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Neue Gedenktafel in Niederkaina

Neue Gedenktafel in Niederkaina

Mit einer neuen Gedenktafel erinnert fortan die Stadt Bautzen an ein Verbrechen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Niederkaina. Foto: RK

Bautzen. Eine im April in Niederkaina komplett zerstörte Gedenktafel aus Granit ist jetzt gegen eine Edelstahltafel ausgetauscht worden. Möglich machte dies eine Initiative von Unternehmern, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Vor Kurzem wurde die neue Gedenktafel am bisherigen Ort des Erinnerns an einer Mauer befestigt. Sie weist wie schon ihre Vorgängerin auf ein Ereignis hin, das sich in den letzten Kriegstagen in Niederkaina zutrug. Bei diesem fanden 195 Menschen den Tod. Ihrer gedenkt die Stadt Bautzen alljährlich.

Laut der Verwaltung trieben am 22. April 1945 Angehörige der 1. Ukrainischen Front ihre Opfer in eine Scheune und setzten das Gebäude anschließend in Brand. Daran hat der gebürtige Lausitzer, Dr. Theodor Seidel, Zweifel. Nach Recherchen des 87-Jährigen, der einst in Berlin einer Großen Strafkammer vorstand, sollen Kräfte der 2. Polnischen Armee für das Verbrechen verantwortlich sein. Sie hätten Hitlers letztes Aufgebot in besagte Scheune gesperrt, diese angezündet und die Flüchtigen mit Maschinengewehrsalven niedergestreckt. Weitere 181 deutsche Kriegsgefangene seien auf dem Gelände des Schießstandes getötet worden, darunter auch Seidels Vater. Er arbeitete zuvor als Prokurist in der Großharthauer Schuhfabrik.

Zuletzt ermittelte der Staatsschutz gegen Personen aus dem linksextremen Spektrum, die für die Schändung des Gedenkortes verantwortlich gemacht werden. Auf einem dieser Szene zuzurechnenden Online-Portal sei ein entsprechender Bekennerhinweis aufgetaucht, ließ die Polizeidirektion Görlitz in einer Medieninformation kurz nach der Tat im April wissen.

Redaktion / 11.10.2018

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