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Den Tierheimhunden auf den Pelz gerückt

Den Tierheimhunden auf den Pelz gerückt

Hundefriseurin Kati Schubert muss sich bei ihrer Arbeit auf die individuellen Unterschiede der Tiere in der Zwingeranlage Bischdorf einstellen. Foto: privat

Waschen, schneiden, föhnen, legen: Die Hundefriseurin Kati Schubert aus Dresden pflegt seit mehreren Jahren je nach Bedarf in verschiedenen Zeitabständen den Hunden im Tierheim Bischdorf ihr Fell.

Bischdorf. Die 48-Jährige kommt mit ihrem Fahrzeug an die Zwingeranlage vorgefahren, steigt dort aus und begrüßt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dann trinkt Kati Schubert zusammen mit Ramona Loske, Vorsitzende des Tierschutzvereins Löbau-Zittau e.V., und Tierheimleiterin Ramona Rude erst einmal einen Kaffee. Die Frauen plaudern dabei über Gott und die Welt. „Wir verstehen uns sehr gut“, sagt sie. Über private Verbindungen sei auch der Kontakt zwischen beiden Seiten zustande gekommen.

Ihr mobiler Arbeitsplatz ist – wie sie sagt – mal hier und mal dort im Tierheim Bischdorf. Zu ihrem Werkzeug gehören unter anderem Scheren, Trimmmesser, Scherköpfe und Schermaschinen.

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Hundefriseurin Kati Schubert geht bei ihrer Arbeit mit den tierischen Insassen der Zwingeranlage in Bischdorf sehr einfühlsam vor. Foto: privat

Vor der ersten Frisur sieht sich Kati Schubert mit den Mitarbeitern die Hunde an, um genau abzustimmen, welche Vierbeiner dran kommen – und dann geht es los. Dieser Service sei schon wichtig, denn gerade wenn die Augen zuwachsen, sehen die Tiere nichts, sagt sie. Das könne unter Umständen auch zu Entzündungen führen.

„Die Hunde sind doch auf uns angewiesen, damit sie ordentlich aussehen“, betont sie.

In der Regel hält immer jemand das Tier fest, damit Kati Schubert hantieren kann. „Ich merke genau, dass die Hunde Schicksale hinter sich haben. Manche von ihnen sind wahnsinnig froh über jede Aufmerksamkeit. Die freuen sich schon, wenn ich ihnen mal liebevoll über die Nase streichele. Ich selbst könnte zuweilen losheulen, weil ich sie am liebsten alle mitnehmen würde“, sagt sie. Es gebe aber auch sehr aggressive tierische Patienten.

„Gebissen bin ich noch nicht worden. Einmal mussten wir aber abbrechen, weil es für den Hund zu stressig war“, berichtet sie.

Bello hatte sich damals auf Teufel komm raus gegen ihre „Behandlung“ gewehrt. Im Endeffekt geht es um die Sicherheit von den Mitarbeitern, von ihr und den Tieren. „Da gehen wir kein Risiko ein. Denn wenn mir ein Hund in die Schere beißt, haben wir ein Problem“, sagt sie.

Kati Schubert trimmt, bürstet bei viel Unterwolle das Fell aus und setzt – wenn es gar nicht mehr anders geht – auch mal „leider Gottes“ ein paar Millimeter bei ihren tierischen Kunden an: „Auf die individuellen Unterschiede muss ich mich einstellen. Jeder Hund stellt sich anders. Jeder wurde anders gepflegt. Und jeder ist anders zu handhaben.“ Das erfordert von ihr viel Einfühlungsvermögen und handwerkliches Geschick. Eine Frisur dauert circa eine Dreiviertelstunde. „Ich bin schon mal nur wegen einem Notfall hierher gekommen, habe aber auch schon vier oder fünf frisiert“, sagt sie.

Bevor es wieder nach Hause geht, trinkt Kati Schubert mit Ramona Loske und Ramona Rude noch einmal einen Kaffee. „Manchmal vereinbaren wir uns gleich einen neuen Termin, manchmal geht das über den kurzen Dienstweg per Handy“, sagt sie.

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Steffen Linke / 10.01.2017

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