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Bombardier Thema bei Gabriel

Bombardier Thema bei Gabriel

Bombardier: Standorte bleiben

Region. Auch nach dem Treffen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit dem Präsidenten von Bombardier Transportation, Laurent Troger, am späten Montagabend in Berlin gibt es nichts Konkretes zur Zukunft der beiden Standorte Görlitz und Bautzen. Nur soviel scheint festzustehen: Beide Werke bleiben auch künftig bestehen. Nach Bombardier-Angaben soll kein deutscher Standort komplett geschlossen werden. Dies war allerdings schon im Vorfeld des Treffens bekannt geworden, an dem auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und sein brandenburgischer Kollege Dietmar Woidke (SPD) teilnahmen.

Politiker in der Oberlausitz machten sich anlässlich des Gesprächstermins des Bundeswirtschaftsministers mit der Bombardier-Spitze für den Erhalt der Waggonbau-Betriebe in Görlitz und Bautzen stark. So forderte Bautzens Landtagsabgeordneter Marko Schiemann (CDU) "ein starkes Bekenntnis zum Standorterhalt." Der Erhalt der Standorte in Bautzen und Görlitz wäre ein deutliches Signal für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Oberlausitz.

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Ähnlich drückten sich auch der CDU-Stadtverband Bautzen und die CDU-Fraktion im Bautzener Stadtrat aus. Die derzeit über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Bautzen trügen dazu bei, dass die Marke "Bombardier" vom Schienenfahrzeugmarkt nicht wegzudenken sei.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege machte in einem Radiointerview am Dienstag indirekt Managementfehler auf höchster Leitungsebene für die derzeitige Situation in den ostsächsischen Werken des weltweit größten Schienenfahrzeugherstellers verantwortlich. Deinege, der vor seiner Wahl zum OB selbst jahrelang an der Unternehmensspitze von Bombardier Deutschland und auch in Görlitz gewirkt hatte, sagte, dass man in Zeiten, in denen Aufträge akquiriert werden konnten, die Weichen für die Zukunft hätte stellen müssen. Dies sei offenbar nicht oder in nicht ausreichendem Maße geschehen. Das Treffen des Bundeswirtschaftsministers mit der Konzernspitze sei überfällig gewesen, da sich die Lage seit mittlerweile einem Jahr immer mehr zuspitze.

Seitdem der kanadische Schienenfahrzeughersteller den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen angekündigt hatte, herrscht unter den Belegschaften in Görlitz und Bautzen große Unsicherheit. In mehreren Streiks und Protestveranstaltungen wurde bereits gegen einen Job-Kahlschlag in den beiden Werken demonstriert.

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Frank-Uwe Michel / 10.01.2017

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