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Der Kretscham wird jetzt abgerissen

Der Kretscham wird jetzt abgerissen

Der markante Kretscham an der Hauptstraße in Ebersbach verschwindet bis Ende September von der Bildfläche. | Foto: Steffen Linke

Ebersbach-Neugersdorf.  Die großen Müllcontainer füllen sich vor dem Gebäude in der Hauptstraße. Im Auftrag der Stadt Ebersbach-Neugersdorf verschwindet bis Ende September der einsturzgefährdete Kretscham an der Kirche von der Bildfläche.

Der Abriss kostet circa 200.000 Euro. 80 Prozent davon fließen über Mittel des Bund-Länder-Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Der Gehweg an der B 96 in diesem Bereich war schon seit längerem abgesperrt worden. Das Dach des Gebäudes war großflächig eingebrochen.  Seit Jahren konnten in die vielen Schäden Wind und Regen ungehindert eindringen. Laut vorliegenden Informationen hatte der vorherige, auswärtige Besitzer finanzielle Rückstände. Die Stadt Ebersbach-Neugersdorf ersteigerte das Objekt für eine Summe im niedrigen, vierstelligen Bereich, um es abzureißen.

Der Kretscham mit einer Grundfläche von circa 2.000 Quadratmetern steht seit circa 20 Jahren leer. Die Forderungen der Treuhand für einen umfassenden Ausbau seien zu hoch gewesen, so Bernd Noack, Beigeordneter der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf. Die später wechselnden Eigentümer hatten kein tragfähiges Geschäftskonzept.

Der seit dem 15 Jahrhundert nachweisbar an dieser Stelle stehende Kretscham ist mittlerweile ein Schandfleck, aber für viele Ebersbacher auch ein Ort guter Erinnerungen an Schuleintritte, Tanzstundenbälle, den Klub der Werktätigen mit vielen Veranstaltungen,   Gaststätte, Hotel, Spiellokal, Trainingsstätte der Ebersbacher Schachspieler, jährliche Eisenbahnausstellungen und vieles andere mehr. „Ich habe dort als Junge mit glänzenden Augen den Indianergeschichten von Erich Wustmann zugehört“, erzählt er.   Nun hat quasi das „letzte Stündlein“ für den Kretscham geschlagen. „Wir müssen nach vorn schauen“, sagt Bernd Noack. Die künftige freie Fläche inklusive eines kleinen Parks soll im Rahmen eines Wettbewerbs mit Flächenplanern gestaltet werden. „Sicher werden wir ein paar Vorgaben machen“, fügt er hinzu.  So sollen dort unter anderem auch Parkplätze für Pkw und Busse entstehen. Das Geld in Höhe von etwa 250.000 Euro für die Umsetzung in der Praxis sei im nächsten Jahr eingeplant, sagt Bernd Noack. Bürgermeisterin Verena Hergenröder meint: „Wir sind sehr froh, dass uns hier nunmehr die Möglichkeit eröffnet ist, den Bereich vor der Kirche und unmittelbar an der B 96 aufzuwerten!“

 

Steffen Linke / 11.07.2016

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