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Schüler wollen die Kanzlerin ausfragen

Schüler wollen die  Kanzlerin ausfragen

Annalena, Samira, Rosanna uns Zoe (von li.) sind Mitglieder der Redaktion der Schülerzeitung „Kreuz und Quer“. Sie sind stolz auf ihre Arbeit und wurden kürzlich mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Foto: CF

Unabhängig, objektiv, transparent, faktenbasiert, gut recherchiert, kontrovers und kritikfähig – so soll guter Journalismus sein.  Auch der Nachwuchs wird aktiv an die Grundlagen des Berufszweiges herangeführt.

Schirgiswalde. So auch in der Freien Christlichen Schule Schirgiswalde. Anfang Juni bekamen die Schüler für ihre Schülerzeitung „Kreuz und Quer“ einen Förderpreis in der Kategorie Realschulen von der Jugendpresse Deutschland verliehen.

Die etwa 14 Jungen und Mädchen reisten sichtlich stolz nach Berlin, wo sie aus den Händen von Bundesratspräsident Stanislaw Tillich den Förderpreis überreicht bekamen.  

Schon zum dreizehnten Mal veranstaltet die Jugendpresse Deutschland zusammen mit den Ländern der Bundesrepublik Deutschland den Schülerzeitungswettbewerb. Expertinnen und Experten aus Medienhäusern, Klassenzimmern und Landesministerien wählten aus Bergen von Zeitungen die Besten der Besten aus. Und dazu gehört auch die Schülerzeitung „Kreuz und Quer“ der Freien Christlichen Schule Schirgiswalde.

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Bei der Preisverleihung haben die Schüler auch Stanislaw Tillich kennengelernt. Mit ihm wollen sie bald ein Interview führen. Foto:Jugendpresse Deutschland e.V.

„Als wir zwei von Ralf Caspers (Moderator der Verleihung, Erg. der Redaktion) nach vorn gerufen wurden, waren wir mehr als aufgeregt. Wir hatten Angst, dass wir über unsere eigenen Füße stolpern könnten“, erzählen Zoe und Annalena, zwei Redaktionsmitglieder der Schülerzeitung.  „Nach der Preisverleihung waren wir erleichtert, dass wir alles ohne peinliche Aktionen überstanden hatten. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir den Förderpreis für Realschulen erhalten haben.“ Ein kleiner Punkt trübte allerdings die gute Stimmung: „Mit einem Förderpreis verbindet man eigentlich auch eine finanzielle Zuwendung, aber wir haben lediglich die Reise nach Berlin bezahlt bekommen. Das war schon schade“, erzählt Angela Marschner von der Freien Christlichen Schule Schirgiswalde, sie betreut die Redaktion.
Aber die elf Mädchen und Jungen haben sich nach der Preisverleihung noch etwas die Hauptstadt angeschaut, eine Bootstour unternommen und viele Fotos gemacht. Und vielleicht sogar Ideen für die nächste Ausgabe ihrer Schülerzeitung gesammelt.

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Zwei-bis dreimal im Jahr erscheint die circa 24 Seiten dicke Schülerzeitung. Recherchieren, schreiben, layouten und drucken, alles machen die Schüler selbst. Unterstützt wird das Ganztagsangebot  von den zwei Lehrerinnen Angela Marschner und Marion Bude. Wie in einer echten TV-, Print- oder Online-Redaktion setzen sich die Schüler bei einer Redaktionskonferenz zusammen und diskutieren über die jeweiligen Themen der kommenden Ausgabe. „Wir finden es wichtig, dass die Themen abwechslungsreich sind. Mindestens genau so wichtig ist es uns, dass keiner allein arbeiten muss. Teamwork ist sehr wichtig, denn ohne würde das alles nicht funktionieren“, so Zoe und Annalena.

Die Themenbereiche der Schülerzeitung sind breit gefächert. Neben schulischen Belangen werden auch aktuelle Bereiche wie Mobbing oder die Asylproblematik beleuchtet. Interviews und Umfragen unter den Schülern oder Eltern fließen ebenfalls in die Zeitung ein. So haben zum Beispiel die Schüler vor einigen Jahren mit dem Bürgermeister von Schirgeswalde gesprochen und ihn auf den schlechten Zustand des Speisesaals der Schule aufmerksam gemacht. Das Ergebnis des Interviews: Heute speisen die Schüler in einem modernen Saal.

Unterstützt wird die Schülerzeitung von einigen Sponsoren der Region. Je nach Nachfrage beträgt die Auflage circa 70 bis 80 Stück. „Die Ausgabe kurz vor Weihnachten, zu unserem Nikolausmarkt, ist meist schnell weg, dann drucken wir einfach nach“, erzählen die Redaktionsmitglieder.

Die zwei Nachwuchsredakteurinnen Zoe und Annalena (beide 13 Jahre) sind bereits seit zwei bzw. drei Jahren feste Mitglieder der Schülerredaktion. Ihr Berufswunsch zeichnet sich auch schon ab, beide wollen Journalismus studieren. Auf die Frage, wen sie denn mal gern interviewen würden, antworten sie spontan: Angela Merkel, Matthias Schweighöfer oder Elyas M‘Barek. Bei der Preisverleihung Anfang Juni konnten sie zumindest schon mal erste Kontakte zu Stanislaw Tillich herstellen. „Wir haben seine Visitenkarte bekommen und hoffen nun, dass ein Interview zustande kommt. Das wäre eine große Ehre für unsere Zeitung. So eine berühmte Person haben wir noch nie interviewt“, sagen die zwei 13-Jährigen.

Natürlich haben die Nachwuchsredakteurinnen ähnliche Sorgen und Probleme wie gestandene Journalisten, wie Zoe und Annalena erzählen. „Einen pünktlicheren Redaktionsschluss würden wir uns von manchen unserer Mitschüler schon wünschen. Oder eine bessere Fotoausrüstung, da wir gerne mehr eigene Fotos machen würden.“

Im Rahmen des Projekts „Genia Sozial“ haben die zwei aufgeweckten Mädchen die Redaktion des Oberlausitzer Kurier besucht und selbst einen Beitrag verfasst, zu lesen im Innenteil der aktuellen Ausgabe. 

Cornelia Fulk / 27.06.2016

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