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Malerin entdeckt ihr Talent am Küchentisch

Malerin entdeckt ihr Talent am Küchentisch

Doreen Marie Schöngart malt in ihrem Wohnhaus in Schmölln. Hier hat sie nach vielen Jahren ihre künstlerische Ader wiederentdeckt.| Foto: kk

Pfingsten ist in Sachsen das Wochenende der Künstler. Zum zwölften Mal gibt es in diesem Jahr die Aktion „Kunst: offen“. Auch die Schmöllner Malerin Doreen Schöngart verwandelt ihren Hof in eine Ausstellung und hat sich Gäste eingeladen.

Schmölln. Die Lust am Gestalten und Malen trägt Doreen Marie Schöngart seit ihrer Kindheit in sich. „Schon damals habe ich bei Ferienbesuchen bei den Großeltern in Schmölln gemalt“, sagt die 42-Jährige. Aufgewachsen in Neustadt/Sachsen, lernte sie drei verschiedene Berufe und arbeitete. Viel Zeit widmete sie der Familie mit zwei Kindern – heute 18 und neun Jahre alt.
Wieder entdeckt hat die lebenslustige Frau ihre künstlerischen Neigungen erst mit knapp 40. Ihr berufliches Leben war im Umbruch und am Küchentisch im Haus der Großeltern, das jetzt ihre eigenes ist, begann sie zu zeichnen. Ihr Mann kannte den Bischofswerdaer Maler Falk Nützsche. Doreen Marie Schöngart kam in seinen Malzirkel und lernte bei ihm die Grundlagen der Bildkomposition.

Aber die Fähigkeit den besonderen Moment auf die Leinwand zu bannen, wenn das Licht die Landschaft in eine ganz eigene und je nach Jahres- und Tageszeit andere Stimmung versetzt, bleibt die Gabe der Künstlerin. „Nur trübe Tage sind nichts für mich“, erklärt sie. Oft ist Doreen Marie Schöngart in ihre Heimat unterwegs. Meist holt sie sich am Morgen ihre Inspirationen. Eine kleine Skizze, aber vor allem den einen Moment, wenn sie die Situation tief im Inneren berührt, nimmt sie mit ins Atelier. „Ich bin froh Kunst doch nicht nach der Schule studiert zu haben“, sagt die Malerin. „Für mich ist es wichtig, die Dinge und den Moment mit Auge und Herz zu erfassen.“
Die Steinbrüche rund um Schmölln und Demitz, die Herbstwälder am Klosterberg oder die Böhmische Schweiz – im Frühjahr, Herbst oder Winter – malt sie in Acryl auf die Leinwände. Etwa 40 bis 50 Bilder sind so bisher jedes Jahr entstanden. „Erster und bester Kritiker ist mein Mann“, schätzt die gestandene Frau ein. Sein Berufsalltag habe mit Kunst zwar gar nichts zu tun, doch gerade der Blick des Außenstehenden gibt manchmal den entscheidenden Hinweis.

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Während die Wahl-Schmöllnerin nur den Eindruck hat, dass etwas nicht stimmt, gelingt es ihm den „Fehler“ zu benennen. Doch Doreen Marie Schöngart ist nicht nur Malerin. Sie hat mit fast 40 das Geigespielen neu entdeckt und auch Klavier gelernt. In den Malpausen übt sie auf den Instrumenten und beim Pinseln lässt sie sich von klassischer Musik begleiten. So könne sie sich gut in die Materie hineinversetzen und Detail für Detail das Bild ausarbeiten. Jüngstes Werk ist ein erblühendes Rapsfeld bei Löbau. Ein anderes zeigt einen verschneiten Stoppelacker. Aber auch Eindrücke eines Marokkourlaubs oder den Besuch an der Donau hat die Künstlerin gemalt. Ob sich für diese Bilder Liebhaber finden, ist ihr beim Malen nicht wichtig – schön wäre es natürlich schon.

Deshalb hofft sie auf angenehmes Wetter und viele Besucher zur „Kunst:offen“ in Schmölln. Rund um das Wohnhaus, Am Mühlteich 5, wird die Künstlerin einige ihrer Arbeiten ausstellen. Eingeladen hat sie außerdem den Hobbyfotografen Rüdiger Hartmann. Er bringt großformatige Abzüge seiner schönsten Aufnahmen mit nach Schmölln. Für noch mehr künstlerische Anregung sorgt Ilka Aurich. Sie stellt fein gearbeiteten Elfenschmuck aus. Geöffnet ist zur „Kunst:offen“ bei Doreen Marie Schöngart am Pfingstsonntag und -montag, 15. und 16. Mai, von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Katrin Kunipatz / 14.05.2016

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