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Dem eigenen Tun vertrauen

Dem eigenen Tun vertrauen

Die Künstler Alexandra Wegbahn und Michael Melerski sind erfahren darin, Kinder und Jugendliche beim kreativen Tun anzuleiten. Foto: Beate Diederichs

Beim Projekt „Das coolste Kamenz-Shirt der Welt“ kreieren Kinder und Jugendliche ihr individuelles Kleidungsstück mit Motiven aus der Lessingstadt. Dabei lernen sie verschiedene Drucktechniken kennen – fachkundig unterstützt von den Künstlern Alexandra Wegbahn und Michael Melerski.

Kamenz. „Schau mal, was der Andreasbrunnen für interessante Details hat.“ Alexandra Wegbahn zieht ein Blatt aus einem Stapel Skizzen und reicht es Michael Melerski. Die Künstlerin hat den Brunnen nicht selbst mit Bleistift aufs Papier gebracht, sondern einem der jungen Kursteilnehmer dabei über die Schulter geschaut. „Diese Studien sind bei unserem ersten Doppeltermin hier in Kamenz entstanden. Es war klirrend kalt. Trotzdem haben die Teilnehmer bei einer kurzen Runde draußen Motive gezeichnet und teils sehr konzentriert gearbeitet“, lobt Michael Melerski. Nun liegen die Skizzen auf dem Tisch in der Stadtwerkstatt Kamenz. Alexandra Wegbahn hat Schwarz-Weiß-Fotos einiger der wichtigsten Kamenzer Gebäude dazugelegt, die die Kinder und Jugendlichen abzeichnen oder abpausen können. Schritt für Schritt sollen sie sich ihr persönliches Kamenz-Motiv erarbeiten und später auf ein T-Shirt drucken. Die Ergebnisse werden ab Ende Mai bei einer öffentlichen Ausstellung im Museum der Westlausitz präsentiert. Die Shirts dürfen die Jungen und Mädchen bei der Eröffnung tragen und natürlich behalten. 

Beim Projekt „Das coolste Kamenz-Shirt der Welt“ treffen sich die Teilnehmer zu sechs Doppelterminen an Wochenenden – von Mitte Februar bis Ende April – mit den zwei Künstlern in den Räumen der Stadtwerkstatt. Zum letzten Termin am 24. Mai bereiten sie die Ausstellungseröffnung vor. Das Museum der Westlausitz zählt mit dem Kinderschutzbund Kamenz, der Kinder-Arche und der Stadtwerkstatt zu den Projektpartnern. Da das Projekt durch Mittel aus dem Förderprogramm „Künste öffnen Welten“ finanziert wird, ist die Teilnahme kostenlos. Die Förderung deckt auch die Kosten für die Shirts, die es zu bedrucken gilt, und ein warmes Mittagessen bei jedem Projekttag ab. Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren können jederzeit in das Projekt einsteigen. Beim ersten Doppeltermin waren 14 Jungen und Mädchen zwischen neun und 16 Jahren erschienen. Da die Förderung explizit sozial schwache Kinder und Jugendliche unterstützen möchte, stammt ein Großteil der Teilnehmer aus der Kinder-Arche Kamenz, einem Kinderheim. Alexandra Wegbahn und Michael Melerski haben schon oft Kunstkurse für ein junges Publikum gegeben. In einem dieser Projekte ist der Kinderstadtführer Kamenz entstanden. Bei diesem Kurs gilt: Sobald das Motiv gefunden ist, geht es ans Drucken. Michael Melerski zeigt einen Stempel mit der stilisierten Darstellung einer der Kamenzer Kirchen, den die Kinder und Jugendlichen benutzen können. Alexandra Wegbahn demonstriert an einem Drucktisch, den sie aus Dresden mitgebracht hat, wie der Siebdruck funktioniert. Mit den unterschiedlichen Verfahren können die Teilnehmer Baumwollstoff oder Papier bedrucken. In der Ausstellung werden diese Blätter und der Projektablauf zu sehen sein. „Wir möchten den Jungen und Mädchen vermitteln, dass sie ihrem Tun vertrauen, an ihre kreativen Fähigkeiten glauben“, betont Alexandra Wegbahn. Dazu gehöre auch zu akzeptieren, dass das Produkt nicht so perfekt aussieht wie industriell hergestellte Massenware. Denn genau das macht es besonders.

Workshop-Wochenenden: 21.03./22.03.; 28.03./29.03.; 18.04./19.04.; 25.04./26.04., je 10-16 Uhr in der Stadtwerkstatt Kamenz. 

Die Ausstellung im Museum der Westlausitz wird am 24. Mai um 17 Uhr eröffnet. Sie läuft dann vom 26. Mai bis zum 21. Juni.

Beate Diederichs / 23.03.2026

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