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Signale auf Grün 
für Königsbrück

Signale auf Grün 
für Königsbrück

Wenn nichts außergewöhnliches mehr passiert, werden auch in fernerer Zukunft noch Züge in Königsbrück ankommen und abfahren.

Der Kreistag weist seine VVO-Vertreter an, für die lange Eisenbahnvariante zu stimmen. Für alle Anliegerkommunen soll es Verbesserungen geben.

Königsbrück. Hinsichtlich des Erhalts der Zuganbindung von Königsbrück an Dresden stehen die Signale auf Grün. So schlägt die Verwaltung des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) ihrem Beirat vor, auf seiner nächsten Sitzung am 11. April die „Eisenbahnvariante“ zu befürworten. 
Dies gilt dann gleichzeitig als Empfehlung an die Verbandsversammlung, welche die endgültige Entscheidung treffen muss. „Die notwendigen Investitionen in die Eisenbahnstrecke betragen bis Ottendorf-Okrilla 6,7 und im anschließenden Abschnitt bis Königsbrück 0,7 Millionen Euro.
Dem gegenüber stehen Investitionen in eine Straßenbahnlösung in Höhe von 38,8 bis Ottendorf-Okrilla und im anschließenden Abschnitt bis Königsbrück in Höhe von weiteren 23,1 Millionen Euro. Aus wirtschaftlichen Aspekten wäre eine Straßenbahnlösung daher lediglich zwischen Dresden und Ottendorf-Okrilla umsetzbar und hätte die Umstellung der weiteren Bedienung bis Königsbrück auf Busverkehr zur Folge“, fasst Geschäftsführer Burkhard Ehlen die Ausganslage zusammen. 

Auch könne die Ertüchtigung der vorhandenen Eisenbahnstrecke wesentlich schneller erfolgen als der Bau einer neuen Straßenbahnanlage. Burkard Ehlen wirbt darum, „dass die gesamte Region hinter dem gewählten Konzept steht und mit einer Stimme spricht, auch um beim Freistaat Sachsen eine Beteiligung an den laufenden Betriebskosten einzuwerben.“ Dies dürfte allerdings ein frommer Wunsch bleiben, da die Gemeinde Ottendorf-Okrilla eine andere Strategie verfolgt. Sie will laut Stellungnahme den Bahnverkehr an ihrem Haltepunkt Süd enden lassen und den weiteren Verkehr in Richtung Norden per Bus abwickeln lassen. 
Alternativ, so bekundet Bürgermeister Michael Langwald, sei für Ottendorf-Okrilla auch die Straßenbahnvariante denkbar. Auch der Bautzener Kreistag hatte sich auf seiner jüngsten Sitzung bereits klar für die Beibehaltung des Zugverkehrs von Dresden bis Königsbrück ausgesprochen. Die Vertreter des Landkreises in den Gremien des VVO sind somit angewiesen, in diesem Sinne zu stimmen. 

Der Landkreis Bautzen sieht mit der Ertüchtigung der Eisenbahnstrecke „den Wunsch der Bevölkerung nach einer schnellen Stadt-Umland-Verbindung“ besser erfüllt als mit einer Straßenbahn, die eher für die „kleinräumige Erschließung“ geeignet sei. Er weist zudem darauf hin, dass die von Ottendorf-Okrilla favorisierte Variante das Ende des Bahnverkehrs in Nord und nicht in Süd vorsehe. Dadurch würde sich der erhoffte Effekt einer Verbesserung der innerörtlichen Verkehrssituation gar nicht einstellen. „Die von der Gemeinde Ottendorf-Okrilla gewünschten Angebotsverbesserungen hat der VVO mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 bereits teilweise umgesetzt“, betont Christian Künze vom Straßenverkehrsamt des Landkreises. So wurde zum einen die bestehende abendlich Taktlücke mit einer zusätzlichen Fahrt 21.45 Uhr ab Dresden geschlossen. Damit stehe sowohl Berufspendlern als auch Fahrgästen im Freizeitverkehr eine abendliche Fahrtmöglichkeit in Richtung Ottendorf-Okrilla und Königsbrück zur Verfügung. Zudem wurde das Angebot an Samstagen verdoppelt und ein Stundentakt eingeführt. Künftig soll die „SB 33“ bis Dresden-Hauptbahnhof verlängert und bis Ottendorf-Okrilla im Halbstundentakt, bis Königsbrück im Stundentakt gefahren werden.

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Uwe Menschner / 12.04.2018

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