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Die Tunerszene feiert bei Wild wild East

Die Tunerszene feiert bei Wild wild East

Mirco Guhr und sein exklusiver Polo. Auf dem VW-Pfingsttreffen in Bautzen möchte er mit seiner „Ratte“ beim Show & Shine -Wettberwerb wieder gewinnen. Foto: CF

Auf dem Gelände des Bautzener Flugplatzes, der sonst nur Kleinflugzeugen und der Hubschrauber-Rettungsstaffel vorbehalten ist oder Fahrschüler für die ersten Fahrversuche dient, wird es zu Pfingsten wieder bunt, laut und qualmen. Denn zu dem schon legendären VW-Treffen „Wild wild East“ werden tausende Auto-Fans erwartet.

Bautzen. Egal ob besonders sehens- und hörenswert umgebaute Fahrzeuge, Facelift–Tuning oder Serienausstattung, erlaubt ist alles, was gefällt. Die Aussteller und Besucher erobern den Flugplatz vom 12. bis 15. Mai nun schon zum 22. Mal  und egal ob aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz – willkommen ist, wer automobilbegeistert ist, wer nur Spaß haben oder die Nacht zum Tage machen möchte.
Seit Jahren mit dabei ist auch Mirco Guhr. Der erfolgreiche Hobbytuner aus Großharthau im Landkreis Bautzen stellt auch zur diesjährigen Auflage seine ungewöhnlich aufgepeppte „Ratte“ aus und hofft erneut auf eine Auszeichnung. „Ich bin seit vielen Jahren großer Fan der Tunerszene und seit fünf Jahren habe ich verschiedene Fahrzeuge am Start,“ erzählt Mirco Guhr.

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Dieser ungewöhnliche Tuning-Polo ist Mirco Guhrs ganzer Stolz. In liebevoller Kleinarbeit hat er den alten VW deutlich altern lassen. Auch wenn man es nicht glauben mag, der Motor würde sogar noch laufen. Fotos: CF

Angefangen hat alles mit dem typischen bling bling Tuning eines VW Polo 2. Damals noch tiefer, breiter, glänzender und mit Speziallackierung, ist er allerdings nun umgestiegen. Jetzt präsentiert der 33-Jährige einen komplett verrosteten und auf alt getrimmten VW Polo 2. „Mir wurde dieses Hochglanztuning irgendwann zu nervig. Jeder Fleck, jeder noch so kleine Kratzer musste wegpoliert werden. Alles musste immer glänzen wie eine Eins. Das hat viel Zeit und Mühe gekostet. Daher finde ich die gegensätzliche Tuningrichtung viel entspannter und cooler.“ Obwohl,   weniger Aufwand steckt in dem Umbau sicher nicht. Um einen originalen Rosteffekt zu erzielen, musste Mirco Guhr den kompletten Lack bis auf die Karosserie abschleifen. Den Rest hat dann die Natur übernommen. „Nach einer Woche draußen bei Wind und Wetter fing der VW bereits an zu rosten. Und nach einiger Zeit ist von der metallenen Karosserie nichts mehr zu sehen.

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Den Innenraum hat der Hobbytuner komplett ausgeschlachtet und mit groben Naturholz ausgekleidet. Aufwändige Metallornamente verzieren den VW zusätzlich. „Ich habe mir viel Mühe mit den Anbauteilen sowohl im Innenraum, also auch an der Karosserie gegeben. Und ich wurde für die viele Arbeit auch schon mehrfach belohnt, in dem ich bei Wettbewerben einige Preise gewinnen konnte“, so der Hobbytuner. Wie viel Zeit er genau in seine nun schon zweite „Ratte“ gesteckt hat, kann er nicht genau sagen. Neben den Arbeiten an seinem Auto ist er oft und viel unterwegs. Zwei bis drei Wochenenden im Monat präsentiert er seine Autos irgendwo, und so auch am kommenden Wochenende auf dem mittlerweile größten Tunertreffen Deutschlands.

„Wild wild East ist einfach eine mega Veranstaltung. Ich freue mich jedes Jahr wieder darauf. Man trifft viele Gleichgesinnte, bekommt durch andere Aussteller neue Inspirationen und hat an den vier Tagen einfach nur Spaß. Denn irgendwie sind wir doch eine große Familie.“

Sogar seine elfjährige Tochter ist seit Kindesbeinen von der Tunerszene fasziniert. „Schon als Drei- oder Vierjährige war sie mit dabei. Besonders die Viertel-Meile-Rennen haben es ihr angetan. Ich glaube, sie hat ebenso Benzin im Blut wie der Papa“, freut sich Mirko Guhr.

Beim VW-Treffen in Bautzen sucht er sich immer einen besonderen Platz aus, wo er seine Fahrzeuge ausstellt, meist in der Nähe vom unmittelbaren Brennpunkt. „Auf dem Weg zu den Highlights des Treffens, wie zum Beispiel dem Viertel-Meile-Rennen oder der  „Show & Shine“-Fläche, wo das schönste und auffälligste Fahrzeug gekürt wird, laufen die meisten Besucher an meinen Autos vorbei und können sie unter die Lupe nehmen“, so der Tuningfan.

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Das Interieur hat der Hobbytuner komplett ausgeschlachtet und das Amaturenbrett mit groben Naturholz verkleidet.

Weitere Höhepunkte in Bautzen sind die Burnout–Weltmeisterschaft, bei der die Piloten die Reifen ihrer Autos ordentlich quietschen und qualmen lassen, bis sie oft mit einem lauten Knall das Zeitliche segnen. Natürlich dürfen bei solchen Tuning-Veranstaltungen attraktive Girls nicht fehlen. Beim Sexy-Car-Wash werden sie sicher nicht nur für glänzenden Karosserieren sorgen, sondern auch für ebensolche Augen der Besitzer. „Es ist einfach eine besondere Atmosphäre hier in Bautzen. Es macht jedes Jahr wieder großen Spaß und wenn es an die Siegerehrung beim „Show & Shine“-Wettbewerb geht, bin ich wieder total aufgeregt.“ In diesem Jahr endet das Tuner-Event mit einem großen Höhenfeuerwerk in der Nacht zum Sonntag, wenn es dann wieder heißt: „Aufbruch zum nächsten Tunertreffen."

Cornelia Fulk / 09.05.2016

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