Bahnhof Bischofswerda nach Umbau endlich barrierefrei

Die DB sanierte seit November 2023 das Treppenhaus auf Bahnsteig 2/3 nach Denkmalschutzvorgaben und erneuerte die Bahnsteigdächer sowie die Treppen der Personenunterführung.
Bischofswerda. Seit Anfang der Woche können Reisende auf dem Bahnhof Bischofswerda die sanierte Personenunterführung und die beiden neu errichteten Aufzüge nutzen. „Damit verbessern sich die Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Menschen, Reisende mit schwerem Gepäck oder Fahrrädern und Eltern mit Kinderwagen deutlich“, erklärt Jörg Bönisch, Sprecher der Deutsche Bahn AG (DB) für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die DB sanierte seit November 2023 das Treppenhaus auf Bahnsteig 2/3 nach Denkmalschutzvorgaben und erneuerte die Bahnsteigdächer sowie die Treppen der Personenunterführung. Die „Mundhäuser“ der Aufzüge wurden so errichtet, so dass sie bei einer späteren Erhöhung der Bahnsteige weiter genutzt werden können. Für den barrierefreien Zugang erhielten die Aufzüge auf den Bahnsteigen zusätzliche Rampen. Der Personentunnel wurde instandgesetzt, der Boden erneuert und die Wände neu gefliest. Außerdem erhielten die Unterführung und die Treppen eine neue Beleuchtung. „In diesem Jahr werden mit dem Rückbau der Fußgängerbrücke und der Sanierung das Bahnsteigdachs von Bahnsteig 1 die Modernisierungsarbeiten abgeschlossen“, kündigt Jörg Bönisch an. Der Bund und die Deutsche Bahn investierten rund 10 Millionen Euro in die barrierefreie Gestaltung und die Modernisierung des Bischofswerdaer Bahnhofs. „Vor der Freigabe der Aufzüge führte die DB zahlreiche Tests durch, um beispielsweise den höhengleichen Halt der Kabine beim Ein- und Ausstieg einzustellen. Auch umfangreiche sicherheitsrelevante Prüfungen und technische Abnahmen waren notwendig“, so der Bahnsprecher. Um dem Denkmalschutz gerecht zu werden, ließ die DB spezielle, optisch alt wirkende Glasfenster anfertigen und im Frühjahr 2026 einbauen.
Der Bischofswerdaer Oberbürgermeister Holm Große freut sich über das Ende der Arbeiten, verweist in einem Facebook-Post aber auch auf „eine gefühlt unendliche Bauzeit mit Erschwernissen für alle Bahnreisenden, nicht zuletzt für Menschen mit körperlichen Einschränkungen durch die nicht und für viele andere kaum zu bewältigende Riesenbrücke.“
Diese hatte für große Diskussionen und Unmut gesorgt, zumal es vor ihrer Inbetriebnahme eine anscheinend funktionierende ebenerdige Übergangsmöglichkeit gegeben hatte, die allerdings aus Sicherheitsgründen nicht weiter betrieben werden durfte. David Gratzl, Projektleiter der Initiative „Bischofswerda Inklusiv“, freut sich über einen „wichtigen Schritt für mehr Barrierefreiheit, Mobilität und echte Teilhabe am Bahnhof Bischofswerda“ und schreibt von einem „starke Signal für eine Stadt, die für alle erreichbar sein will.“
