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Es ist ein Kampf ums Überleben für die Bäckerei

Es ist ein Kampf ums Überleben für die Bäckerei

Ob der junge Bäckermeister Falko Panitz die Tradition seiner Vorfahren weiterführen wird, liegt nicht, wie hier das Brot, nur in seiner Hand. Foto: Manuela Dietze

Die Baustelle seit Ende Mai direkt vor dem Laden, dann die Nachricht, dass La Ola die Ausschreibung verloren hat und jetzt noch die Ablehnung des Antrages auf Kurzarbeitergeld für seine Mitarbeiter. Der Fortbestand der Bäckerei Panitz ist bedroht.

Bautzen. „Das nagt halt schon ordentlich,“ sagt Falko Panitz. Der junge Bäckermeister steht in seinem Laden und schaut hinaus auf Bauzäune und Warnbaken. Der Umsatz des Ladens ist durch die Bauarbeiten vor seiner Bäckerei um 50 Prozent zurückgegangen. Durch die Vollsperrung gibt es keine Parkmöglichkeiten. Die Kunden bleiben aus. Für die kleine Bäckerei ist dieser Zustand existenzbedrohend.

Zudem verliert die Bäckerei als Zulieferer für La Ola monatlich ein Auftragsvolumen von 2.000 bis 3.000 Euro, nachdem das Cateringunternehmen die Ausschreibung um die Schul- und Kitaverpflegung in Bautzen verloren hat. Der Bäckermeister hält die Gewichtung der Kriterien für die Ausschreibung für unfair. Wenn 10 Jahre Erfahrung mit Kita-Versorgung, kurze Wege und regionale Lieferketten nicht zählen, dann verliert der Bautzener Bäcker seinen Auftrag, und ein Stol- pener Kollege liefert die Backwaren für die Bautzener Kindereinrichtungen.

Zum Glück gibt es auch Lichtblicke. Das Pflegeheim Haus Immisch wird jetzt täglich von der Bäckerei Panitz beliefert. Ein enger Kontakt besteht auch zu EDEKA. Demnächst bekommen Backwaren aus der Backstube auf der Jordan-Straße einen kleinen Platz zwischen den langen Supermarktregalen des benachbarten Supermarktes. 

In schlaflosen Nächten überlegt Falko Panitz aufzuhören. Die Bäckerei hat er 2020 von seinem Vater übernommen. Er wollte schon immer Bäcker werden und es macht ihm Spaß. Nur unter den Umständen, alle zwei Jahre eine Baustelle vor der Tür und dazu noch die unstete Zeit, ist es schwer. Der Umsatz muss gesteigert werden, Liefergeschäfte wären gut, auch ein Bäckerwagen. So ein mobiler Verkaufswagen kostet einiges, er müsste investieren und benötigt viele Genehmigungen. Bis alles soweit wäre, ist die Baustelle weg. 

Findet er keine Lösung, wird es Konsequenzen haben, Arbeitsplätze fallen weg und am Ende die Backstube. Das wäre traurig, denn seinem verstorbenen Vater hat er versprochen, dass er zumindest das 100-jährige Bestehen der Bäckerei schafft. Das wäre 2032, in sechs Jahren. Das ist das Ziel. „Aber ob es tragbar ist, ob es schaffbar ist und wie?“, dass fragt sich der Bäckermeister. Grundsätzlich glaubt er, dass handwerkliche Bäcker, wenn sie auf Qualität und Regionalität setzen, weiter konkurrenzfähig sein können. An seinen Backwaren scheitert es nicht, es scheitert an höheren Mächten. Im letzten Jahr hatte sich das Geschäft, nach den Schwierigkeiten mit der Baustelle von 2023, gut erholt. Jetzt geht alles von vorn los. „Irgendwann ist dann auch die Kundschaft weg, es gibt genug andere Bäcker, die sich auch Mühe geben“, befürchtet der junge Mann. 

Auch die Preise sind ein Problem. Für die Käufer steigen die Löhne nicht, gefühlt wird alles teurer und viele Leute müssen schauen, ob sie das Brötchen für 80 Cent oder für 30 Cent im Backshop der Großmärkte kaufen. Der Handwerksbäcker kann preislich nicht konkurrieren, müsste eigentlich seine Preise weiter erhöhen. „Der Gedanke, dass die Kunden nicht mehr kommen, wenn man die Preise anhebt, ist bei mir verwurzelt durch meinen Vater, ist im Kopf drin, ein alter Gedanke, der an sich Quatsch ist. Aber man will es ja auch nicht für die Kunden.“ 

Nächste Woche rückt die Baustelle weiter in Richtung Edeka. Die EWB teilt auf Anfrage mit, dass die Baumaßnahme zur Fernwärmeerschließung in der Dr.-Peter-Jordan-Straße derzeit planmäßig verläuft und wirbt für Verständnis und Geduld. Der Antrag auf Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter der Bäckerei Panitz wurde vorerst abgelehnt. Der Widerspruch läuft. Eine Mitarbeiterin musste Falko Panitz schon entlassen, ob die verbliebenen drei Angestellten weiter beschäftigen werden können, kann er momentan nicht sagen. Es kommt auf die nächsten Wochen an.

Manuela Dietze / 21.07.2026

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