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Bürgermeisterin im Jacobimarkt-Fieber

Bürgermeisterin im Jacobimarkt-Fieber

Verena Hergenröder, Bürgermeisterin der Stadt Ebersbach-Neugersdorf, und der Malzmönch der Eibauer Brauerei sind jedes Jahr mit von der Partie, wenn der Neugersdorfer Jacobimarkt feierlich eröffnet wird. | Foto: privat

Neugersdorf. Verena Hergenröder, Bürgermeisterin der Stadt Ebersbach-Neugersdorf, eröffnet am Freitag, 29. Juli, um 14.00 Uhr, am Zelt des Tischtennsvereins mit  dem Malzmönch der Brauerei Eibau und dem traditionellen Böllerschießen der Privilegierten Schützengesellschaft den 288. Neugersdorfer Jacobimarkt.

In diesem Moment halten sich die ersten Besucher beim Gierschdurfer Schiss'n aufgrund des mehrfach lauten Donnerhalls ganz bestimmt wieder  die Ohren zu. „Ich bin erstaunt und froh darüber, dass sich diese ,kleine Zeremonie' so großer Beliebtheit bei den Anwesenden erfreut“, sagt sie.

Danach unterhält sich Verena Hergenröder sowohl mit den Gästen von weiter her als auch mit Einwohnern, „die ich sonst nicht so häufig treffe. Anschließend gehe ich über den Platz, um mir für die nächsten Tage die ,Köstlichkeiten' vorzumerken.“

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Alljährlich strömen zum  Gierschdurfer Schiss'n zigtausende Besucher aus nah und fern. „Der Jacobimarkt gehört ohne Zweifel zu den Höhepunkten, die unsere Region bereichern. Hier genießen Familien und Freunde ein Stück Heimat“, sagt sie.

So mancher überlegt auch während dieser Tage, ob es sich nicht doch lohnt, in die Region zurückzukommen. Beispiele dafür gibt es laut Verena Hergenröder. Spätestens mit dem Tag der „Vorbereitungsrunde“ zum Jacobimarkt, die jedes Jahr Anfang Juni stattfindet, fiebert die Bürgermeisterin dem Gierschdurfer Schiss'n entgegen: „Ich reihe mich damit in den Reigen derjenigen ein, die sich zunehmend über das Ereignis  unterhalten und darauf freuen.“

Die Tage während des Trubels bleibt bei Verena Hergenröder zu Hause der Kühlschrank leer. Sie lässt sich  auf dem Neugersdorfer Jacobimarkt unter anderem Kräppelchen, Langos, gefülltes Brot, Fischsemmeln oder aber die Kreationen aus der „Gaudi-Hütte“ schmecken. Ein kühles Bier dazu – das ist wie Urlaub, sagt sie. Die Bürgermeisterin genießt die Atmosphäre: „Ich  stehe aber wie der Veranstalter auch täglich unter Spannung, dass das Markttreiben gut verläuft, die Sicherheit gewährleistet ist und die Besucher den Organisatoren und Ausrichtern ihren Respekt durch ein dem Volksfestcharakter angepasstes Verhalten entgegenbringen.“ Ihre Gespräche mit dem Volk während des Neugersdorfer Jacobimarktes sind sehr verschieden. Darunter sind Lob, sachliche Hinweise und Kritik.

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Andere meckern und haben zum Beispiel kein Verständnis für die Kontrollen auf dem Marktgelände selbst oder des ruhenden Verkehrs. Sie macht den Bürgern auch schon deutlich, „wenn ich mal nur ,privat' da sein möchte. Das wird dann in der Regel auch akzeptiert. Dafür bin ich dankbar.“  Bei ihren Besuchen auf dem Gierschdurfer Schiss'n hält sie in der Regel bis zum Schluss durch, am Dienstag meist so bis gegen 22.00 Uhr.

Bereits mit fünf oder sechs Jahren war Verena Hergenröder als kleines Mädchen auf dem Neugersdorfer Jacobimarkt. Ganz genau weiß sie es nicht mehr. „Es war für mich immer etwas Besonderes. Wir wohnten in der Nähe und bekamen im Vorfeld schon die Aktivitäten mit. Wir sind deshalb neugierig geworden und  stromerten schon Tage zuvor über den Platz rings um die Wachtschenke, die damals dort noch stand“, erzählt sie. Die kleine Verena vergnügte sich unter anderem auf der Riesenrutsche, der Luftschaukel und erinnert sich an das Riesenfass und saure Gurken in der Hand.

„Die  ,Wilde Jagd', der Walzertraum und Ringe  über die Flasche werfen, der ,Hetzwalder Sonnenschein', ein allseits beliebter Mehrfruchtwein, den die Vorgängerfirma der heutigen Kelterei Linke herstellte  – alles hat Spaß gemacht. Ich glaube, wir konnten schon für 30 Pfennig auf ein Fahrgeschäft“, blickt sie zurück. Zu den Attraktionen zählten früher die Buden von HO und Konsum mit besonderen Angeboten, wie Handtüchern oder T-Shirts, die Töpperwiese, Pfefferkuchen oder Wernesgrüner Bier in Bobecks Zelt. Ihre Oma und ihr Opa waren recht spendabel auf dem Jacobimarkt. Später verdiente sie sich mit Ferienarbeit etwas dazu, um sich bei diesem Volksfest etwas leisten zu können.  Aus ihrer Sicht hat sich das Gierschdurfer Schiss'n im Laufe der Zeit ganz sicher gewandelt. Früher war es schon eher ein Markt im Sinne des Kaufens und „Ergatterns“ von etwas Besonderem. Heute geht es eher darum, sich zu treffen, Altes und Neues auszutauschen, gemeinsam Spaß zu haben und ein traditionelles Souvenir vom Schiss'n mit nach Hause zu bringen.

Viele meinen jedenfalls, dass der Jacobimarkt ein Selbstläufer ist. Tatsächlich stehen laut Verena Hergenröder Planung und harte Arbeit dahinter. Die Ansprüche der Besucher seien gestiegen. Die „Nutzerstruktur“ hat sich verändert. Darauf müssen sich der Veranstalter sowie  auch Schausteller und Händler einstellen. Zum Beispiel  mit familienfreundlichen Angeboten.

Und welche Wünsche begleiten Verena Hergenröder für den bevorstehenden Jacobimarkt? „Ich hoffe auf viele neugierige und friedliebende Besucher und viele Gäste, die die Zusatzangebote der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck nutzen“, antwortet sie. Das Wetter sollte während der Tage natürlich mitspielen. Und speziell beim Höhenfeuerwerk sollten die Besucher die  organisatorischen Regelungen in Sachen der Sicherheit beachten. Ein herzliches Dankeschön gilt laut Verena Hergenröder dem Veranstalter, den Rettungs- und Sicherheitskräften, den Mitarbeitern der Stadt und der zusätzlichen Dienstleister sowie auch alle treuen Besuchern sowie Händlern und Schaustellern des  Gierschdurfer Schiss'n.

Steffen Linke / 20.07.2016

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