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Müll verschandelt den Görlitzer Strand

Müll verschandelt  den Görlitzer Strand

Jeden Tag das gleiche Trauerspiel: K9-Einsatzleiter Ronny Hasler sammelt den überall am Strand, auf den Liegebereichen und vor den Imbissen verstreuten Müll ein. Jede Woche kommen so bis zu sieben randvoll gefüllte Container zusammen. | Foto: fum

Görlitz. Der Berzdorfer See ist schön und lädt zum Baden ein. Könnte man meinen. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille: Fast jeden Tag lassen See-Besucher ihren Müll hier liegen. Andere Zeitgenossen karren in den unbeaufsichtigten Nachtstunden noch zusätzlichen heran.

Eigentlich versieht Ronny Hasler gern seinen Dienst auf der Görlitzer Seite des Berzdorfer Sees. Der Einsatzleiter des Wach- und Sicherheitsdienstes K9 Units Service ist mit seinen Mitarbeitern hier im Auftrag der Stadt im Einsatz. Die hatte das Unternehmen Mitte der Saison 2012 mit ins Boot geholt. Die Parksituation habe damals keine andere Wahl gelassen, begründet Nando Seibt vom Sachgebiet Liegenschaften der Stadtverwaltung. Der Linienbus sei mehrmals stecken geblieben, Einsätze des Rettungsdienstes hätten nicht gewährleistet werden können. „Rein über Verkehrszeichen ließ sich die Situation nicht regeln.“

Und so kümmert sich jetzt Ronny Hasler mit seinem Team vor allem um die Einhaltung der Ordnung an den Strandbereichen in Görlitz und Hagenwerder. Konkret geht es um die Einfahrtskontrolle, das Einweisen auf die vorgesehenen Parkflächen, aber auch die Zufahrtsbegrenzung, wenn alle verfügbaren Kapazitäten ausgereizt sind.
„Wir haben auf der Görlitzer Seite etwa 500 Stellplätze, in Hagenwerder sind es um die 370. An heißen Sommertagen kommt es schon mal vor, dass da überhaupt nichts mehr geht“, erläutert Hasler, der im Vergleich zum Vorjahr einen Trend festgestellt hat: „Ich denke, dass der See noch beliebter geworden ist. Was wir anhand des bisherigen Andrangs feststellen konnten, dürften noch einmal 50 Prozent mehr Gäste als im vergangenen Jahr im Anmarsch sein.“

Ist die Zuweisung der parkwilligen Fahrzeuge noch eine spannende Aufgabe, wird es bei anderen Dingen richtig eklig. Denn im mit der Stadt vereinbarten Leistungskatalog sind auch solche Punkte wie die tägliche Strandreinigung und das Sauberhalten der WCs aufgeführt. „Was wir da fast täglich erleben, spottet eigentlich jeder Beschreibung“, sagt der Einsatzleiter und weist beispielhaft auf die Sitzgelegenheiten vor einem der Imbisse.

Dort türmen sich Müllberge auf den Tischen, rundherum haben offenbar angetrunkene, in jedem Fall aber gewissenlose See-Besucher ihre Abfälle verteilt. Nur ein paar Meter weiter steht ein Müllcontainer, der die Hinterlassenschaften überbordender Zivilisation durchaus noch hätte aufnehmen können. „In der Woche sind es manchmal bis zu sieben Container, die wir mit liegengebliebenem Müll befüllen.“

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„Wollt ihr am See eine schöne Zeit, achtet auf die Sauberkeit“ – dieser Hinweis, nur wenige Zentimeter über einem Müllbehälter angebracht, lässt manche Zeitgenossen kalt. | Foto: fum

Aber das ist noch nicht alles, was Ronny Hasler die Zornesröte ins Gesicht treibt. Denn neben den gedankenlosen Zeitgenossen gibt es auch solche, die ganz bewusst die Zeit zwischen Mitternacht und 8.00 Uhr morgens nutzen, in der der See unbeobachtet ist. Dann kippen sie alte Fernseher, Stühle, Tische, Waschbecken und vieles andere, was zu Hause entsorgt werden muss, an den Strand, in die Uferzonen oder lassen es ganz einfach irgendwo im Gelände stehen. „So viel Unvernunft macht mich wütend. Wir tun das Mögliche, aber überall und jederzeit können wir nicht sein.“ Und so streifen die K9-Leute abends vor dem Feierabend noch mal auf Müllsuche durchs Gebiet. Das gleiche Szenario folgt früh mit dem Arbeitsbeginn. „Wenn wir das nicht regelmäßig tun würden, wären der Strand und die Liegebereiche schon längst zugemüllt“, weist Hasler auf die Wichtigkeit der Aufgaben seiner Mitarbeiter hin. So ist es auch keine Seltenheit, dass die Polizei von ihnen Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Graffiti oder defekter Beschilderung bekommt. „Das sollte einfach aufhören. Die Besucher müssen sich darüber im Klaren werden, welches tolle Erholungsgebiet sie vor der Haustür haben. Das darf man nicht so sinnlos zerstören oder verunreinigen!“

 

 

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Frank-Uwe Michel / 30.06.2016

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