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Freistaat will das alte Offizierscasino verkaufen

Freistaat will das alte Offizierscasino verkaufen

Das Casino weist zahlreiche Besonderheiten auf, zum Beispiel das runde Eingangsportal. Foto: Uwe Menschner

Bautzen. Der Freistaat Sachsen, vertreten durch den Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB), will das frühere Offizierscasino an der Löhrstraße verkaufen. Laut dem entsprechenden Exposé handelt es sich um ein „denkmalgeschütztes Objekt aus der Gründerzeit, das als Casino für die damals angrenzende Kaserne erbaut wurde.“ Das Haus weise zahlreiche Besonderheiten auf, zum Beispiel das runde Eingangsportal, Stuckarbeiten in einzelnen Räumen sowie das Kuppeldach. 
Seit 1999 sei ein Verein im Haus angesiedelt, „welcher dieses bis Ende 2026 nutzt.“ Gemeint ist der Unabhängige Seniorenverband (USV) Bautzen, der das Casino auf der Grundlage eines Erbbaurechtsvertrags nutzt. Dieses Erbbaurecht läuft nun laut dem Exposé zum Jahresende aus und kommt zur Löschung. „Leider lösen wir uns als Verein ebenfalls auf. Wir befinden uns schon in der Liquidation“, erklärt die Vorsitzende Monika Petrick. 

Unabhängiger Seniorenverband löst sich auf

Die Stadtverwaltung Bautzen teilt dazu auf Anfrage folgendes mit: „Nach Bekanntwerden der Herausforderungen, vor denen der Unabhängige Seniorenverband steht, hat Oberbürger-meister Karsten Vogt das Gespräch mit eben diesem gesucht. Es wurden seitens der Stadt Vorschläge zu neuen Räumlichkeiten unterbreitet sowie die Finanzierung notwendiger Umbaumaßnahmen mit dem Landkreis besprochen. Trotz der genannten Angebote hat der Unabhängige Seniorenverband seine Auflösung bekannt gegeben, da kein neuer Vorstand gebildet werden konnte. Die Stadt bedauert es sehr, dass keine Nachfolge für die Vereinsarbeit gefunden werden konnte.“

In den Jahren 2020 bis 2023 wurden laut dem SIB Dach und Fassade des Casinos denkmalgerecht saniert. Dafür standen mehr als 600.000 Euro aus dem Fördertopf „Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR“ zur Verfügung, wie das Büro des Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (CDU) damals mitgeteilt hatte. Schiemann hatte sich stark für das Vorhaben eingesetzt. „Damit ist gesichert, dass auch künftig monatlich knapp 200 Senioren das Gebäude mit Leben füllen können. Hinzu kommen die zahlreichen Mitglieder der elf Selbsthilfegruppen unter dem Dach der Diakonie sowie die Mitglieder des Bautzener Gehörlosenvereins, die sich unter dem neuen Dach des historischen Casinos regelmäßig zusammenfinden“, so das Büro Schiemann im Dezember 2023. Der Gehörlosenverein ist laut Angaben im Impressum der Vereinshomepage nunmehr auf der Preuschwitzer Straße ansässig. Eine Anfrage bei der Diakonie St. Martin, wo sich künftig die Selbsthilfegruppen treffen, blieb unbeantwortet. Die Modernisierung im Innenbereich, insbesondere der Elektrik und der Heizungsanlage, obliege dem neuen Eigentümer, erklärt das SIB.

Uwe Menschner / 06.10.2026

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