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Tätowierer mit Herz für Kinder

Tätowierer mit Herz für Kinder

Maik Baier hat hin und wieder auch seinen „Lehrling“ Sven Hanusch unter der Tätowiernadel. Foto: R

Bautzen. Er hat tiefe Wurzeln geschlagen in der internationalen Tattoo-Szene: Maik Baier aus Kleinwelka bemalte nach seiner Ausbildung zum Kirchenrestaurator keine Wände, sondern mehrere Quadratmeter Haut. Seine Kundschaft kommt inzwischen nicht nur aus Teilen der Lausitz und aus Berlin. Auch Norweger, Österreicher und Eidgenossen aus der Schweiz steuern seinen Laden in der Bautzener Steinstraße an. Dabei kam ihm bislang nicht nur faltenfreies Material unter die Nadel. Erst vor wenigen Monaten durfte er einem 83 Jahre alten Senior esoterische Symbole in die Epidermis ritzen, wie der Jungunternehmer stolz berichtet. Gern erinnert er sich auch an einen Bautzener, der sich vor seinem Wegzug aus der Spreestadt drei Senftöpfe auf dem Schienbein verewigen ließ. Ein anderer wiederum wünschte sich kurioserweise ein ausgepacktes Bonbon auf der Handfläche.

Was viele nicht wissen: Der junge Mann und überzeugte Dynamo-Dresden-Fan, der schon aus Hygienegründen eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Tätowierer begrüßen würde, engagiert sich seit Längerem für krebskranke Kinder und deren Familien. „Oft ist es ja so, dass die gesunden Familienmitglieder unter der schwierigen Situation stark leiden“, erklärt der 33-Jährige. „Um ihnen ein unbeschwerteres Leben zu ermöglichen, unterstütze ich verschiedene Aktionen des Sonnenstrahl-Vereins.“ Auf die Organisation aus der Landeshauptstadt wurde Maik Baier im Zusammenhang mit der Krebserkrankung eines befreundeten Sportlers aufmerksam. Der Lausitzer selbst hat sich bereits einiges einfallen lassen, um ihr finanziell unter die Arme zu greifen. So entwarf der Hobbymodellbauer beispielsweise einen Dynamo-Truck, den er von seinen Idolen auf dem Rasen signieren ließ. Letztendlich brachte das Unikat dem Sonnenstrahl-Verein fast 500 Euro ein.

Damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch künftig will sich Maik Baier in den Kampf gegen die tödliche Volkskrankheit einbringen. „Von den rund 4,5 Millionen Menschen, die sich allein in Deutschland tätowieren lassen, leite ich ab, dass der Markt ausbaufähig ist“, meint der Tattoo-Künstler, der völlig ohne Schablonen auskommt. „Das bedeutet, jeder meiner zahlenden Kunden kann auch künftig einen Beitrag leisten.“ Er verweist auf eine Spendenbox auf dem Tresen, die darauf wartet, gefüttert zu werden – für den guten Zweck.
Die Geschäftsführerin des Dresdener Sonnenstrahl e.V. Antje Herrmann:  „Über diese Unterstützung freuen wir uns natürlich. Für unsere Arbeit brauchen wir ein Netzwerk wie dieses. Denn wir sind auch Ansprechpartner für Familien in Regionen wie der Lausitz.“

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Roland Kaiser / 29.03.2017

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