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Debütant Ralf Schuster schreibt zum Weihnachtsfest Geschichte

Debütant Ralf Schuster schreibt zum Weihnachtsfest Geschichte

Ralf Schuster aus Burkau ist wenige Wochen vor dem Weihnachtsfest unter die Buchautoren gegangen. Die bebilderte Geschichte über sein Geburtshaus betrachtet er als ideales Geschenk für Liebhaber historischer Bauten. Foto: privat

Burkau. Die zweite Adventskerze brennt, auf dem Tisch im Wohnzimmer steht eine Schale mit weihnachtlichen Knabbereien, der Schwibbogen am Fenster sendet ein Zeichen der Hoffnung aus. Auf dem Sofa inmitten der behaglichen Stube hat sich mit Ralf Schuster ein frisch gebackener Buchautor niedergelassen. Stolz hält er sein Buch in die Kamera seines Nachbarn, bei dem er sich zu einer gemeinsamen Erinnerungsreise eingefunden hat.

Das Erstlingswerk, über dessen Herausgabe sich der Burkauer über alle Maßen freut, befasst sich mit dem „Mittelgasthof“ inmitten des Dorfes, in dem der Lausitzer aufwuchs, bevor er sich mit 16 Jahren aufgrund von Lehre und Studium hinaus in die weite Ferne begab. Zu DDR-Zeiten galten Orte wie Gröditz bei Riesa und Dresden für junge Männer wie ihn nicht gerade als heimatnah aufgrund der eingeschränkten verkehrlichen Anbindung. Dort abseits von der vertrauten Umgebung blieb er sieben Jahre, bevor es ihn wieder ins Bautzener Umland zurückverschlug – ohne zu wissen, dass er damit in seiner vertrauten Umgebung mehr bewirken konnte als in der Fremde, wie Ralf Schuster sich heute eingesteht. Damit spielt er wiederum auf sein Buch an.

„Es sind darin Episoden niedergeschrieben beziehungsweise Geschehnisse aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis geschildert, die das Leben in der Gaststätte, beim Sport oder auch bei der Arbeit widerspiegeln.“ Die Idee dazu kam wiederum in der Runde von Wegbegleitern auf. „Wenn ich im Bekanntenkreis einmal eine Schote gerissen habe und diese den anderen gefallen hat, sagten meine Freunde schon hin und wieder, das wären eigentlich schöne Anekdoten. Die musst du unbedingt in einem Buch sammeln.“ Dieses ist nun vor kurzer Zeit auf dem Markt erschienen. „Wer wenige Tage vor Weihnachten noch nach einer Geschenkidee Ausschau hält, dem kann ich es als Gute-Nacht-Lektüre empfehlen“, meint er und schmunzelt dabei: „Man kann nach der zuletzt gelesenen Episode einfach das Licht ausschalten und darüber nachdenken bis man einschläft.“

2017 begann er damit, an dem Werk zu arbeiten. „Nachdem ich einige Storys handschriftlich niedergelegt habe, suchte ich fähige Leute, die mir das Ganze in den Computer eintippen“, erinnert sich der Burkauer. „Über den Sport, die Heimatfreunde und einen Privatsammler konnte ich die Fotoanzahl erweitern. Am Schluss entstand ein Buch mit 259 Seiten, 285 Episoden und vielen Fotografien.“ 

Jetzt, wo die geistige Arbeit erledigt ist, geht es an die Weihnachtsvorbereitungen. Nussknacker, Räuchermännchen, Engel und Kerzen werden aus den Schränken geholt, Tannenzweige herbeigeschafft. Auch vor dem Haus sorgt der 73-Jährige dafür, dass festliche Stimmung aufkommt. Am Rhododendron sollte in diesen Tagen die Weihnachtsbeleuchtung angebracht werden. Ralf Schuster freut sich auf die bevorstehenden Feiertage. „Seit meiner Kindheit besuche ich am Heiligabend regelmäßig die Kirche, weil ich auch hier konfirmiert wurde“, weiß der frischgebackene Buchautor zu erzählen. „Später begleitete mich immer unser Sohn.“

Schließlich verrät er noch, was zu Jesu Geburt bei ihm auf den Tisch kommt. Das seien traditionell Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat. „Zu den Weihnachtsfeiertagen ist natürlich Entenbraten angesagt“, meint er. Bei dem Gedanken daran läuft ihm schon jetzt das Wasser im Mund zusammen. Die Zubereitung übernehme seine Frau. Ralf Schuster kümmere sich hingegen gemeinsam mit seinem Sohn ums Baumanputzen. Der nadelige Geselle, der stets seinen Platz auf einem kleinen Tischchen findet, dürfe dabei nicht größer als 1,80 Meter sein. Sonst passt er nicht ins Zimmer, betont der gelernte Werkzeugmacher und studierte Instandhaltungstechniker, der zuletzt selbst einige Zeit im „Mittelgasthof“ hinterm Tresen stand. Vor diesem Hintergrund kann er nachempfinden, wie die vielen Gastronomen während der Corona-Krise zu leiden haben. „Natürlich wünsche ich mir, dass sich der derzeitige Zustand nicht noch weiter verschlechtert“, ringt der Lausitzer nach Worten der Hoffnung.

Ein Zeichen dafür hat er sich ins Fenster gestellt – einen Schwibbogen. Sein warmes Licht erhellt die Stube ein Stück weit. Bald wird der Weihnachtsbaum mit ihm in Konkurrenz treten. Dann kommt die Zeit, um sich zurückzulehnen und die letzten Wochen und Monate Revue passieren zu lassen. Der Burkauer kann mit Stolz behaupten, etwas für die Nachwelt geschaffen zu haben. Der „Mittelgasthof“ – sein Geburtshaus und jahrelange Wirkungsstätte – wird durch ihn wieder etwas lebendig – auch für all jene, die dort ebenfalls ein- und ausgegangen sind, und die, die einfach an einem Gebäude mit spannender Geschichte interessiert sind.

Das Buch lässt sich unter Telefon (035953) 64 75 oder per E-Mail bestellen.

Roland Kaiser / 11.12.2021

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