„Witaj“ als Zukunftsgruß in der Oberlausitz

Die Kraft der Sprache: Sorbisch stärkt Regionalbewusstsein Foto: Domowina/Bozena Schiemann
Bautzen. Der neueste Lausitz-Monitor rückte erstmals die Sorben in den besonderen Fokus. Dr. Jörg Heidig präsentierte die Ergebnisse in dieser Woche im Haus der Sorben. Die Studie zeichnet ein ambivalentes Bild der Stimmung in der Region. Zwar herrscht eine leicht optimistische Grundstimmung, doch der Bedarf an tiefgreifendem Strukturwandel bleibt hoch. Auf Initiative der Domowina wurden speziell sorbische Themen wie Mehrsprachigkeit und kulturelle Identität untersucht. Die sorbische Kultur wird von der Bevölkerung breit als wichtiger Teil der regionalen Identität anerkannt. 83 Prozent der Befragten mit sorbischer Herkunft erklärten eine starke emotionale Bindung an die Lausitz. Auch 62 Prozent ohne sorbischen Hintergrund teilen diese Verbundenheit. Besonders bemerkenswert ist die Haltung zur sorbischen Sprache: Für 72 Prozent gehört sie wesentlich zur Identität der Lausitz. Die Begrüßung „Witaj“ wird von fast der Hälfte als regionaltypischer Gruß empfunden. Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik sieht das Ziel von 100.000 Sorbisch-Sprechenden bis 2100 als realistisch an. Die Studie zeigt, dass die Zukunft der Lausitz nicht ohne die Stimmen der Sorben gestaltet werden kann. Insgesamt ordnen sich rund 140.000 Lausitzer in gewisser Weise dem Sorbischen zu. Der Lausitz Monitor 2025 unterstreicht die besonderen Impulse der sorbischen Gemeinschaft für die gesamte Region.