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Bitte übernehmen Sie, Frau Doktor

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Dr. Katrin Zickmüller behandelt in ihrer Praxis in erster Linie Wirbelsäulenleiden. Die sind der Renner, sagt die Medizinerin. Foto: RK

Großpostwitz. Sie ist in eine Männerdomäne eingedrungen und hat sich dort inzwischen einen festen Platz erarbeitet: Orthopädin Dr. Katrin Zickmüller kümmert sich fortan in Eigenregie in einer Praxis in Großpostwitz um Wirbelsäulenleiden, Fußfehlstellungen und Fehlbildungen der Hüftgelenkpfanne. Das seien die Renner unter den Erkrankungen des menschlichen Bewegungsapparates, sagt die Fachärztin. Vor neun Jahren kam sie zurück in die Lausitz, vor vier Jahren wurde die gebürtige Kamenzerin zunächst Teil eines mehrköpfigen Behandlungsteams. Dann übergab der bisherige Praxisinhaber den Staffelstab an seine Nachfolgerin. Sie hatte zuvor ihr Studium gemeistert und längere Zeit in der sächsischen Landeshauptstadt Menschen untersucht und therapiert. Jetzt will sie Patienten in einem Einzugsgebiet von etwa 100 Kilometern, das von Oppach bis in den Dresdener Speckgürtel reicht und das sie sich mit vier Kollegen teilt, wieder zu neuer Mobilität verhelfen. „Männer und Frauen verschiedener Generationen kommen in die Praxis, aber auch Kinder und Jugendliche. Darunter befinden sich viele, die aufgrund eines Sportunfalles orthopädische Hilfe benötigen. Im gesamten Spektrum sind es jedoch die Älteren, die wir behandeln.“ Katrin Zickmüller stemmt den Praxisalltag, der, wie sie betont, oft über die festgelegten Öffnungszeiten hinausgeht, mit zwei Mitarbeiterinnen. „Deshalb suchen uns gern auch zahlreiche Patientinnen auf, die sich eher in Frauenhand begeben“, schmunzelt Katrin Zickmüller.

Operationen nehme das Team keine vor. Die Orthopädin setzt vielmehr auf verschiedene Behandlungsmethoden. Dazu zählen die Akupunktur, die Osteopathie oder die Neuraltherapie. Für die Diagnostik stehen ihr ein Röntgenapparat, ein Ultraschallgerät und eine Knochendichtemessung zur Verfügung.

Die Medizinerin, die gleichzeitig Mutter eines elfjährigen Jungen und einer Siebzehnjährigen ist, hatte sich einst bewusst dazu entschieden.

Vor allem wegen der Familie, mit der sie fernab der Arbeit eine schöne Zeit verbringen möchte. „Ich schätze an meinen Patienten, dass sie sich oft schon nach der ersten Diagnose von uns therapieren lassen“, zeigt sich Katrin Zickmüller erfreut über das entgegengebrachte Vertrauen. Nach Wegfall des klassischen Überweisungsscheines, den in der Vergangenheit der jeweilige Hausarzt ausstellte, lasse sich der benötigte Fachmediziner frei wählen. „Das nutzen in anderen Regionen viele, um sich zunächst Befunde von verschiedenen Experten einzuholen, bevor eine Behandlung erfolgen kann.“ Dies wiederum verursache zusätzliche Kosten, die die Krankenkassen zu tragen haben. Und auch Wartezeiten. „Alle Kollegen haben voll zu tun“, weiß die Lausitzerin aus Erfahrung. „Dennoch sind sie darum bemüht, Termine für Patienten bereitzustellen. Die Schwierigkeit liegt allein darin, dies zeitnah zu realisieren.“

Sobald eine Therapie spruchreif wird, bittet Katrin Zickmüller darum, dass ihr Gegenüber zu deren Erfolg beiträgt. „Übungsprogramme, wenn man sie richtig anwendet, helfen dabei, dass der Bewegungsapparat bald wieder in Schwung kommt.“

Die Fachärztin weiß, wovon sie spricht. Immer wieder macht sie die Erfahrung, dass Patienten sich nicht effektiv in die Behandlung einbringen. „Das ist aber notwendig, sonst funktioniert eine Therapie nicht.“
In Großpostwitz will Katrin Zickmüller ihre Zukunft als Orthopädin bestreiten.
Dabei nimmt sie gern den Fahrtweg zwischen ihrem Wohnort Bautzen und der Gemeinde in Kauf. „Ich erfreue mich an der schönen Umgebung und schalte für einen Moment ab. Das gibt mir die Kraft, das anstehende Pensum zu meistern.“

Roland Kaiser / 26.09.2018

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