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Zittauer Schauburg erstrahlt bald wieder

Zittauer Schauburg erstrahlt bald wieder

Das vorhandene Inventar in der Zittauer Schauburg – wie zum Beispiel die ganzen alten Lampen, Stühle und Tische – ist erhalten und aufgearbeitet worden. Darauf sind die Betreiber des Hauses Elke Schäfer und Thomas Schmid sehr stolz. Foto: Steffen Linke

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Elke Schäfer und Thomas Schmid haben die traditionsreiche Zittauer Schauburg vor dem Verfall gerettet. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem auf der Innenausstattung. Foto: Steffen Linke

Der Fortgang der Sanierung in der Zittauer Schauburg, einem der wohl schönsten Kinos in der DDR, stößt gerade bei kulturellen Veranstaltungen immer wieder auf großes öffentliches Interesse. Das dürfte auch zum 2. bayerischen Oktoberfest am Samstag, 14. Oktober, von 12.00 bis 24.00 Uhr, ganz bestimmt wieder der Fall sein.

Zittau. Elke Schäfer und Thomas Schmid hatten die Immobilie auf dem Ottokarplatz 17 im Jahr 2015 von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts erworben. Zuvor waren dort bereits Berge von Müll entsorgt worden.
„Wir hatten uns bei einer Besichtigung in das Gebäude und dessen Historie verliebt“, sagt er. Der Innenraum sei nach circa 20 Jahren Vandalismus und mehreren Bränden in einem ruinösen Zustand gewesen und die Entscheidung zur Wiederbelebung damals ziemlich spontan gefallen.

Der Alteigentümer wollte die Schauburg aus krankheitsbedingten Gründen abstoßen. Und die Stadt Zittau hatte nicht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht.

Über die Modalitäten wurde nach weiteren Informationen von Thomas Schmid Stillschweigen vereinbart.
Für Elke Schäfer verbinden sich mit der Schauburg – wie für viele andere Menschen auch – Kindheitserinnerungen: „Ich war hier hin und wieder mal im Kino.“ Die Besucher hätten einst die Reitbahnstraße hinunter angestanden, um Karten für einen Platz in der Visionsbar zu bekommen.

„Wenn ich mir Bilder aus DDR-Zeiten ansehe, war es ein Kino auf modernstem Niveau. Wir haben uns dann stark gemacht, um dieses historische Gebäude zu retten“, sagt sie.

Seit 2015 sind erhebliche finanzielle Mittel und sehr viele Arbeitsstunden von Familie und fleißigen Helfern in die Schauburg geflossen.

Das vorhandene Inventar – wie zum Beispiel die ganzen alten Lampen, Stühle und Tische  – ist erhalten und aufgearbeitet worden.

Mittlerweile befinden sich die Visionsbar, der Saal und das Foyer wieder in einem nutzbaren Zustand. Eine Brandschutzmeldeanlage wurde eingebaut sowie der Sanitär- und Nebentrakt gebaut und fertiggestellt. Der Fußboden, das Parkett, die Teppich- und Tanzfläche sowie die komplette Elektrik sind erneuert worden. „Mit dem neuen Bierhänger können wir auch mobiler sein“, sagt sie.

2017 haben die beiden das Projekt „Die Schauburg soll wieder erstrahlen“ gemeinsam mit der Volksbank Löbau-Zittau eG. und dank vieler Spender erfolgreich abgeschlossen. Die originale Beleuchtung in Neonschrift soll in diesem Jahr noch fertiggestellt werden. Ein konkreter Termin dafür steht aber noch nicht fest. „Für die Spender organisieren wir eine feierliche Inbetriebnahme“, blicken Elke Schäfer und Thomas Schmid voraus.

Die schönen Tage in diesem Jahr sollen noch genutzt werden, um den Außenbereich bzw. die Freifläche an der Schauburg – unter anderem mit Bierzelt oder Biergarten – zu gestalten. Die Wunschvorstellung von Thomas Schmid läuft darauf hinaus, die Baumaßnahme bis Ende 2018 abzuschließen: „Wenn wir einmal fertig sind und die Bauauflagen erfüllen, soll die Schauburg mit kultureller Vielfalt mit Leben ausgefüllt werden – von Konzerten, über Filmvorführungen, private Feiern bis hin zu Theatervorstellungen.“ Beim Oktoberfest am Samstag, 14. Oktober, gibt es bayerische Spezialitäten, wie zum Beispiel Weißwürste und Augustiner Oktoberfestbier. Wer in Tracht erscheint, bekommt einen Honigschnaps gratis, versprechen Elke Schäfer und Thomas Schmid. Die beiden wünschen sich auch künftig viel Kraft, um das Projekt weiterzuführen. Die positive öffentliche Resonanz wirkt dabei motivierend. „Es ist schon sehr emotional, wenn Besucher in der Schauburg vor Freude weinen, weil sie begeistert davon sind, was wir wieder daraus gemacht haben“, sagt sie.

Steffen Linke / 18.10.2017

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