Etwa 250 zumeist junge Görlitzer und Zgorzelecer haben am vergangenen Samstag in der Neißestadt gegen das Acta-Abkommen (Anti Counterfeiting Trade Agreement) demonstriert. Sie sehen durch die (von Deutschland und Polen noch nicht unterzeichnete) Vereinbarung die Freiheit des Internets und ihre Privatsphäre bedroht.
Max Tenschert wirkt ein wenig verunsichert, fast schüchtern. "Ich mache so etwas zum ersten Mal", sagt er zu dem breitschultrigen Kameramann, der sich vor ihm aufgebaut hat. Der lächelt, nickt verständnisvoll und meint: "Nicht so schlimm. Wir können noch mal alles auf Anfang setzen." Doch dann kommt der 20-jährige Görlitzer in Fahrt. "Wir sind gegen das Acta-Abkommen, weil es eine umfassende Überwachung aller Aktivitäten im Internet vorsieht. Dies geht weit über das hinaus, was für die berechtigten Interessen des Urheberschutzes erforderlich wäre." Freilich, so Max Tenschert, müsse geistiges Eigentum auch im weltweiten Netz respektiert und geschützt werden: "Doch dieses Abkommen dient nur den Interessen der Industrie und wendet sich gegen die Nutzer des Internet.
Erste grenzüberschreitende Demo mit etwa 250 Teilnehmern Görlitz.
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"Mitten im Satz fragt ein Mitstreiter Max, wann es denn nun losgehe: "Fünf Minuten", erwidert dieser. Und wieder in die Kamera: "Facebook, überhaupt die sozialen Netzwerke - das sind die Wege, auf denen die Jugend heutzutage kommuniziert. Wenn diese permanent überwacht würden, dann wäre dies ein nicht hinnehmbarer Eingriff in unsere Privatsphäre."
Max Tenschert ist ein ganz normaler Görlitzer Jugendlicher - keine Partei, keine spezielle politische Richtung steht hinter seiner Initiative, den Protest gegen das Anti-Acta-Abkommen nach Görlitz und Zgorzelec zu tragen. Gemeinsam mit seinem Freund Enrico Merker hat er den Aufruf zu der Demonstration im Internet verbreitet, Flyer machten darauf aufmerksam, auch eine kleine Ankündigung in der lokalen Tageszeitung.
"Diese Demonstration ist ein gutes Beispiel, wie die direkte Kommunikation im Netz funktioniert", erklärt Enrico, während Max an das nahe der Vierradenmühle aufgebaute Mikrofon tritt und zum Sammeln bläst. Enrico betont noch einmal, dass "keine Partei, keine politische Gruppierung hinter der Demo steht. Es handelt sich um eine rein bürgerliche Initiative." Freilich sind später im Demonstrationszug auch die Fahnen der Piratenpartei zu sehen, geht es doch hier um eines ihrer "ureigensten" Anliegen.














*Wenn wir uns selber regieren, bzw. das Recht
in die eigene Hand nehmen, dann machen
wir nichts falsch.*
Das heißt, wer zuerst
schiesst hat recht!
Zumindest ist diese Variante immer noch besser
als zu einem Richter zu gehen, der heimlich
Gerichtsprotokolle fälscht.