzerin im Dunkeln“ und „Comedian Harmonists“ gespielt. Was macht für Sie das Sommerspektakel auf der Waldbühne Jonsdorf aus?

David Thomas Pawlak: Das Sommerspektakel ist immer ein besonderer Höhepunkt im Jahresverlauf. Vor einem so großen Publikum zu spielen, gibt eine besondere Energie und Atmosphäre.
Auf der anderen Seite muss man in der Vorbereitung auf viel Freizeit verzichten und während der Freiluft-Saison einige Widrigkeiten überstehen. Ob das nun Wetterumschwünge oder Wespenschwärme sind.

Welche Wünsche begleiten Sie für das Sommerspektakel „Die Legende des Priber“?

David Thomas Pawlak: Ich wünsche den Zuschauern beste Unterhaltung, meinen Kollegen toi, toi, toi und uns allen wieder eine legendenumwobene, aktionsreiche Inszenierung auf der Waldbühne Jonsdorf.

Sie sind seit 2009/2010 Mitglied des Schauspielensembles am Theater Zittau. Wie wohl fühlen Sie sich im Ensemble und  in Zittau?

David Thomas Pawlak: Ich fühle mich sowohl im Ensemble als auch in Zittau sehr wohl. Die Atmosphäre im Theater und in der Stadt sind für mich sehr positiv. Ich lebe gern hier.

Die  Damenwelt schwärmt bei Theaterbesuchen, dass Sie ein ganz netter und hübscher Mensch sind. Wie gefallen Ihnen solche Komplimente?

David Thomas Pawlak: Ich freue mich generell immer über positive Reaktionen des Publikums.
Nur so kann man auch als Schauspieler Rückmeldungen erhalten, an den Rollen wachsen und die Begeisterung für die eigene Arbeit spüren.

Wie stellen Sie sich Ihre weitere schauspielerische Karriere vor?

David Thomas Pawlak: Tatsächlich denke ich nicht viel über meine Zukunft nach, sondern lebe im Hier und Jetzt.

Redaktion / 13.06.2016

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