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Hummel Hummel im Bürgerhaus Niesky

Hummel Hummel im Bürgerhaus Niesky

Das Nachtleben von Altona und St. Pauli – hier die legendäre Davidswache und das St. Pauli Theater an der Reeperbahn – werden im Stück natürlich aufgegriffen. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Niesky. „Hummel, Hummel“, lautet am 27. Februar der scherzhafte Hamburger Gruß im Bürgerhaus Niesky in der Muskauer Straße 31–35. Um 19.30 Uhr gastiert dann nämlich das IKs Theater mit dem Stück „Mord in der Haifischbar Hamburg, St. Pauli“.

Das ist insofern natürlich sehr touristisch gedacht, denn die legendäre Hamburger Haifischbar befindet sich am Fischmarkt von Altona, das als holsteinische Großstadt (niederdeutsch leitet sich Altona von „Allzu nah“ [an Hamburg] ab) erst 1937 zu Hamburg eingemeindet wurde. Immerhin in unmittelbarer Nachbarschaft zum Alt-Hamburger Stadtteil St. Pauli. Der Name der Bar stand 1962 dann jedenfalls auch Pate für die gleichnamige Unterhaltungsshow des NDR-Fernsehens im ARD-Abendprogramm. 1964 kopierte das DDR-Fernsehen das Konzept mit der maritimen Musiksendung „Klock 8, achtern Strom“ aus der Rostocker Hafenbar. 

Die Aufführung „Mord in der Haifischbar Hamburg, St. Pauli“ verbindet nun jedenfalls das Amüsement von Theater und Livemusik neu: Begleitet wird das zweiteilige Stück von der seit den 60er-Jahren populären Band „The Rattles“, die bekannte St.-Pauli-Titel spielt und den Abend musikalisch ergänzt. Karten sind in Niesky im Bürgerhaus und in der Touristinformation im Johann-Raschke-Haus am Zinzendorfplatz erhältlich, in Görlitz beim Niederschlesischen Kurier in der Dresdener Straße 6 sowie über Eventim und Reservix.

Übrigens: Wenn Sie der Hamburger mit „Hummel Hummel“ grüßt lautet die richtige Entgegnung: „Mors Mors!“. Der Gruß „Hummel Hummel“ diente ursprünglich dazu, Wasserträger (Hummeln) auf den Straßen von St. Pauli zu erkennen oder aufzuziehen. Mors ist Pladdütsch und heißt Arsch. Das Aufziehen wird also derbe beantwortet. Und wo wir schon bei sprachlichen Wurzeln sind: Die Reeperbahn war ursprünglich eine Seilerei-Arbeitsbahn. „Reep“ ist im Norden ein Seil, besonders für dicke Schiffstaue. „Bahn“ bezeichnet hier eine lange, gerade Strecke, die zum Drehen der Fasern nötig war.

Till Scholtz-Knobloch / 19.02.2026

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