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Bund küsst Klingewalde wach

Bund küsst Klingewalde wach

Ein Tor schützt die Europastadt-Skater vor unliebsamen Begegnungen mit Kraftfahrzeugen.

Das Gewerbegebiet in dem nördlichen Görlitzer Stadtteil zählt seit seiner Erschließung zu den Sorgenkindern der Stadtentwicklung. Hilfe naht jetzt von unerwarteter Seite.

Görlitz/Klingewalde. Es tut sich was bei den leer stehenden Gewerbegebieten in Görlitz. Sowohl hinsichtlich des früheren Güterbahnhofgeländes in Schlauroth als auch des Gewerbegebietes Klingewalde gibt es viel versprechende Entwicklungen. Während für die Erschließung des Ersteren unlängst ein Förderscheck über knapp 5,5 Millionen Euro in der Stadtverwaltung ankam, gibt es für letzteres bereits recht konkrete Planungen.

Zoll plant neue Dienststelle

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Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) plant den Neubau eines Zollgebäudes, das die Dienststellen der Digitalfunkzentrale (DFZ) und der Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) aufnehmen wird. Die Digitalfunkzentrale dient als Leitstelle und Lagezentrum und besteht laut SIB im wesentlichen aus Funkraum, Multifunktionsraum, Technik- und Serverraum sowie Büro- und Sozialräumen. Die Dienststelle der Kontrolleinheit Verkehrswege, welche zwei Drittel der Nutzfläche beansprucht, umfasst Büroräume, Gruppenräume für Einsatzbesprechungen sowie Vernehmungsraum, Waffenkammer und Asservatenraum. Auf dem Baugrundstück sind laut Ausschreibung auch Anlagen und Nebengebäude für die Zollhunde der KEV sowie Stellplätze und Garagen für sicherheitsrelevante Dienstfahrzeuge und weitere Pkw vorgesehen. Eine entsprechende Vorplanung liegt bereits vor, mit deren Genehmigung noch im 3. Quartal gerechnet wird. Die Gesamtkosten sollen bei circa 9 Millionen Euro liegen, die Fertigstellung des Komplexes bis Ende 2022 erfolgen.
Die Digitalfunkzentrale Görlitz ist eine von fünf derartigen Einrichtungen, die in den kommenden Jahren von Stralsund im Norden bis Lörrach im Süden in der gesamten Bundesrepublik neu aufgebaut werden sollen. Die Kontrolleinheit Verkehrswege ist unter anderem für die Überwachung des Warenverkehrs und für die Bekämpfung des Rauschgift- und Waffenschmuggels zuständig. Insgesamt werden in der neuen Görlitzer Dienststelle etwas mehr als 100 Beamte ihren Dienst verrichten.

Bauen 4.0 als Musterprojekt

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) höchstpersönlich war es, der das Mustervorhaben „Bauen 4.0“, das ebenfalls in Klingewalde angesiedelt werden soll, in Görlitz vorstellte. „Beim Technologiepark Bauen 4.0 handelt es sich um eine von der Technischen Universität Dresden im Verbund mit anderen Partnern zu gründende Institution zur Förderung von Entwicklungs- und Wissenstransferleistungen. Als erster Schritt soll eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden“, heißt es dazu aus Seehofers Ministerium. Und weiter: „Der Fokus des Projekts liegt auf der smarten Baustelle, in der innovative Baumethoden, Materialien und Baumaschinen eingesetzt werden. Im Technologiepark Bauen 4.0 kann die digitale Baustelle in der Realität ausprobiert werden und so die Brücke von der Entwicklung und Forschung zur Anwendung in der Praxis geschlagen werden. Das Bauen kann mit neuen Bautechniken wie dem Beton-3D-Druck oder vernetzten Baumaschinen gründlich verändert werden.“ Die Region werde dadurch interessant für Betriebe mit innovativen Industrie- und Dienstleistungsarbeitsplätzen.

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Bisheriges Stiefkind

Mit dem Gewerbegebiet Klingewalde könnte ein bisheriges Stiefkind unter den Wirtschaftsstandorten der Europastadt aufblühen. In den neunziger Jahren auf dem Gelände der früheren „Gut Tierproduktion GmbH“ erschlossen, steht das knapp elf Hektar große Gelände heute weitgehend leer. Als wesentlicher Mangel wurde stets die schlechte Verkehrsanbindung trotz Autobahnnähe angeführt. Lediglich die Inlineskater des Europamarathon-Vereins nutzen das Gelände für ihr Training und brauchen wohl in absehbarer Zeit ein neues Domizil. Das Gebiet verfügt über Anschlüsse aller relevanten Medien.

Uwe Menschner / 04.09.2019

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