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Meisterschaften als Köder für die Szene

Meisterschaften als Köder für die Szene

Jürgen Schmidt vom Post-SV ist alter Hase in Sachen der Vorbereitung des Rennens „Rund um die Landeskrone“. Die Pokale sind mittlerweile bereits aus der Folie und graviert. Foto: Till Scholtz-Knobloch

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Seit 1920 können Radsportler und Zuschauer solch herrliche Bilder entlang der Strecke genießen. Foto: Felix Kurtze

Die Vorbereitungen zum 83. Radrennen „Rund um die Landeskrone“ am 8. Juli sind in der heißen Phase angekommen. Um sich der alten Tradition würdig zu erweisen, müssen die Radsportenthusiasten in und um Görlitz jedoch etwas in die Trickkiste greifen.

Görlitz. Das erste Radrennen „Rund um die Landeskrone“ wurde in Görlitz bereits 1920 ausgetragen. Es sind also nur noch zwei Jahre bis zum runden 100-jährigen Jubiläum. Jürgen Schmidt vom ausrichtenden Postsportverein erschrickt. „100 Jahre? Tja, durch kriegsbedingte Ausfälle oder eine Auszeit in der DDR haben wir immer vor Augen, dass dieses Jahr das 83. Rennen ansteht“, gibt Jürgen Schmidt zu. Doch kein anderer hat auch bei bislang 82 Fahrten in 98 Jahren so viel Erfahrung in der Vorbereitung wie er. Und er erinnert sich an die lange Durststrecke 1963-1974. „Die Volkspolizei hatte immer höhere Anforderungen an die Sicherung der Strecke gestellt – der Aufwand war damals nicht mehr für uns zu meistern.“ Die Tradition aus der bürgerlichen Vorkriegszeit schien schon verloren, als 1974 das zentrale Organisationskomitee des Radsportverbandes der DDR tagte und sich mit Görlitz als Etappenort der DDR-Rundfahrt beschäftigte.

„Mit ’Trick 17’ haben wir darüber das traditionsreiche Rennen zurückgeholt, denn der von uns abgesteckte Kurs führte wieder rund um die Landeskrone. Auf einmal war dies sogar mit 32 statt zuvor 135 Ordnern möglich, an denen wir zuvor gescheitert waren“, schmunzelt Jürgen Schmidt über diese List.

Einen Trick 17 ganz anderer Art müssen die Postsportler jedoch heute ziehen. Denn nach der Wiedervereinigung kamen Hürden ganz neuer Art. „Anfangs war das Interesse an Görlitz groß, weil wir als östlichste Stadt im Lande im Westen fast als exotisch galten. Doch eben die verkehrsmäßige Abgelegenheit hat dazu geführt, dass wir immer schwerer Mitfahrer rekrutieren konnten. Genau das hat dazu geführt, dass wir uns so häufig um Meisterschaftsläufe beworben haben“, so Schmidt.

Mit den Deutschen Meisterschaften der Senioren ist es der kleinen Radsportabteilung des Postsportvereins in diesem Jahr erneut gelungen, ein großes Radsportevent nach Görlitz zu holen. Das zieht auch Ortsferne. In den Alterskategorien werden in Görlitz die Deutschen Meister ermittelt und die besten Senioren an den Start gehen. Erstmals werden bei den Senioren gleichzeitig Sachsens Landesmeister ermittelt. Für alle Radsportbegeisterten, egal ob älter oder jünger, führt der Postsportvereins das Jedermann-Rennen“ und das „Fette-Reifen-Rennen“ durch. Der 17,3 km lange Rundkurs mit Start und Ziel auf der Promenadenstraße in Höhe des Hotels „Burghof“ führt über Kunnerwitz, Jauernick-Buschbach, Friedersdorf, Pfaffendorf, Schlauroth, den Grenzweg und die Grundstraße zur Promenadenstraße.

Die Rennen im Einzelnen

Senioren 3, Start 9.30 Uhr, 5 Runden über 86,5 km
Senioren 4, Start 9.35 Uhr, 3 Runden über 51,9 km
Fette-Reifen-Rennen (Alterskategorien 6-7 Jahre, 8-10 Jahre und 11-12 Jahre m/w (nat.), Start 9.35 Uhr auf der Strecke Grundstraße-Promenadenstraße über 1,8 km
Jedermann-Männer bis 39 Jahre/ab 40 Jahre, Start 11.45 Uhr, 4 Runden über 69,2 km
Jedermann-Männer über 50 Jahre/Frauen, Start 11.47 Uhr, 3 Runden über 51,9 km
Senioren 2, Start 12.15 Uhr, 7 Runden über 121,1 km

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Anmeldungen zu den Freizeitrennen

Im Rahmenprogramm 2018 kommt das Fette-Reifen-Rennen für Mädchen und Jungen in den Altersklassen 6 bis 7 Jahre, 8 bis 10 Jahre und 11 bis 12 Jahre zur Durchführung. Anmeldungen können sich Kinder per E-Mail unter radsport-goerlitz@freenet.de, telefonisch oder per Fax über 03581/ 310844 oder am Renntag bis um 9.15 Uhr am Grenzweg/Grundstraße am Start, der um 9.35 Uhr erfolgt. Das Ziel ist nach 1,8 km am Burghof. Rennräder sind bei diesem Wettkampf nicht zugelassen, die Reifenbreite muss mindestens 30 mm betragen, es besteht Helmpflicht.

Das Rennen der Jedermänner und -Frauen ist Bestandteil und Lauf um den Pokal im Lausitzcup. Minderjährige müssen eine Teilnahmebestätigung der Eltern vorlegen. Die Startgebühr beträgt 15,- Euro. Meldungen können im Meldeportal des Lausitzcup www.lausitzcup.de oder am Renntag bis eine Stunde vor dem Start im Rennbüro im Victoriagarten Promenadenstraße, dann aber mit Nachmeldegebühr, erfolgen. Für die Bereitstellung des Zeitnahmetransponders wird eine Kaution erhoben.

Ausfall der Buslinie 146 aufgrund des Radrennens

Aufgrund des Radrennens entfallen am Sonntag, dem 8. Juli die Fahrten der Linie 146 Görlitz-Pfaffendorf-Friedersdorf ersatzlos. Die Fahrt ab 16.30 Uhr wird als Angebot aufrechterhalten.

Historischer Exkurs

Von den ersten beiden Rennen in den Jahren 1920 und 1921 ist weder der Sieger noch der Austragungstag bekannt. Erster namentlich überlieferter Gewinner war 1923 der Görlitzer „Nachtel“, dessen Vornamen die Siegerliste jedoch noch verschweigt. Den gibt es ebenso wie die Vereinszugehörigkeit dann beim 5. Lauf 1924, als Paul Eipel vom RV Neiße 1885 aus Oberschlesien vor „Pförtner“ von den Frankensteiner Herrenfahrern und „Schilder“ vom RV Schwalbe Ziegenhals das Treppchen erklomm. Ein Siegerfoto gibt es dann 1935 von Walter Leppich aus Klodnitz bei Cosel.

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Till Scholtz-Knobloch / 27.06.2018

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