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Energie-Chaoten nebeln Müllerwiese ein

Energie-Chaoten nebeln Müllerwiese ein

Was kommt da auf Bautzen zu? Ultras von Energie Cottbus brennen auf der Müllerwiese während des Spiels gegen Gastgeber Budissa Pyrotechnik ab. Foto: Torsten Zettl

Bautzen. Das Regionalliga-Spiel der Budissen gegen den Tabellenzweiten Energie Cottbus am vergangenen Sonntag hat zwischenzeitlich auf Messers Schneide gestanden. Grund waren Ausschreitungen im Gästeblock. Zu diesem Zeitpunkt lag Cottbus bereits mit 4:0 in Führung. Redakteur Roland Kaiser erkundigte sich bei Budissa-Vorstand Sven Johne, wie trotz Einlasskontrollen und der 150 Polizeibeamten im und rund um das Stadion so etwas passieren konnte.

Die Polizei konstatierte nach dem Spiel gegen Energie Cottbus sieben Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Hausfriedensbruchs. Die Beamten notierten sich die Namen und Adressen von 32 Chaoten. Eine Zuschauerin erlitt ein Knalltrauma. Wie ist es möglich, dass Gästefans so austicken und trotz aller Sicherheitsmaßnahmen Bengalos und Böller im Stadion zünden können. Werden diese Personen denn nicht kontrolliert am Einlass?

Sven Johne: Die Kontrolle der Gästefans erfolgt durch einen gewerblichen Sicherheitsdienst, der durch den Verein beauftragt wird. Die Polizei befindet sich im Umfeld und greift bei erkennbaren Straftaten ein.

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Welche möglichen Konsequenzen drohen im Anschluss an diese Begegnung?


Sven Johne: Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Verein Energie Cottbus mit einer Strafe durch den NOFV rechnen muss. Der absolute Großteil der Cottbuser Fans verhielt sich anständig und sportinteressiert. Diese Fans halfen auch bei der Identitätsfeststellung der wenigen Straftäter.

Inwieweit wird das Personal am Einlass entsprechend geschult, dass sich solche unschönen Szenen auf der Müllerwiese nicht noch einmal wiederholen?

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Sven Johne: Das Personal wird durch einen gewerblichen Sicherheitsdienst gestellt, die ständig geschult und fortgebildet werden. Nach Einschätzungen des anwesenden Spielbeobachters des NOFV, der Polizei und des Vereins hat der Sicherheitsdienst seine Aufgaben sehr gut erledigt. Grundsätzlich ist eine Wiederholung nicht auszuschließen, da nicht alle 1.000 Zuschauer konsequent durchsucht werden können. Abgesehen davon wurden bei den Durchsuchungen durch den Ordnungsdienst bereits im Vorfeld mehrere Gegenstände abgenommen. Einige Personen durften das Stadion nicht betreten.

Inwieweit war der Verein auf solche Ausschreitungen vorbereitet?

Sven Johne: Der Verein war sehr wohl vorbereitet. Es gab im Vorfeld mehrere Absprachen mit der Polizei, dem Verein aus Cottbus, den Fanbeauftragten, den Sicherheitsbeauftragen sowie den Ordnern. Insbesondere zeigt das schnelle Eingreifen der Ordner zur Löschung der Pyrotechnik mit dem bereitgestellten Feuerlöscher, dass jegliche Eventualität einkalkuliert wurde. Zudem hat auch das sofortige Handeln der Ordnern im Gästeblock sowie das der Polizei gezeigt, dass alle handlungsfähig waren.

Wann gab es zuletzt solche Szenen zu beobachten und welche Gefahren gehen von solchen Fans aus?

Sven Johne: In Bautzen kann sich der Verein nicht an solche Szenen erinnern. Es gab lediglich eine brennende Fackel im letzten Spiel gegen Neugersdorf. Dieser Täter ließ sich inzwischen ermitteln.

Aufgrund der Niederlage verfestigten die Hausherren ihren vorletzten Platz im Tabellenkeller. Dort rangieren sie momentan mit sieben Punkten Abstand zu Schlusslicht Neustrelitz. Auch am Mittwoch im Spiel gegen Fürstenwalde gab es für Bautzen nichts zu holen.

Roland Kaiser / 27.03.2017

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