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Bärin Jane kommt langsam aus dem Winterschlaf

Bärin Jane kommt langsam aus dem Winterschlaf

Jane und Balu sind im Bischofswerdaer Tierpark zu einem Herz und einer Seele geworden, auch wenn die Dame manchmal etwas „giftig“ ist. Foto: Tierpark Bischofswerda

Grizzlybärin Jane gibt ihren Pflegern in Bischofswerda auch nach vier Jahren noch Rätsel auf. Insgesamt geht es
der kapriziösen Dame aber gut.

Bischofswerda. Die Kinder stehen an der Glasscheibe und drücken sich die Nasen platt. Immer wieder erschallen Rufe: „Jane, Jane!“ Doch die gleichnamige Dame denkt gar nicht daran, sich zu zeigen. Regungslos liegt sie in ihrer Höhle auf dem Außengelände des Bärengeheges im Bischofswerdaer Tierpark.

„Ja, die Jane hat uns ziemliches Kopfzerbrechen bereitet“, bekennt Silvia Berger. Als Leiterin des Bischofswerdaer Tierparks, welcher die Bären zu seinen Wappentieren auserkoren hat, kennt sie die mittlerweile 21-jährige Grizzlydame besser als irgendjemand sonst. Im März 2013 kam Jane aus Hoyerswerda in das „Tor zur Oberlausitz.“ Braunbär Balu, der kurz zuvor seine Mutter verloren hatte, sollte Gesellschaft bekommen. Das hat funktioniert – schätzt Silvia Berger ein – und doch verbindet die beiden mächtigen Vierbeiner ein eher ambivalentes Verhältnis.

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Jane zeigt nämlich im Gegensatz zu Balu ein ausgeprägtes Jahreszeiten-Verhalten. „Im Winter liegt sie wochenlang in ihrer Höhle und rührt sich nicht. Anfangs haben wir uns aufgrund dieses Verhaltens Sorgen gemacht und gedacht, sie wäre krank. Heute wissen wir, dass das normal ist.“ In diesem Jahr war Janes Winterschlaf-Phase besonders ausgeprägt. Mitte März ließ sie sich zum ersten Mal in voller Schönheit blicken, nur um sich gleich wieder zu verziehen. Dann lag Jane wieder in der Höhle, nur durch das Wackeln der Ohren gab sie ein Lebenszeichen. Dies alles, während Mitbewohner Balu schon eifrig durch das Gehege stapfte. Für die Mitarbeiter des Tierparks bringt dieses Verhalten durchaus Probleme mit sich, denn: „Solange Jane in ihrer Höhle liegt, können wir aus Sicherheitsgründen nicht auf das Außengehege.“

Im Sommer bietet sich ein völlig anderes Bild: „Dann rennt Jane wie angestochen im Gehege herum.“ Dann heißt es auch für den ruhigen und entspannten Balu: Vorsicht! „Obwohl sie viel kleiner ist als er, kann Jane
richtig giftig werden“, weiß Silvia Berger – besonders, wenn es ums Futter geht. Da hat Balu zumeist das Nachsehen. Doch insgesamt gesehen – so schätzt die Tierparkleiterin ein – verstehen sich die beiden gut: „In der Paarungszeit liegen sie sogar zusammen in der Höhle. Es kann aber nichts passieren, da Balu kastriert ist.“

Bärennachwuchs ist im Bischofswerdaer Zoo, der jahrzehntelang für seine Nachzucht berühmt war, nämlich nicht
mehr geplant. Nicht weniger als 44 junge Bären erblickten hier zwischen 1984 und 2002 das Licht der Welt – darunter Berühmtheiten wie Tilo, der von 1990 bis 2007 als „Berliner Bär“ im Bärenzwinger am Cöllnischen Park lebte. Balu soll der Letzte in dieser Reihe bleiben. „Wir wollen Balu und Jane so lange wie möglich halten, dann
wird mit den großen Bären Schluss sein“, erklärt Silvia Berger. Auf die kleinen Artgenossen – die Nasenbären – will der Bischofswerdaer Tierpark aber auch in fernerer Zukunft setzen. Schließlich heißt ja das Motto: „Mit Bär und Co. im kleinsten Zoo!“

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Uwe Menschner / 11.05.2017

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