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Ehrenamtsmangel bremst 
die Kreisverkehrswacht

Ehrenamtsmangel bremst 
die Kreisverkehrswacht

Engagiert für die Sicherheit der Jüngsten: Matthias Greth (l.) und Dietmar Zanke im Bautzener Verkehrsgarten. Foto: Markus Michalk

Die Kreisverkehrswacht Bautzen e.V. leistet unverzichtbare Arbeit für den Schutz junger Verkehrsteilnehmer. Doch trotz solider Finanzen bremst der spürbare Mangel an ehrenamtlichen Helfern die traditionsreichen Präventionsprojekte in der Region zunehmend aus.

Landkreis Bautzen. Am Vereinshaus der Kreisverkehrswacht Bautzen e.V. in der Dr.-Salvador-Allende-Straße prägen zwei Männer das Bild: Dietmar Zanke, der rund 30 Jahre lang als Vorsitzender die Fäden zog, und Matthias Greth, der das Ruder vor etwa anderthalb Jahren als neuer Chef übernommen hat. Im Inneren des Gebäudes blicken die beiden Vorstände auf die bewegte Geschichte der 1990 gegründeten Verkehrswacht zurück. Das solide Haus gehört dem Verein, das Grundstück darunter der Stadt Bautzen. Ein neuer Pachtvertrag steht aktuell an. Dietmar Zanke sieht dem allerdings entspannt entgegen: „Da sehe ich keine großen Probleme. Es gab schon immer eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt.“

Viel mehr Sorgen bereitet die personelle Lage. Zwar steht die Kreisverkehrswacht mit ihren derzeit rund 40 Mitgliedern finanziell gut da, doch es fehlt massiv an aktiven Helfern. Es sei unglaublich schwer, Leute zu finden, die sich vormittags ehrenamtlich in die Kindergärten zur Verkehrsschule stellen, erklärt Matthias Greth. Seit der Corona-Pandemie ist die Zahl der Einsätze generell rückläufig. Früher stemmte der Verein beeindruckende 500 Projekte im Jahr. Damals galt Bautzen als die unangefochtene Vorzeigeverkehrswacht von ganz Sachsen, erinnern sich beide wehmütig.
Um schlagkräftig zu bleiben, schlossen sich die früher eigenständigen Verkehrswachten Bautzen, Kamenz und Bischofswerda zusammen. Der ehemalige Landrat Michael Harig hatte damals die Initiative ergriffen und darauf gedrängt, alle regionalen Kräfte unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen. Die Arbeit erfolgt prinzipiell ehrenamtlich und freiwillig. Um Nachwuchs für die Verkehrssicherheit zu begeistern, gab es in der Vergangenheit sogar den Versuch, eine eigene „Kadettenschule“ zu etablieren. Dahinter verbarg sich das Konzept der Verkehrskadetten: Jugendliche ab 14 Jahren wurden gezielt zu ehrenamtlichen Verkehrshelfern ausgebildet, um bei Großveranstaltungen die Verkehrsregelung zu unterstützen und gleichzeitig eine sinnvolle Freizeitgestaltung im Verein zu finden.

Trotz des aktuellen Personalmangels laufen die Kurse in Kitas und Schulen unermüdlich weiter. Das absolute Aushängeschild für die kleinsten Verkehrsteilnehmer ist das modulare Kindergartenprogramm, das in der Auszeichnung des sogenannten Ampelmännchendiploms gipfelt. Matthias Greth blickt zu seinem Vorgänger Dietmar Zanke herüber und sagt schmunzelnd: „Das ist dein Baby!“ Zanke nickt stolz. Das Projekt bereitet Vorschulkinder spielerisch auf den sicheren Schulweg vor. Wenn es logistisch gelingt, beteiligen sich sogar die echte Polizei, die Feuerwehr und der Rettungsdienst an den Aktionstagen, was bei den Kindern riesigen Anklang findet. Neben den Klassikern wie der Busschule setzt der Verein auf saisonale Schwerpunkte. Gerade im Herbst dreht sich bei den Schulungen alles um das lebenswichtige Thema „Sehen und gesehen werden“, um die Schwächsten im dunklen Straßenverkehr zu schützen. Für die praktischen Einheiten nutzen die Moderatoren auch den großen, stationären Verkehrsgarten direkt hinter dem Gebäude. Die asphaltierten Bahnen sind wie echte Straßen angelegt – inklusive originalgetreuer Verkehrsschilder und einer voll funktionstüchtigen Ampelanlage. Hier trainieren Schüler den Ernstfall abseits von echten Gefahren.

Genau diese modernen Schulungsanlagen im Verkehrsgarten stehen bereit, um Kinder fit für die Straße zu machen. Damit das Areal im herbstlichen Wind wieder so intensiv mit Leben und Kinderlachen gefüllt werden kann wie zu den sächsischen Vorzeigezeiten, hofft der Verein um Matthias Greth und Dietmar Zanke auf zusätzliche Unterstützung, um die ehrenamtliche Arbeit für die Sicherheit der Jüngsten dauerhaft auf breite Schultern zu verteilen. 

Markus Michalk / 05.11.2026

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