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Kamenz startet durch bei Schulsanierung

Kamenz startet durch bei Schulsanierung

Bald wird diese Sonnenblume auf der Brache vor der Lessingschule ihre Blüte öffnen. Leben kommt auch wieder ins Schulgebäude, nachdem der Kreistag Bautzen und der Stadtrat Kamenz dem Rahmenvertrag zum Schulstandort Kamenz zugestimmt haben. | Foto: kk

Kamenz. Kamenz ist in Bewegung. Die Sanierung der Lessingschule und der 2. Oberschule startet bald mit der Ausschreibung. Über die Verkehrsführung in der Fichtestraße soll nach der Sommerpause gesprochen werden und die Marktgestaltung ist schon Ende Juni Thema.

Geschafft! Der Rahmenvertrag über den Schulstandort Kamenz ist in trockenen Tüchern. Nachdem der Kreistag am Montag dieser Woche geschlossen zustimmte, gaben die Kamenzer Stadträte am Mittwoch einstimmig ihr Okay für die Vereinbarung. Damit kann das komplexe Bauvorhaben ausgeschrieben werden und möglicherweise noch in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden.

Schrittweise wird zuerst die Lessingschule an der Henselstraße brandschutztechnisch und energetisch ertüchtigt, damit die Schüler der 2. Oberschule hier für zwei Jahre lernen können. In dieser Zeit wird die Schule in der Saarstraße vollständig rekonstruiert, werden die Außenanlagen und die Ausstattung erneuert. Anschließend kehren die Oberschüler in ihr erneuertes Schulgebäude zurück, damit in einem zweiten Bauabschnitt die Lessingschule komplett saniert und mit einem Ergänzungsbau versehen werden kann. Ziel ist es, dass bis Ende 2019 der gesamte Komplex fertig ist und die Gymnasiasten vom Stadtrand ins Gründerzeitquartier umziehen können.

Die Kosten für das gesamte Vorhaben belaufen sich auf rund 34,5 Millionen Euro. Darin enthalten, aber finanziell noch nicht abgesichert, sind auch eine neue 2-Feld-Sporthalle in der Nähe des künftigen Gymnasiums und ein Sportplatz mit den entsprechenden Außenanlagen. Der Landkreis hat für die Sanierung der beiden Kamenzer Schulen Eigenmittel in Höhe von 4,2 Millionen Euro eingeplant. Die Stadt Kamenz hat über den gesamten Zeitraum 2,8 Millionen Euro Eigenmittel vorgesehen. Außerdem werden Fördermittel der Städtebauförderung, Mittel aus dem Programm „Integrierte Stadtentwicklung“ sowie aus dem „Sächsischen Investitionskraftstärkungsgesetz“ für die Finanzierung eingesetzt. Hinzu kommen Erlöse aus dem Verkauf der Schule an der Macherstraße. Damit ist ein seit 2010 diskutiertes Projekt nun endgültig auf den richtigen Weg gebracht. 

Einen anderen Streitpunkt der vergangenen Wochen konnte der Stadtrat Kamenz am Mittwoch noch nicht aus dem Weg räumen. Die Beschlussvorlage zur Änderung des Bebauungsplans für das Gründerzeitquartier wurde auf Antrag der CDU-Fraktion zur Vorberatung in den Ausschuss überwiesen.

Gesprächsbedarf gibt es weiterhin bei der Verkehrsführung auf der Fichtestraße. Die Variantenuntersuchung lag Ende 2015 über drei Monate aus. Insgesamt 16 Stellungnahmen wurden abgegeben, die 156 Bürgern unterzeichneten. Außerdem verfasste die Grundschule eine Stellungnahme, die insgesamt 294 Eltern und Mitarbeiter unterstützten. Vorgesehen ist nach der Sommerpause einen Plan vorzulegen, der die Öffnung der Fichtestraße und den Abriss von drei Aufgängen der Fichtestraße 32, 34 und 36 vorsieht. Über die nötigen Änderungen im Umfeld soll mit den Betroffenen gesprochen werden. Gern möchte der Oberbürgermeister bis zum Jahresende die gesamte Planung beendet haben.

Die im Februar offiziell bekannt gegebene 500.000-Euro-Investition von Daimler im Gewerbegebiet am Ochsenberg beschäftigt die Stadtverwaltung Kamenz ebenfalls. Oberbürgermeister Roland Dantz berichtet, dass für diesen Erfolg vor allem Vertrauen zwischen Firma und Verwaltung aber auch Zuverlässigkeit nötig waren. Die Rede ist jetzt von einigen Hundert Arbeitsplätzen, die zusätzlich zu den bereits vorhandenen 330 bei der Accumotive GmbH in Kamenz entstehen. „Es sind gut bezahlte Industriearbeitsplätze“, freut sich Dantz. Entsprechend müsse es gelingen, diesen Beschäftigten und ihren Familien in Kamenz Angebote für Eigenheimstandorte und hochwertige Mietwohnungen zu machen. Der OB sieht die Stadt bereits auf dem richtigen Weg. Schon jetzt gäbe es erschlossene Bauplätze in unterschiedlichen Bereichen der Stadt.

Beworben werden diese im Moment auch über die Wohnstandort-Kampagne „Neue Stadt. Neues Glück.“, die vor allem Pendler aus dem Großraum Dresden und Rückkehrer für Kamenz begeistern soll. Es gäbe bereits einige Beispiele, bei denen sich Menschen für Kamenz entschieden haben. Und nicht nur als Wohnort auch als Arbeitsort ist Kamenz interessant. Bei Accumotive gäbe es schon jetzt offene Stellen, bei Sachsenmilch in Leppersdorf ebenfalls und mit dem neuen Pflegeheim am Bautzner Berg entstehen weitere 100 Arbeitsplätze in der Stadt.  

Nach den Debatten in den vergangenen Monaten wünscht sich der Oberbürgermeister weiterhin aktive Bürger, die sich an Diskussionen beteiligen. Jedoch mahnt Roland Dantz Fairness und Respekt im Umgang miteinander an. „Wichtig ist vor allem, Verständnis für das Handeln der anderen Seite aufzubringen“, sagt er. Aufgabe der Stadtverwaltung sei es Dinge zu erklären. Priorität haben aber auch Vertragsverhandlungen – etwa mit dem Landkreis oder Daimler – und die Planung der Stadtentwicklung. Beim nächsten Termin am 30. Juni wird beispielsweise gemeinsam mit der Cityinitiative und den Anliegern der Bautzner Straße über die Neugestaltung und Begrünung des Marktplatzes gesprochen. Den Denkmalschutz habe man bereits überzeugen können, kleinkronige Bäume entlang der Seite des Hotels „Goldner Hirsch“ zuzulassen.

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Katrin Kunipatz / 22.06.2016

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