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Angiografieanlage in Görlitz gestartet

Angiografieanlage in Görlitz gestartet

Mit der neuen Anlage können Patientenverlegungen nach Dresden oder Cottbus vermieden werden. Foto: Paul Glaser

Görlitz. Das Städtische Klinikum Görlitz hat eine neue „Angiografie- und Katheteranlage“ in Betrieb genommen. Sie soll die Diagnostik und Behandlung von Herz-, Hirn- und Gefäßerkrankungen in der Oberlausitz verbessern.

Bei der Anlage handelt es sich um eine sogenannte biplane Angiografieanlage. Sie kann Blutgefäße gleichzeitig aus zwei Blickwinkeln darstellen. Das erleichtert die Orientierung bei Katheteruntersuchungen und Eingriffen, verkürzt die Behandlungszeit und senkt den Bedarf an Kontrastmittel. Das ist vor allem für Notfälle und für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion relevant.

In der Kardiologie wird die Technik vor allem bei Herzkatheteruntersuchungen eingesetzt, etwa zur Behandlung verengter Herzkranzgefäße. Nach Angaben des Klinikums lassen sich komplexe Befunde genauer beurteilen und Eingriffe gezielter durchführen. Auch für die Schlaganfallversorgung hat die neue Anlage Bedeutung. Sie ermöglicht sogenannte mechanische Thrombektomien, bei denen Blutgerinnsel im Gehirn über einen Katheter entfernt werden. Diese Behandlung kommt bei schweren Schlaganfällen infrage und muss möglichst schnell erfolgen. Bislang war sie vor allem in größeren Zentren wie Dresden und Cottbus möglich. Nun kann sie auch in Görlitz durchgeführt werden, was Transportzeiten verkürzt.
Die Kosten für die Anlage und den Umbau der Räume im Erdgeschoss von Haus A belaufen sich auf rund 3,29 Millionen Euro. Davon stammen etwa 2,78 Millionen Euro aus Fördermitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregion – letztlich ist dies damit in der Sache auch eine umstrittene Mittelverwendung.

Zur Inbetriebnahme der Anlage fand eine Einweihungsveranstaltung im Klinikum statt. Anwesend waren unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu sowie Vertreter der Klinikleitung und der beteiligten Fachabteilungen. Das Klinikum verwies dabei auf die Bedeutung der Investition für die regionale Gesundheitsversorgung und darauf, dass komplexe Herz- und Schlaganfallbehandlungen künftig auch in Görlitz durchgeführt werden können. Wie stark sich der technische Fortschritt im Alltag auswirkt, wird jedoch auch davon abhängen, ob die spezialisierten Behandlungen dauerhaft personell abgesichert werden können – insbesondere bei zeitkritischen Eingriffen wie der Schlaganfalltherapie.

tsk / 08.02.2026

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